Obwohl er rechtlich für Tod erklärt wurde, sucht eine dänische Familie seit 1999 auf Phuket weiter nach dem Ehemann und Vater

Obwohl er rechtlich für Tod erklärt wurde, sucht eine dänische Familie seit 1999 auf Phuket weiter nach dem Ehemann und Vater

Phuket. Seit 1999 wird er dänische Familienvater Soren Baisgaard auf Phuket vermisst. Die dänische Regierung hat den Mann bereits für Tod erklärt. Trotzdem glaubt seine Familie und die Kinder daran dass Soren immer noch am Leben ist und sich irgendwo in Thailand aufhalten könnte.

Im Jahr 1999 wurde Soren Baisgaard als Angestellter eines Reisebüros eines großen Unternehmens mit einem angeblichen Betrug konfrontiert. Noch am selben Tag wurde er auf einem Flug nach Phuket gesehen, einem Ort, an dem er bereits früher zusammen mit seiner Familie Urlaub gemacht hat.

Am 2. Dezember buchte er sich auf das Zimmer 408 im Holiday Inn in Patong ein. Nach ein paar Tagen im Hotel verlängerte Herr Baisgaard seinen Aufenthalt für drei weitere Nächte. Nach dem 5. Dezember wurde er aber von niemandem mehr gesehen, berichtet seine Ehefrau Lone Eghave Jensen.

In einem „Auf Wiedersehen“ Brief habe er erklärt, dass er bei einem Betrug erwischt wurde und deshalb seine Familie, damit es ihr besser gehe, verlassen würde. Deshalb glaube sie, dass er immer noch am Leben sei, sagt seine Ehefrau weiter.

„Zu dieser Zeit dachte ich noch, dass er wie immer unterwegs und zurückkommt“, sagte sie weiter. „Aber er kam nicht zurück und ich begann darüber nachzudenken, was wohl aus unserer Familie wird“, berichtet sie weiter. „Auch unsere kleine Tochter konnte nicht verstehen, warum ihr Vater so plötzlich verschwand“.

„Ich glaube nicht, dass er nach dem Verschwinden aus einem Hotel gestorben ist. Wenn er einen natürlichen Tod gestorben wäre, hätten ihn die Behörden gefunden und uns benachrichtigt“, sagt seine Frau weiter.

„Wir wollen unseren Vater finden“, berichten seine mittlerweile erwachsenen Töchter ebenfalls. „Es ist jetzt 16 Jahre her und wir sind Erwachsen. Wir wollen hauptsächlich Antworten auf unsere Fragen. Es ist zu spät, um jetzt noch unseren Vater zurückzubekommen“, sagen seine Töchter.

Bei der damaligen Überprüfung in seinem Hotelzimmer fanden die Beamten alle seine persönlichen Gegenstände. Auf den ersten Blick sah alles wie Selbstmord aus, wird berichtet. In dem Zimmersafe fanden die Beamten seinen Reisepass, eine Master-Karte, seinen Führerschein, eine Reihe von Mitgliedskarten sowie Kronen und US-Dollar.

In seinem Schrank hingen ein dunkler Anzug, eine Lederjacke, fünf Hemden, zwei Hosen sowie weitere persönliche Gegenstände wie Schlüssel, Zigaretten, Zeitschriften, Handschuhe, Krawatten, Kosmetik usw. Au0erdem wurde ein Brief an seine beiden Töchter gefunden. „Liebe Malene und Marie. Ich liebe euch, Dad“.

Das einzige was fehlte waren vier Flaschen Codein Medizin für eine Krankheit, an der er litt. Nachdem seine Frau eine Vermisstenanzeige angereicht hatte, startete die Polizei in Thailand zusammen mit Interpol die Suche nach dem Mann. Allerdings mussten sie die Ermittlungen mit leeren Händen wieder einstellen.

„So lange mein Mann noch nicht für Tod erklärt wurde“, berichtet seine Frau, „bekamen wir keine finanzielle Unterstützung. Ohne sein schriftliches Einverständnis konnte ich nichts unternehmen. Seine Konten und seine Versicherungen wurden geschlossen, solange er noch nicht als Tod galt“.

Ein eingesetzter Treuhändler erreichte dann, dass Herr Soren im Jahr 2011 für Tod erklärt wurde. Bevor er allerdings für Tod erklärt wurde, erschien noch einmal ein Bericht in der lokalen Presse auf Phuket. Daraufhin ging ein Telefongespräch bei dem zuständigen Gericht in Dänemark ein, dass angeblich von Soren Baisgaard geführt wurde. Dummerweise wurde das Gespräch nicht mitgeschnitten.

In einem dänischen Dokumentarfilm wurde das Telefongespräch anhand der Aussage des Gerichtsmitarbeiter zitiert: „Hier ist Soren Baisgaard. Was wollen sie? Geht es um den Betrugsfall gegen mich?“ „Nein“, sagte der Gerichtsmitarbeiter, nachdem er sich die entsprechende Akte angesehen hatte. „Wer ist Lone Eghave Jensen?“ wollte der Mitarbeiter wissen. „Das ist die Mutter meiner beiden Kinder“, soll der Mann gesagt haben. „Können sie mich nicht einfach in Ruhe lassen…“  Dann soll der Anrufer aufgelegt haben.

„Das alles war für uns sehr verwirrend und wir glauben, dass er immer noch am Leben ist. Ich möchte ihn heute nur noch fragen, warum er so feige war und uns verlassen hat. Hat er wirklich geglaubt, wir wären ohne ihn besser dran? Er hat ganze 16 Jahre verpasst. Seine Töchter wollten unzählige Male, dass ihr Vater zurückkommt. Jetzt ist es zu spät“.

Falls Herr Baisgaard noch am Leben ist, wird er jetzt 56 Jahre alt sein. Jeder der ihn gesehen hat oder glaubt ihn zu kennen kann sich unter der E-Mail [email protected] oder unter der Telefon Nummer 086-788 2050 oder +45 301 01 113 melden.