Der Horror im Tigertempel von Kanchanaburi geht weiter

Der Horror im Tiger Tempel von Kanchanaburi geht weiter

Kanchanaburi. Bei ihren Ermittlungen und Untersuchungen in dem umstrittenen Tiger Tempel von Kanchanaburi sind die Ermittler auf weitere Spuren und Beweise gestoßen. Erst gestern wurde bei der Durchsuchung ein Pickup gefunden, auf dem sich mehr als 1.000 Amulette, neun Tigerzähne, diverse Tigerfelle und dutzende Gefäße mit toten Tieren und Tierteilen befanden. Der Pickup wollte mit seiner illegalen Ladung den Tempel verlassen. Alle Gegenstände wurden von den Beamten als Beweismittel sichergestellt. Der ThailandTIP hatte darüber berichtet.

Horror-im-Tigertempel-Kanchanaburi_03Die Verhaftung der Männer in dem Pickup führte dann zu weiteren Untersuchungen von einer unbewohnten Wohnanlage innerhalb des Tempels. Hier wurden die Beamten erneut fündig und konnten eine weitere große Anzahl von Tigerfellen und Tigeramulette finden, die zwischen den Almosenschalen der Mönche versteckt waren. Natürlich wurden auch hier alle Gegenstände als Beweismittel sichergestellt.

Horror-im-Tigertempel-Kanchanaburi_01„Wir vermuten, dass die Mönche die Tigerfelle und die Amulette unter dem Vorwand ihrer üblichen Almosen Runden am Morgen aus dem Tempel geschmuggelt haben“, sagte Adisorn Noochdumrong, der stellvertretende Direktor des Department of National Parks, Wildlife and Plant Conservation (DNP).

Der Direktorin des Wildlife Conservation Office Frau Tuenchai Noochdumrong sagte dazu, dass bereits zahlreiche Beschwerden in ihrem Büro eingingen, nachdem am Mittwoch mehrere Tierkadaver in dem Tempel gefunden wurden. Den Bericht dazu können sie hier lesen.

dead tiger cubs„Wir haben bei unseren Untersuchungen festgestellt, dass in mehr als 50 Gläsern totgeborene Tigerbabys eingelegt waren“, sagte Frau Tuenchai. „Ab jetzt können wir versuchen, die weiteren mehr als 20 Tigerbabys zu finden, die als Touristenattraktion vermarktet wurden. Touristen konnten diese Tigerbabys gegen eine entsprechende Bezahlung mit der Flasche füttern“.

„Diese 20 Tigerbabys waren noch sehr jung, vielleicht nur ein oder zwei Monate alt und sind ebenfalls aus dem Tempel spurlos verschwunden“, berichtet sie weiter.

Die Enthüllungen über den grausamen Fund sorgten weltweit für internationale Schlagzeilen und Entrüstung unter den Lesern. Dadurch wurde der Verdacht auf den Handel mit exotischen Tigerteilen in dem buddhistischen Tempel, der Jahrelang Tausende von Touristen angezogen hat, weiter erhärtet.

Am Freitag gab die UN dazu eine Erklärung ab. „Die gemeldete Entdeckung von 70 toten Tigerjungen, Tigerfellen, Talismane, Amulette und andere Teile von Wildtieren in einem buddhistischen Tempel in Thailand ist ein Schock für viele auf der ganzen Welt“.

Während die Umstände ihres Todes noch immer unklar und traurig sind, repräsentieren diese toten Tigerbabys nur einen winzigen Teil der enormen Ausdehnung des illegalen Handels mit toten Wildtieren. Diese Arten befinden sich auch durch den illegalen Handel im Aussterben, heißt es in der Erklärung der UN weiter.

Tatsächlich sind heute nur noch etwa 4.000 Tiger in freier Wildbahn zu finden. Bis es wirklich zum Erliegen des illegalen Handel mit Wildtieren kommt, werden wir wahrscheinlich noch mehr solcher „Horroranstalten“ für wilde Tiere sehen, berichtet die UN.

Die lobenswerte Aktion der thailändischen Behörden, in Zusammenarbeit mit den internationalen Tierschützern und der Abteilung für Nationalparks, für Tier- und Pflanzenschutz betont die Notwendigkeit einer ständigen Wachsamkeit und einer Kontrolle durch die Strafverfolgungsbehörden.

Bisher wurden 104 der registrierten 147 Tiger aus dem Tempel entfernt und auf zwei stattliche Zuchtstationen in Ratchaburi verteilt.

 

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