BANGKOK. Thailands ehemaliger Premierminister Thaksin Shinawatra (links) umarmt seine Tochter und den neu gewählten Premierminister Paetongtarn Shinawatra vor der königlichen Bestätigungszeremonie zur Ernennung Paetongtarns zum neuen Premierminister Thailands in der Parteizentrale der Pheu Thai in Bangkok, Thailand, Sonntag, 18. August 2024.
Der Historiker Attachak Satayanuruk von der Universität Chiang Mai forderte Thaksin Shinawatra auf, seine politischen Machenschaften hinter den Kulissen bezüglich seiner Tochter und neu ernannten Premierministerin Paetongtarn Shinawatra einzustellen.
Diese Kommentare erfolgen im Licht der laufenden Gerichtsverfahren gegen Thaksin und Paetongtarn, mit denen das als geteilte und verfassungswidrige Machtgefüge beschriebene Ende erreicht werden soll.
Attachak äußerte Bedenken, dass Thaksin, der faktische Chef der Pheu Thai Partei, nicht nur als Strippenzieher agiert, sondern auch unnötige Aufmerksamkeit auf politischer Ebene auf sich gezogen habe. „Es ist an der Zeit, dass Thaksin aufhört, die Fäden zu ziehen und seiner Tochter erlaubt, unabhängig zu regieren, wenn ihm die Zukunft des Landes wirklich am Herzen liegt“, sagte der Historiker.
Thaksin soll am 14. August, nur wenige Stunden nachdem das Verfassungsgericht Thailands ehemaligen Premierminister Srettha Thavisin abgesetzt hatte, ein vertrauliches Treffen mit den Parteiführern der Koalition in seiner Residenz einberufen haben. Diese Maßnahmen werden als fortgesetzter Einfluss Thaksins auf Ministerentscheidungen gewertet, ein Manöver, das aufgrund seiner früheren Anklage und seiner dauerhaften politischen Disqualifikation als illegal gilt.

Attachak kritisierte Thaksin für seine Unfähigkeit, treue Verbündete von Feinden zu unterscheiden, was zu einem Bündnis mit früheren Gegnern und der Bildung einer umstrittenen Koalitionsregierung führte. Diese Koalition umfasst ultrakonservative Gruppierungen wie die vom Militär unterstützten Ruam Thai Sang Chart und Palang Pracharath, berichtete Thai Newsroom.
Kritiker argumentieren, dass Thaksins Aussöhnung mit ehemaligen Feinden Teil eines Deals war, der ihm nach 17 Jahren selbst auferlegtem Exil eine sichere Rückkehr und die Vermeidung einer Gefängnisstrafe sicherte. Im Gegenzug soll Thaksins politischer Einfluss die Bildung einer von Pheu Thai geführten Regierung erleichtert haben.
Trotz der Bemühungen der Pheu-Thai-Regierung, populistische Maßnahmen wie das Projekt der digitalen Geldbörse einzuführen, argumentiert Attachak, dass die Unterstützung der Wähler nachlassen könnte, wenn grundlegende Fragen zu Gerechtigkeit, Menschenrechten und sozialer Ordnung nicht angegangen werden. Der Historiker glaubt, dass sich die Menschen jetzt mehr auf diese entscheidenden Fragen konzentrieren als auf bloße wirtschaftliche Erleichterung.
Zusammenfassend ist Attachaks Appell eindeutig: Thaksin soll zurücktreten und seine Tochter regieren lassen, um das Vertrauen in demokratische Werte und Gerechtigkeit in Thailand wiederherzustellen.
- Quelle: Thai News Room