BANGKOK. Die thailändische Polizei hat in Zusammenarbeit mit Großbritannien ein Pilotprojekt zur Reform der Haftverfahren gestartet. Ziel ist es, die Haftstandards zu erhöhen und den Schutz der Menschenrechte zu stärken. Die Reform wird ab sofort auf acht Polizeistationen umgesetzt. Die Initiative wurde am 19. Dezember 2025 um 13:00 Uhr offiziell überprüft, als Polizeigeneral Thatchai Pitaneelabutr, stellvertretender Generalkommissar der thailändischen Polizei, die Abläufe auf der Polizeistation Pathum Wan, einem der ausgewählten Modellstandorte, inspizierte.
Das Projekt ist eine gemeinsame Initiative der thailändischen Polizei und der britischen Regierung und zielt darauf ab, die thailändischen Haftpraktiken an internationale Standards in Bezug auf Sicherheit, Transparenz und Rechtsschutz anzugleichen. An der Inspektion nahmen Dave Thomas, stellvertretender Missionschef der britischen Botschaft in Thailand, Vanessa Jardine, Polizeipräsidentin von Northumbria, und David Lawes, leitender Polizeiberater im britischen Innenministerium, teil.
Das Programm wurde unter der Leitung von Polizeigeneral Kitrat Phanphet, dem Generalkommissar der Königlich Thailändischen Polizei, initiiert, der Polizeigeneral Thatchai mit der beschleunigten Umsetzung des Reformprozesses beauftragte. Die Implementierung begann 2024 mit dem Schwerpunkt auf der Umgestaltung der operativen Vorgehensweise, indem betont wurde, dass Inhaftierung Teil des Justizverfahrens und keine Form der Bestrafung ist.
Laut Generalmajor Thatchai basiert die Reform auf drei Kernprinzipien. Dazu gehören individuelle Risikobewertungen, die Gesundheit, Allergien, chronische Erkrankungen, psychischen Zustand und Verletzungen berücksichtigen, eine vollständige und nachvollziehbare Dokumentation aller Aktivitäten im Zusammenhang mit der Inhaftierung gemäß dem Gesetz zur Verhütung und Bekämpfung von Folter und Verschwindenlassen von Personen aus dem Jahr 2022 sowie die Sicherstellung, dass die Inhaftierten körperlich und geistig vernehmungsfähig sind, um effektive und faire Ermittlungen zu ermöglichen.

Das Pilotprojekt läuft derzeit auf acht Polizeistationen der Metropolitan Police Division 6. Erste Beamte der Polizeistationen Pathum Wan und Mueang Chanthaburi absolvierten eine Spezialausbildung im Vereinigten Königreich und haben seitdem in Zusammenarbeit mit Experten der Northumbria Police ihr Wissen vor Ort weitergegeben, wodurch einheitliche operative Standards an allen teilnehmenden Standorten geschaffen wurden.
Es wurden auch bauliche Verbesserungen an den Hafteinrichtungen vorgenommen. Dazu gehören verbesserte Sicherheitsmaßnahmen, hygienische Schlafmatratzen und die Praxis, Verdächtige einzeln in Zellen unterzubringen, um die Menschenwürde zu wahren und das Risiko von Zwischenfällen in den Haftbereichen zu verringern.
Thaitabloid berichtete, dass Polizeigeneral Thatchai erklärte, die Königlich Thailändische Polizei prüfe die Einrichtung zentraler Haftanstalten auf Divisions- oder Provinzebene. Nach diesem Modell würden Verdächtige zur Erfassung der Festnahmeakten, zur Vernehmung und zur Inhaftierung nach einheitlichen Standards an zentrale Einrichtungen überführt. Dadurch könnten Streifen- und Ermittlungsbeamte wieder ihren Aufgaben im Bereich der öffentlichen Sicherheit nachgehen, und das Vertrauen in das thailändische Justizsystem würde gestärkt.
Wichtigste Erkenntnisse
- Thailand und Großbritannien erproben gemeinsam Reformen im Bereich des Gewahrsamswesens auf acht Polizeistationen, um die internationalen Standards zu erhöhen.
- Das Programm konzentriert sich auf Risikobewertung, Transparenz und die Bereitschaft der Inhaftierten für faire Ermittlungen.
- Es werden Pläne für zentrale Verwahrungseinrichtungen geprüft, um die Effizienz und das Vertrauen der Öffentlichkeit zu verbessern.
- Quelle: Asean Now, Thaitabloid