BANGKOK. Thailand wurde 2021 zu einem der zehn größten Meereswasserverschmutzer der Welt ernannt und hat nun den Umweltschutz zu einem nationalen Tagesordnungspunkt hinzugefügt.
Nach Angaben der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) erreichte die weltweite Kunststoffproduktion im Jahr 2019 460 Millionen Tonnen pro Jahr, was einer Verdoppelung des Volumens innerhalb von 20 Jahren entspricht. Und rund 353 Millionen Tonnen landeten im Abfall, da Kunststoffe immer häufiger nur für den einmaligen Gebrauch bestimmt sind.
Allerdings wurden nur 9 % davon recycelt, während 19 % in Müllöfen verbrannt wurden, 50 % auf Mülldeponien entsorgt wurden und 22 % unsachgemäß entsorgt wurden. Treibhausgasemissionen aus Kunststoffen machen 3,4 % der Gesamtemissionen aus.
Obwohl der Plastikverbrauch während der Covid-19 Pandemie im Jahr 2020 im Vergleich zum Vorjahr um 2,2 % zurückging, stiegen die Mengen einiger Plastikabfälle weiter an, da das Material zur Bekämpfung der Krankheit benötigt wurde. Und sie hat weiter zugenommen, als sich die Wirtschaft erholte, da die Covid-Prävalenz zurückging.
Länder achten zunehmend auf Plastikmüll, der eine lange Zersetzungszeit hat und eine Kontamination mit Mikroplastik auslöst.
Thailand gehört zu den zehn größten Meeresmüllverschmutzern
Meeresmüll, der durch unsachgemäße Abfallentsorgung verursacht wird, hat schwerwiegende Auswirkungen auf die Meeresökosysteme, wobei Vögel, Delfine, Wale und Schildkröten besonders darunter leiden.
Laut einer Studie, die 2021 in der US-amerikanischen Fachzeitschrift Science Advances veröffentlicht wurde, lag Thailand mit 23 Milliarden Tonnen Meeresmüll auf Platz 10 der Welt.
Unter den regionalen Nationen liegen die Philippinen mit 360 Milliarden Tonnen Meeresmüll an der Spitze der Meeresmüllverschmutzer. Malaysia kam mit 73 Milliarden Tonnen auf den dritten Platz, während Indonesien mit 56 Milliarden Tonnen den fünften Platz belegte.
Myanmar und Vietnam belegten mit 40 bzw. 28 Milliarden Tonnen Meeresmüll die Plätze sechs und acht.

Aufnahme der Abfallreduzierung in die nationale Agenda
Thailand hat das Abfallproblem nun auf die nationale Agenda gesetzt, indem es kurz- und langfristige Abfallbewirtschaftungspläne implementiert und einen Fahrplan für den Umgang mit Kunststoffabfällen zwischen 2018 und 2030 erstellt hat.
Das Land hat außerdem zwischen 2021 und 2025 den ASEAN-Regionalaktionsplan zur Bekämpfung von Meeresschutt unterzeichnet, der darauf abzielt, die Bewirtschaftung der Meeresressourcen auf nachhaltige Weise zu verbessern.
Der Plan umfasst die Umsetzung von Strategien, die Reduzierung von Kunststoffimporten, die Wiederverwendung von Abfällen und das Verbot von Einwegkunststoffen.
Die Beteiligten halten die Zusammenarbeit zwischen den Interessengruppen für notwendig, um Abfallprobleme anzugehen, und schnelles Handeln ist erforderlich, um die Auswirkungen auf die Umwelt zu mindern.
- Quelle: The Nation Thailand