Was als Verkehrsunfall in Pattaya begann, hat sich rasch zu einer großangelegten kriminellen Untersuchung entwickelt, nachdem die Polizei in einem Wohnhaus illegale Waffen und ein großes Waffenlager sowie mögliche Verbindungen zu grenzüberschreitenden Betrugsnetzwerken entdeckt hatte.

Autounfall in Pattaya löst umfangreiche Ermittlungen der Polizei aus

PATTAYA. Der Unfall eines Chinesen führte die Polizei zu einem Waffenlager und möglichen Verbindungen zu Betrugsfällen, schreibt Wisawaporn Jukgoljun.

Was als Verkehrsunfall in Pattaya begann, hat sich rasch zu einer großangelegten kriminellen Untersuchung entwickelt, nachdem die Polizei in einem Wohnhaus illegale Waffen und ein großes Waffenlager sowie mögliche Verbindungen zu grenzüberschreitenden Betrugsnetzwerken entdeckt hatte.

Im Mittelpunkt des Falls steht Sun Mingchen, ein 31-jähriger chinesischer Staatsbürger, dessen umgekipptes Auto in der Provinz Chon Buri die Polizei zur Entdeckung illegaler Schusswaffen veranlasste und eine Ausweitung der Ermittlungen auf seine Aktivitäten, Finanzen und Kontakte auslöste.

Die Ermittlungen begannen am Abend des 8. Mai, nachdem Beamte der Polizeistation Na Jomtien zu einem Unfall mit einem umgekippten Pkw im Bezirk Bang Lamung in Chon Buri gerufen worden waren. Keiner der Insassen – Herr Sun, der am Steuer saß, und eine mit ihm reisende taiwanesische Frau – wurde schwer verletzt.

Die Beamten wurden jedoch misstrauisch, nachdem sie eine Handfeuerwaffe im Fahrzeug entdeckt hatten. Dieser Fund veranlasste die Polizei, Herrn Sun festzunehmen und die Ermittlungen auszuweiten.

Bei einer anschließenden Durchsuchung seines Wohnsitzes in Tambon Huai Yai wurde ein großes Waffenlager entdeckt, wie die Behörden mitteilten. Das Lager umfasste Berichten zufolge Gewehre militärischen Typs wie M16, C4-Sprengstoff, Munition, Schutzwesten und Ausrüstung zum Umgang mit Sprengstoffen.

Laut thailändischen Medienberichten ähnelten einige der Geräte Sprengfallen, andere wiederum Bestandteilen von Selbstmordwesten.

Die Entdeckung löste sofort Sicherheitsbedenken aus und führte zu einer umfassenderen, behördenübergreifenden Untersuchung.

Die Aussage von Herrn Sun – und die Zweifel der Polizei

 

Was als Verkehrsunfall in Pattaya begann, hat sich rasch zu einer großangelegten kriminellen Untersuchung entwickelt, nachdem die Polizei in einem Wohnhaus illegale Waffen und ein großes Waffenlager sowie mögliche Verbindungen zu grenzüberschreitenden Betrugsnetzwerken entdeckt hatte.
Was als Verkehrsunfall in Pattaya begann, hat sich rasch zu einer großangelegten kriminellen Untersuchung entwickelt, nachdem die Polizei in einem Wohnhaus illegale Waffen und ein großes Waffenlager sowie mögliche Verbindungen zu grenzüberschreitenden Betrugsnetzwerken entdeckt hatte.

 

Während der Vernehmung erklärte Herr Sun den Ermittlern, er sei ein Waffenliebhaber und habe die Waffen online als Teil einer persönlichen Sammlung erworben.

Er behauptete außerdem, an Depressionen zu leiden und die Waffen benutzen zu wollen, um sich das Leben zu nehmen.

Die Polizei erklärte, die Erklärung habe sie nicht überzeugt.

Generalleutnant Trairong Piwpan, Sprecher der Königlich Thailändischen Polizei, sagte, die Ermittler würden weiterhin den beabsichtigten Zweck der Waffen untersuchen und prüfen, ob diese mit umfassenderen kriminellen Aktivitäten in Verbindung stehen.

Der Fall erregte zusätzliches Aufsehen, nachdem online unbestätigte Behauptungen kursierten, Herr Sun habe ChatGPT genutzt, um sich zu Sabotageakten beraten zu lassen. Die Behörden stellten später klar, dass die Ermittler lediglich allgemeine Suchanfragen im Zusammenhang mit Schusswaffen und Waffen gefunden hatten.

Fragen zur Identität und zum Hintergrund

Im Zuge der Ausweitung der Ermittlungen begannen die Behörden, den Hintergrund und die Reisehistorie von Herrn Sun genauer unter die Lupe zu nehmen.

Die Polizei gab an, er sei häufig gereist und seit 2020 mehrmals nach Thailand eingereist, zuletzt am 27. Januar mit einem Wiedereinreisevisum. Außerdem wurde bei ihm ein rosafarbener Ausweis gefunden, der an Nicht-Thailänder mit Wohnsitz in Thailand ausgestellt wird.

Später wurde im Internet spekuliert, dass er möglicherweise eine andere Identität benutzt habe, um die thailändische Staatsbürgerschaft zu erlangen.

Die Provinzverwaltung wies die Behauptung zurück und erklärte, dass es sich bei dem online identifizierten thailändischen Staatsbürger um eine andere Person handle, die die thailändische Staatsangehörigkeit bereits Jahre zuvor auf legalem Wege erworben habe.

Die Polizei befragte auch die frühere thailändische Ehefrau von Herrn Sun, nachdem sie Adressen ausfindig gemacht hatte, die mit seinen Meldeunterlagen in Verbindung standen.

Die Ermittler gaben an, dass das Paar 2021 geheiratet und sich letztes Jahr scheiden lassen hatte. Seine Ex-Frau soll der Polizei mitgeteilt haben, dass ihr Name in mehreren Rechts- und Geschäftsregistrierungen im Zusammenhang mit Herrn Suns Mietwagengeschäft und anderen Unternehmungen verwendet worden sei.

Links zu kambodschanischen Betrugsnetzwerken

Die Polizei gibt an, es gebe keine Beweise dafür, dass Herr Sun Anschläge innerhalb Thailands geplant habe. Die Ermittler vermuten jedoch, dass die Waffen mit organisierter Kriminalität jenseits der Grenze in Verbindung stehen könnten.

Ermittler der Abteilung für Cyberkriminalität haben Berichten zufolge Transaktionen im Wert von mehreren zehn Millionen Baht entdeckt, die mit Bankkonten und Kryptowährungs-Wallets in Verbindung stehen, die angeblich mit in Kambodscha operierenden Betrugsnetzwerken verbunden sind.

Die Behörden entdeckten zudem Chatprotokolle, Bilder von Waffentrainings und weiteres Material, das darauf hindeutet, dass Herr Sun seit Ende letzten Jahres Waffen angehäuft hatte. Die Ermittler vermuten, dass das Waffenarsenal für Konflikte oder zum Schutz rivalisierender Betrügerbanden jenseits der Grenze bestimmt war.

Die thailändische Militärjournalistin Wassana Nanuam behauptete unter Berufung auf ungenannte Sicherheitsquellen, Herr Sun sei eine hochrangige Persönlichkeit innerhalb solcher Netzwerke und habe Thailand als sicheren Stützpunkt genutzt.

Als Reaktion auf die Behauptung sagte Thanat Suwannanon, Chef des Nationalen Geheimdienstes, die Behörden hätten Verbindungen zwischen Herrn Sun und Betrugsoperationen festgestellt, könnten aber nicht bestätigen, ob er eine Führungsrolle innehatte.

Schwerpunkt auf illegalen Schusswaffentransfers

Die Ermittlungen haben auch Fragen darüber aufgeworfen, wie gesperrte Schusswaffen in den Umlauf gelangen konnten.

Der Chef des Metropolitan Police Bureau, Generalleutnant Sayam Boonsom, sagte, dass mehrere bei Herrn Sun beschlagnahmte Handfeuerwaffen ursprünglich Dienstwaffen der Polizei gewesen seien, die Beamten im Rahmen spezieller Beschaffungsprogramme ausgehändigt wurden.

Gemäß den thailändischen Vorschriften ist der allgemeine Weiterverkauf solcher Waffen nicht gestattet; sie dürfen nur an Erben vererbt werden.

Die Polizei geht davon aus, dass einige der Waffen mehrfach den Besitzer wechselten, bevor sie in den Besitz von Herrn Sun gelangten, wobei mindestens eine Übergabe bis ins Jahr 2011 zurückreicht.

Die Ergebnisse haben Ermittlungen gegen aktuelle und ehemalige Polizeibeamte ausgelöst, die im Verdacht stehen, an illegalen Waffentransfers beteiligt gewesen zu sein.

Haft und medizinische Behandlung

Nach seiner Festnahme wurde Herr Sun auf einer Polizeiwache in Pattaya festgehalten. Dort verweigerte er laut Behördenangaben mehrere Tage lang die Nahrungsaufnahme und wirkte stark gestresst. Am 11. Mai wurde er in die Untersuchungshaftanstalt Pattaya verlegt, später jedoch wegen Krampfanfällen ins Krankenhaus eingeliefert.

Die Justizvollzugsbehörde teilte mit, dass das medizinische Personal Anzeichen einer Überdosis persönlicher Medikamente festgestellt habe. Er wurde auf der Intensivstation behandelt und sein Zustand stabilisierte sich später.

Die Behörden gaben an, dass er weiterhin unter strenger Aufsicht stehe, um weitere Selbstmordversuche zu verhindern.

Ausweitung der Ermittlungen

Die Polizei hat mindestens fünf thailändische Verdächtige im Zusammenhang mit dem Waffenschmuggelnetzwerk angeklagt. Unter ihnen befinden sich aktive und ehemalige Militärangehörige, ein Schießstandausbilder und eine Person, die beschuldigt wird, Bankkonten für Waffengeschäfte bereitgestellt zu haben.

Alle haben die Vorwürfe zurückgewiesen und wurden bis zu weiteren Ermittlungen freigelassen.

Die Behörden gaben an, dass sie weiterhin Unternehmen untersuchen, die mit Herrn Sun in Verbindung stehen, seine Finanzaktivitäten und mögliche Verbindungen zum organisierten Verbrechen.

Die Polizei geht derzeit noch davon aus, dass die Ermittlungen eher auf organisierte Kriminalität als auf Terrorismus hindeuten. Der Fund von Sprengstoff, Waffen militärischen Typs und mutmaßlichen Verbindungen zu einem Betrugsnetzwerk hat jedoch dafür gesorgt, dass der Fall weiterhin unter intensiver öffentlicher Beobachtung steht.

 

  • Quelle: Bangkok Post