Gibt Suthep jetzt die Befehle in Thailand?

pp Bangkok. Am Dienstagabend trat Protestführer Suthep auf die Rednerbühne vor dem Regierungssitz und wendete sich in seiner Ansprache nicht nur an die Ministerpräsidentin sondern auch an die Polizei und das Militär.

Nachdem er erklärt hatte, dass Yinglak seiner Aufforderung nach einem Rücktritt nicht nachgekommen sei, habe er nun einen „Zusatzauftrag“ für die Demonstranten. Er erklärte, dass die Chinnawat Familie die nächsten Ziele der Anti-Regierungs-Demonstranten sei und bat auch die Polizei und das Militär um Unterstützung.

Er forderte seine Anhänger auf, ihre Proteste nun gegen die Kabinettsmitglieder und die Chinnawat Familie zu richten, da diese „die Befehle“ des „Demokratischen Volks Reform Komitees“ (PdRC) ignorieren würden.

Außerdem, so erklärte er weiter, habe die PdRC die Polizei aufgefordert, nun rechtliche Schritte gegen Frau Yinglak und ihr Kabinett einzuleiten. Die PdRC habe den Polizeibeamten den Auftrag erteilt, zu ihren üblichen Aufgaben zurückzukehren. Dazu setzte er ihnen eine Frist von 12 Stunden.

„Weiterhin haben wir auch das Militär aufgefordert, sich für die Sicherheit der staatlichen Büros einzusetzen“, fügte er hinzu.

Armeechef Prayuth Chan-OCHA wies ein am Dienstag verbreitetes Gerücht zurück, bei dem behauptet wurde, dass er sich zusammen mit dem ehemaligen Verteidigungsminister General Prawit Wongsuwon, dem ehemaligen Armeechef General Anupong Paojinda und Herrn Suthep auf einer Militärbasis getroffen habe.

General Prayuth sagte, er habe sich nicht mit Suthep getroffen. General Prawit wäre in seinem Haus in Lat Phrao und liege mit einer Erkältung im Bett, während sich General Anupong im Ausland aufhalten würde. Ein solches Treffen könne also gar nicht stattgefunden haben.

Der stellvertretender Armeesprecher, Col Winthai Suwaree sagte bei einer weiteren Erklärung, dass General Prayuth sehr besorgt über die politische Lage sei. Der Armeechef ist weder passiv, noch fühlt er sich bei der derzeitigen Lage besonders wohl. Er versucht neue Möglichkeiten zu finden, um das Problem so schnell wie möglich zu lösen, fügte der Armeesprecher hinzu.