Chronologie der Fehler des Gouverneurs Sukhumbhand Paribatra von Bangkok

Chronologie der Fehler des Gouverneurs von Bangkok, Sukhumbhand Paribatra

Bangkok. Wie berichtet, wurde Bangkoks Gouverneur Sukhumbhand Paribatra am 26. August 2016 von Premierminister Prayuth Chan-o-cha unter Berufung auf den Artikel 44 mit sofortiger Wirkung vom Dienst suspendiert.

Natürlich besteht kein Zweifel daran, dass Gouverneur Sukhumbhand für die Bürger Bangkoks immer nur das Beste wollte und Tag und Nacht an diesem Vorhaben gearbeitet hat. Das dabei gelegentlich eventuell auch etwas Geld in seinen eigenen Taschen oder in den Taschen von Freunden oder Geschäftspartnern landete, ist sicherlich nur ein böses Gerücht. Der Gouverneur war stets bemüht, sein Bestes zu geben und dafür auch das Beste zu empfangen.

Eigentlich wollte der Ex-Gouverneur Sukhumbhand Paribatra erst im nächsten Jahr von seinem Posten zurücktreten. Daraus wird nun leider nichts mehr, da ihm Premierminister Prayuth diese Arbeit bereits abgenommen und ihn fristlos mit sofortiger Wirkung von Dienst suspendiert hat. Dabei wird ihm hauptsächlich Korruption im Amt vorgeworfen.

Chronologie der Fehler des Gouverneurs Sukhumbhand Paribatra von Bangkok

Chronologie der Fehler des Gouverneurs Sukhumbhand Paribatra von Bangkok

Sieben Jahre war Sukhumbhand Paribatra im Amt, in denen er Bangkok gedient hat. Als erstes machte er auf sich aufmerksam, als er im
Oktober 2011 während der Flutkatastrophe eine Wasser-Räumungs-Zeremonie veranstaltete.

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Im Oktober 2011 wurde Bangkok von einem verheerenden Hochwasser getroffen durch dass die Bewohner und die Geschäftsleute gezwungen waren, ihre Eingänge und die Wände mit Sandsäcken gegen die Flut zu schützen. Tausende Autofahrer hatten damals alle Verkehrsregeln missachtet und die zahlreichen Überführungen in Bangkok zum Parkplatz für ihre Fahrzeuge umfunktioniert.

Zahlreiche Bereiche in Bangkok und in der Umgebung standen unter Wasser und die Situation hatte schon sehr bald einen kritischen Punkt erreicht. Da hatte Ex-Gouverneur Sukhumbhand die rettende Idee: Er hielt eine traditionelle „Wasser-Räumungs-Zeremonie“ am Schrein der Stadtsäule ab und betete dafür, dass der Wasserstand in Bangkok so schnell wie möglich zurückgeht.

 

Während der Überschwemmung im November 2011 ordnet er eine falsche Evakuierung an.

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Im November 2011 brach erneut ein starkes Hochwasser über Bangkok herein und die Bürger der Stadt waren in großer Panik und befürchteten, dass ihre Häuser jederzeit von dem Hochwasser eingeschlossen werden können.

In dieser besonders brenzligen Situation ordnete die Stadtverwaltung in Bangkok (BMA) zusammen mit dem Gouverneur schriftlich die Evakuierung der der Bewohner von Phaya Thai an. Dumm war allerdings, dass ausgerechnet Phaya Thai zu den Teilen der Stadt gehörte, die am wenigsten von dem Hochwasser betroffen waren.

Nach diesem peinlichen Fauxpas erklärter er gegenüber den Medien: „Jeder kann mal einen Fehler machen. Es sind letzten Endes die Menschen die entscheiden müssen ob sie der BMA vertrauen oder nicht“! Ach sooo. NA KLAR!

 

Im September 2012 lässt er für viel Geld eine Futsal Arena für die FIFA bauen. Die FIFA weigerte sich allerdings, diese Arena zu benutzen.

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Als Gastgeber der 2012er FIFA Futsal- Weltmeisterschaft hat die BMA gigantische 1,2 Milliarden Baht ausgegeben, um auf magische Weise in Rekordzeit einen neue Futsal-Arena zu schaffen. Sie sollte später unter dem Namen „Bangkok-Arena“ in die Geschichte der Stadt eingehen.

Das Stadion wurde in der Hälfte der festgesetzten Zeit, in nur 250 Tagen „dahingezimmert“. Als sich die FIFA den Bau ansah, hatten sie erhebliche Sicherheitsbedenken und verzichteten auf das Stadion. Stattdessen fanden die Veranstaltungen der FIFA im Indoor Stadion Huamark statt.

Sukhumbhand entschuldigte sich später und sagte, dass er sich nur bemüht habe, um den Bau der 15.300 qm großen Arena noch rechtzeitig fertig zu bekommen. Schließlich redete er sich weiter damit raus, dass er dieses Stadion nicht für die FIFA, sondern für die Bangkoker Bürger gebaut habe.

 

Beim Bau eines riesigen Abwassertunnels im Oktober 2012 soll er angeblich ebenfalls gelogen haben.

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Nach mehreren Überschwemmungen in der Hauptstadt verkündete die BMA, dass man nun für die Rama IX und die Ramkhanghaeng Straße den Bau eines Entwässerungstunnel in Angriff nimmt, die für die Zukunft alle Probleme lösen wird.

Nachdem auch dieser einzigartig teure Tunnel bei der ersten Überschwemmung scheiterte, und die Medien von einem Flop sprachen, verteidigte Sukhumbhand „seinen“ Tunnel und erklärte, dass es eine „Jahrhundertflut“ war, die Bangkok die größten Niederschläge seit den letzten 50 – 100 Jahren gebracht habe.

Allerdings meldete sich kurz darauf das thailändische Meteorologische Institut zu Wort und erklärte, dass sie keine Ahnung hätten, woher Sukhumbhand seine Informationen oder seine Statistiken bekäme. Offenbar war der tatsächliche Niederschlag in dem bewussten Monat, im September 2012 nur 340,7 Millimeter und weit entfernt von einem Hochwasser Rekord wie ihn Sukhumbhand angekündigt hatte.

 

Im Januar 2013 trat er angeblich einen Tag vor dem Ende seiner Amtszeit zurück und verdiente sich so weitere 15 Tage Verlängerung für seine Wiederwahl.

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Nur einen Tag vor dem Ende seiner Amtszeit 2013 trat Sukhumbhand „aus Liebe zu seinem Amt“ freiwillig zurück und konnte sich damit zusätzliche 15 Tage für die nächste Gouverneurswahl im Januar sichern. Wie sich im Nachhinein herausstellte, kam ihm diese Aktion zu Gute und er gewann die Wahl.

Laut dem BMA Gesetz muss die Wahl eines Gouverneurs innerhalb von 45 Tagen abgehalten werden. Aber für den Fall, dass ein Gouverneur von seinem Amt zurücktritt, kann diese Frist auf 60 Tage verlängert werden. Das bedeutet, dass der Gouverneur dann weitere 15 Tage hat und für einen längeren Zeitraum werben kann. Und genau darauf hatte es der Ex-Gouverneur abgesehen und mit seiner Strategie auch Erfolg gehabt.

 

Während der Flut 2015 erklärte er den leidenden Flutopfern dass Bangkok eine „Hochwasser Stadt“ sie lieber auf einen hohen Berg auswandern sollten.

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Nach Jahren der erfolglosen Versuche, das Hochwasser in Bangkok wenigstens halbwegs in den Griff zu kriegen, war er von den häufigen Fragen der Journalisten, wie sich Bangkok auf das nächste Hochwasser vorbereiten würde derart genervt, dass er viele Fragen der Reporter nur noch mit einem „Fuck You“ beantwortete.

Ein Reporter fragte ihn, ob es überhaupt Bereiche in Bangkok geben würde, in denen man vor einer Überschwemmung sicher sei, antwortete er erneut mit seinen zwei zuvor zitierten Worten. Dann fügte er bissig hinzu: „Es gibt immer noch viele riskante Bereiche, die überflutet werden können. Bangkok ist eine Wasserstadt, Bangkok ist eine Stadt mit viel Regen. Es ist unmöglich, hier ohne das Risiko von Überschwemmungen zu leben“.

Auf die Frage, wie man den vielen Flutopfern helfen könnte sagte er: „Wenn sie in einem sicheren Bereich leben wollen,  dann sollten sie lieber auf einen hohen Berg ausweichen“. Weitere Fragen über die Hilfe für Flutopfer schmetterte er ab.

 

Im Dezember 2015 wird er mit einer 40 Millionen Baht Investition der Herr des Lichts.

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Im Dezember letzten Jahres setzte er sich buchstäblich erneut ins Rampenlicht. Mit seinem „Geschenk an die Bürger“, einer 40 Millionen Baht teuren Lichtanlage vor dem Rathaus der Stadt zum Jahreswechsel kam er erneut ins Gerede.

Laut den Berichten war bei dem 40 Millionen Baht Projekt von Korruption die Rede, weil er angeblich einen Rücklage für Notfälle „angezapft“ und die Gelder für die Lichtanlage verbraten hat. Selbst dem Stadtrat fehlten bei dieser protzigen Ausgabe die Worte. Er hatte nach eigenen Aussagen den rechtswidrigen Ausgaben der Gelder nicht zugestimmt. Sukhumbhand hatte den Stadtrat einfach übergangen und das Projekt in Auftrag gegeben.

Mittlerweile wurde alleine wegen dieses Vorfalls das Zentrum für Nationale Anti-Korruption eingeschaltet und ermittelt in dieser Angelegenheit gegen den Ex-Gouverneur Sukhumbhand Paribatra.

 

Im Juni 2016 gönnt er sich eine Renovierung seines Büros. Kosten dafür: 16, 5 Millionen Baht!

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Nach der Kontroverse über sein 40 Millionen Baht Neujahrs Licht Projekt musste sich Sukhumbhand im Juni 2016 weitere Kritik über seine maßlosen Ausgaben gefallen lassen. Laut Berichten der lokalen Medien hatte er sich mal eben sein Büro renovieren lassen. Die Kosten für die Umgestaltung seines Büros betrugen satte 16,5 Millionen Baht.

Am meisten ärgerte die Bürger eine Liste von luxuriösen Elementen in seinem Büro, die der „Somchai-Normalbürger“ niemals leisten könnte:

  • Ein Esstisch im Wert von 130.500 Baht
  • Zwei Stühle mit Armlehnen für 122.400 Baht
  • Acht Stühle ohne Armlehnen für 436.000 Baht
  • Alleine für das Essen und Trinken zur Neueröffnung seines Büros verschlangen satte 688.900 Baht.

Wie viele notleidende Bürger Bangkoks hätten sich von dieser Summe einmal satt Essen können, fragte damals die lokale Presse.

  • Sein Büro wurde ebenfalls mit einem 75“ Zoll Fernseher 329.900 Baht und einem Blu-ray DVD Plaxer (3.990 Baht) ausgestattet.

Aaah OK, Natürlich brauchen alle Bedienstete der Stadt für ihre Arbeit unbedingt ein DVD-Player, unkte damals die lokale Presse. Auf die Frage, warum er einen so riesigen Fernseher braucht gab er zur Antwort, dass er damit ein besseres Auge auf die Stadt und auf die Überschwemmungen haben würde.

 

Trotz Überschwemmungen im Juni 2016 streitet Sukhumbhand das Hochwasser in Bangkok ab und behauptet: Bangkok wurde nicht überflutet.

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Nachdem am 21. Juni erneut die gesamte Stadt von schweren Niederschlägen getroffen und Überschwemmt wurde, war Sukhumbhand nicht bereit zuzugeben, dass Bangkok erneut ein Hochwasserproblem hat und überflutet wurde.

Er entschuldigte sich für die Unannehmlichkeiten die das „bisschen Wasser“ verursacht habe. Man müsse es einfach nur ablaufen lassen, dann wäre auch schon wieder alles in Ordnung, fügte er hinzu.

 

Sukhumbhand genehmigt den Kauf von Mini-Feuerwehrwagen, obwohl ihre Nutzung sehr fragwürdig ist.

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Als letzte Glanzleistung während der Amtszeit des Gouverneurs kaufte die BMA 20 Mini-Feuerwehr Fahrzeuge für Gesamtkosten von 160 Millionen Baht. Dabei wurden Standard ATVs etwas angepasst und mit einem preiswerten Feuerlöscher ausgestattet.

„Die Feuerwehrfahrzeuge sind angepasste ATVs, auf denen zusätzliche Windschutzscheiben und billige Feuerlöscher installiert wurden. Sie sehen sehr bizarr aus und sollen pro Stück 2,5 Millionen Baht gekostet haben. Die Abbiege Blinklichter sind so kein wie ein Daumen. Die Rücklichter sin kleine Kästchen. Wenn sie mit den Dingern fahren, können sie im Rückspiegel nichts sehen oder erkennen. Nur Superhelden können mit diesen Feuerwehrautos fahren und sie nutzen“, berichtet der ehemalige Demokrat Wilart Chanpithak.

Laut der offiziellen Preisliste von Polaris liegen die teuersten Modelle ohne die Umbauten bei rund 600.000 Baht. Bei einem Kauf von 20 Fahrzeugen kann man bestimmt noch mit einem entsprechenden Rabatt rechnen. Der Umbau der Windschutzscheibe und die Aufrüstung der Feuerlöscher sollen also demnach mit zwei Millionen Baht zu Buche schlagen.

Die BangkokPost berichtet, dass alleine die Feuerlöscher in den Fahrzeugen dreimal mehr als der normale Marktpreis gekostet haben. Sukhumbhands Sprecher, Herr Wasan Meewong erklärte dazu, dass es sich dabei um eine deutsche Technologie handelt die nun Mal ihren Preis habe. „Und solange wie diese Fahrzeuge der Allgemeinheit dienen, sind sie ihr Geld wert“, fügte er hinzu.

Sukhumbhand selber weigerte sich mit den Journalisten über die Feuerwehr Autos zu sprechen und schickte sie zu seinem Sprecher.

Premierminister Prayuth verteidigt die Anwendung des Artikels 44 zur Suspendierung von Bangkok Gouverneur

Premierminister Prayuth verteidigt die Anwendung des Artikels 44 zur Suspendierung von Bangkok Gouverneur

Nachdem er nun sieben Jahre lang an der Macht war, sind wir nicht sicher, ob wie ihn wirklich vermissen werden, schreibt die Bangkok.Coconuts.

 

Quelle: BangkokCoconuts