BANGKOK. Thailands Premierministerin Paetongtarn Shinawatra muss sich am 29. August 2025 einem Urteil des Verfassungsgerichts stellen, das sie aufgrund des Vorwurfs eines schwerwiegenden ethischen Verstoßes aus dem Amt entfernen könnte.
Der Fall wird als Akt „juristischer Kriegsführung“ konservativer Kräfte beschrieben, eine Taktik, die auch zur Absetzung ihres Vorgängers und zur Auflösung anderer politischer Parteien führte.
Diese rechtliche Gefahr folgt einem historischen Muster für die Familie Shinawatra, da sowohl ihr Vater Thaksin als auch ihre Tante Yingluck durch gerichtliche oder militärische Maßnahmen von der Macht entfernt wurden.
Paetongtarn Shinawatra steht an einem kritischen Punkt ihrer politischen Karriere, denn ihre Zukunft als Premierministerin Thailands hängt von einem Urteil des Verfassungsgerichts am kommenden Freitag, dem 29. August 2025, ab.
Der Fall, der durch einen umstrittenen Audioclip ausgelöst wurde, stellt das jüngste Kapitel einer langjährigen politischen Saga dar, in die die Familie Shinawatra verwickelt ist.
In der vom Senatspräsidenten eingereichten Petition wird der Premierministerin ein schwerwiegender ethischer Verstoß und ein Mangel an „offensichtlicher Integrität“ vorgeworfen. Damit werden dieselben Vorwürfe wiederholt, die zur Entlassung ihres Vorgängers Srettha Thavisin geführt hatten.
Diese als „legale Kriegsführung“ bekannte Rechtsstrategie ist für konservative Kräfte und den sogenannten „tiefen Staat“ zu einem wichtigen Instrument geworden , um politische Gegner zu stürzen, ohne auf Militärputsche zurückgreifen zu müssen, wie die Auflösung der Parteien Future Forward und Move Forward zeigt.
Paetongtarns Fall weist Parallelen zum politischen Niedergang ihres Vaters Thaksin Shinawatra und ihrer Tante Yingluck Shinawatra auf . Thaksin wurde 2001 zwar vom Vorwurf der Vermögensverschleierung freigesprochen, später jedoch durch einen Putsch gestürzt.
Politischer Scheideweg: Die rechtliche Gefahr für Thailands Premierminister

Yingluck wurde 2014 durch ein einstimmiges Urteil des Verfassungsgerichts aus dem Amt entfernt, was den Weg für eine weitere Machtübernahme durch das Militär ebnete.
Beide sahen sich mit Rechtsstreitigkeiten konfrontiert, die schließlich dazu führten, dass ihre politische Karriere entweder durch die Justiz oder das Militär beendet wurde.
Der nächste Schritt von Paetongtarn wird genau beobachtet.
Sie soll an ihrem 39. Geburtstag, dem 21. August, vor Gericht erscheinen, um eine Zeugenaussage zu machen. Obwohl sie nicht gesetzlich dazu verpflichtet ist, wird ihre Anwesenheit oder Abwesenheit als strategische Entscheidung gewertet.
Trotz kursierender Gerüchte über einen möglichen vorzeitigen Rücktritt gehen ihre Verbündeten davon aus, dass sie vor dem Urteil nicht zurücktreten wird. Sie argumentieren, dass ihr Rücktritt sie nicht vor weiteren anhängigen Verfahren schützen würde.
Dass Paetongtarn in letzter Zeit Medienauftritte meidet, wird als taktische Entscheidung gewertet, um in einem Monat, der für sie persönlich und politisch von großer Bedeutung ist, ein ruhiges politisches Klima aufrechtzuerhalten.
Der Ausgang dieses Urteils wird darüber entscheiden, ob Paetongtarn das jüngste Opfer der rechtlich-politischen Kriege Thailands wird oder ob die politische Maschinerie der Familie Shinawatra diesem Druck schließlich standhalten kann.
Das Ergebnis bleibt unvorhersehbar und wird zeigen, wie der „tiefe Staat“ des Landes seine politische Landschaft im Vorfeld der nächsten Wahlen gestalten will.
- Quelle: The Nation Thailand