BANGKOK. Vier Beamte des Bangkoker Untersuchungsgefängnisses wurden entlassen, nachdem sie wegen schwerwiegender Disziplinarverstöße im Zusammenhang mit einem Gefängnisskandal für schuldig befunden worden waren, während gegen 14 weitere noch immer ermittelt wird, sagte Justizminister Rutthapon Naowarat.
Generalleutnant Rutthapon erklärte, unter den vier Beschuldigten seien der ehemalige Leiter der Gefängnisaufsicht und drei Beamte, die von dem Fehlverhalten wussten, aber nicht eingriffen. Sie gehörten zu den 20 Beamten, die zuvor im Zuge der laufenden Ermittlungen aus dem Gefängnis versetzt worden waren. Der Untersuchungsausschuss sammle weitere Beweise, die der Nationalen Antikorruptionskommission zur Prüfung eines Vorgehens gemäß Paragraf 157 des Antikorruptionsgesetzes vorgelegt werden sollen, so Rutthapon.
Der Justizminister fügte hinzu, dass gegen die übrigen 14 Beamten noch ermittelt werde. Einige hätten möglicherweise unter Druck von Vorgesetzten gehandelt, während andere dem Ministerium Informationen zur Unterstützung der Ermittlungen zukommen ließen.

Menschen gehen am 25. Februar 2021 vor dem Untersuchungsgefängnis in Bangkok vorbei. (Archivfoto der Bangkok Post)
Er sagte, die Ermittlungen zu den Finanzströmen des ehemaligen Gefängnisdirektors und weiterer Beamter hätten Fortschritte gemacht und erstreckten sich nun auch auf Familienangehörige. Details könnten jedoch aufgrund der laufenden Ermittlungen nicht bekannt gegeben werden. Auch Berichte über ein chinesisches Model, das angeblich 500.000 Baht erhalten habe, würden geprüft, so der Sprecher.
Im Zuge des Skandals, bei dem eine Gruppe sogenannter „grauer“ chinesischer Häftlinge im Bangkoker Untersuchungsgefängnis bevorzugt behandelt wurde, sind bisher sechs Beamte entlassen worden. Darunter befanden sich der ehemalige Gefängnisdirektor, seine Sekretärin, der Leiter der Häftlingsaufsicht und drei weitere Beamte.
Am 16. November führte das kalifornische Justizvollzugsministerium (Department of Corrections, DoC) eine Razzia im Gefängnis durch und entdeckte verbotene Elektrogeräte, darunter Mobiltelefone, Feuerzeuge, tragbare Klimaanlagen, einen Kühlschrank, eine Mikrowelle und eine leere Kondompackung. Gleichzeitig kursierten Berichte, wonach ein hochkarätiges „Model aus China“ engagiert worden war, um in einem geheimen Raum unter der Treppe mit bestimmten Häftlingen Sex zu haben.
Berichten zufolge ermöglichten Gefängnisbeamte dies über einen speziellen Zugang vom Büro des Wärters im zweiten Stock, der die Hauptsicherheitskontrollen zum geheimen Raum umging. Die Nationale Menschenrechtskommission (NHRC) kündigte gestern an, den Skandal aufgrund von Bedenken hinsichtlich diskriminierender Behandlung und möglicher Korruption zu untersuchen.
Wasant Paileeklee, ein Kommissar der NHRC, sagte, die Angelegenheit sei ernst und könne das Vertrauen in das Justizsystem untergraben.
- Quelle: Bangkok Post