Wie sich der Handelskrieg zwischen den USA und China auf Thailand bemerkbar macht

Wie sich der Handelskrieg zwischen den USA und China auf Thailand bemerkbar macht

Bangkok. Seitdem der Handelskrieg zwischen den USA und China Mitte letzten Jahres begann, spürt die thailändische Wirtschaft die Not, da sich mittlerweile auch ein Abwärtstrend der thailändischen Exporte negativ bemerkbar macht. Zwar konnten kurzfristig einige thailändische Exportartikel von einer Handelsumleitung profitieren, da die US-amerikanischen und die chinesische Importeure auf bestimmte thailändische Produkte verlagert wurden, um die hohen Strafzölle zu vermeiden.

Dagegen könnten die indirekten Auswirkungen des Handelskrieges auf die regionalen Lieferketten jedoch die thailändische Exportstimmung langfristig dämpfen, warnen Finanexperten.

Das Handelsministerium berichtete letzte Woche zwar, dass die thailändische Auslandslieferung im Februar um 5,9 Prozent gestiegen sei. Die Zahl könnte jedoch irreführend sein!

Ohne die Waffenexporte für die Militärübungen mit den USA, die einmalig waren, wären die thailändischen Exporte im letzten Monat tatsächlich um 3,4 Prozent gefallen.

Handelskrieg USA-CHINA

Handelskrieg USA-CHINA

Die schleppenden Exporte waren vor allem auf eine schwache globale Wirtschaftsleistung zurückzuführen. Das betrifft insbesondere die chinesische Wirtschaft, die seit 28 Jahren das geringste Wachstum verzeichnete, natürlich ebenfalls auch aufgrund des Handelskrieges mit den USA.

Eine erst kürzlich von der Konferenz der Vereinten Nationen für Handel und Entwicklung ( UNCTAD ) veröffentlichte Studie zeigt, dass Thailand zu den Top 12 Ländern gehört, die von der Handelsumlenkung durch den Handelsstreit in den USA und China in Höhe von 5 Mrd. US-Dollar profitieren.

Allerdings dürfte die Europäische Union davon am meisten profitieren, da der USA – China Handel rund 70 Milliarden US-Dollar einnimmt, sagte die UNCTAD.

Trotz der Handelsumlenkungen begannen die indirekten Auswirkungen des Handelskrieges die thailändischen Exporte zu beeinträchtigen.

SCB EIC, ein sogenannter „ Think Tank „ der Siam Commercial Bank ( SCB ) berichtete, dass die thailändischen Exporte, die Teil der Lieferketten der chinesischen Exporte sind, im Einklang mit der nachlassenden chinesischen Wirtschaft gesunken sind. Der Rückgang war insbesondere bei den Produkten zu verzeichnen, die im Zusammenhang mit den Handelsstreitigkeiten mit den USA standen.

So sanken die Exporte nach China im Februar im Jahresvergleich von thailändischen Computer- und Ersatzteilen um ( -8,3 Prozent ), Schaltkreisen ( -32,5 Prozent ), Holz- und Holzproduzenten ( -33,4 Prozent ) und Gummi 8 – 26 Prozent ).

Die negative Stimmung setzte sich im Vormonat fort. Im Januar sanken die thailändischen Exporte im Jahresvergleich um 5,65 Prozent, was zum Teil ebenfalls auf die Auswirkungen des Handelskriegs zwischen den USA und China zurückzuführen war.

Im Januar sanken die thailändischen Exporte nach China, die sich in den vom Handelskrieg betroffenen Lieferketten befinden, nach Angaben des Handelsministeriums für Handelspolitik und -strategie um 17,3 Prozent. Die Exporte von Automobil- und Autoteilen nach China schrumpften sogar um 49,7 Prozent und Computer- und Schaltungsteile sanken um 22,3 Prozent.

“ Aufgrund der Größe ihrer Volkswirtschaften werden die von den Vereinigten Staaten und China verhängten Zölle unweigerlich erhebliche Auswirkungen auf den internationalen Handel haben „, sagte Pamela Coke-Hamilton, die Leiterin der internationalen Handelsabteilung der UNCTAD.

Einige thailändische Exportartikel wie Stahl- und Elektronikprodukte stiegen im vierten Quartal des vergangenen Jahres an. Dass war allerdings nur deshalb, weil die Exporteure aus China und den USA aus Angst vor weiteren Zollsteigerungen den Import einiger Produkte, die wichtig waren, einfach vor verlegt hatten.

Der anhaltende Handelskrieg wirkt sich jedoch auch auf die chinesischen Lieferketten aus, die sich auf den US-Markt konzentrieren.

Die Fertigung in der Region erfolgt über Produktionsnetzwerke, in denen die Montage in einem Land der Region erfolgt, während andere wichtige Teile, die ebenfalls zur Montage benötigt werden, aus anderen Ländern stammen. Die verhängten Strafzölle betreffen daher nicht nur die Produktbauer, sondern auch die Zulieferer von vielen Teilen.

Da Thailand ein Teil der regionalen Lieferkette ist, ist die Zukunft der thailändischen Exporte im Moment nicht gerade vielversprechend. Das ist allerdings vom Ausgang des Handelsstreits und dem Weg der wirtschaftlichen Erholung in China abhängig, sagen die Finanzexperten.

Darüber hinaus haben die Zolltarife von Präsident Trump nicht nur die chinesischen Unternehmen getroffen. Sie könnten auch genauso gut die US-Industrie schädigen.

In dem kürzlich veröffentlichten Bericht der US – Handelskammer und der Rhodium Group wurde festgestellt, dass Trumps Zölle auf chinesische Waren im Wert von 250 Milliarden US-Dollar die Wettbewerbsfähigkeit des amerikanischen Informationstechnologiesektors stark beeinträchtigen.

Und wenn die Tarife weiter bestehen bleiben, würden sie auch das BIP der USA innerhalb von 10 Jahren um mindestens eine Milliarde US – Dollar reduzieren, warnen die Experten.

Alle Augen sind daher auf den bevorstehenden Gipfel zwischen Präsident Donald Trump und dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping gerichtet, der voraussichtlich im April stattfinden wird. Erst danach wird sich wirklich zeigen, ob die Führer der beiden Supermächte in der Lage sein werden, einen Handelsvertrag zu schließen.

Sollte im April zwischen den beiden Supermächten allerdings kein Handelsvertrag zustande kommen, wird der globale Handel weiterhin empfindlich gestört werden. Das dürfte sich dann auch weiter negativ auf die thailändischen Exporte auswirken, kalkulieren die Experten.

 

  • Quelle: The Nation