pp Kanchanaburi. Offensichtlich reicht es jetzt den zuständigen Behörden mit dem Tiger-Tempel in Kanchanaburi. Der Tempel war nicht erst seit der Konfrontation in der letzten Woche im Visier von Behörden und Tierschützern.
Bereits Anfang Februar hatten Polizeibeamte, Militär und Beamte des Tierschutzes dem Tempel einen Besuch abgestattet. Bei einer Razzia wurden damals mehr als 100 Tiger und Hunderte von Vögeln beschlagnahmt worden. Laut Auskunft der Behörden soll der Tempel auch am illegalen Tierhandel beteiligt gewesen sein.
Letzte Woche geriet der Tempel erneut ins Kreuzfeuer, nachdem die Behörden dort sechs illegal gehaltene Schwarzbären gefunden hatten. Sie wurden ebenfalls kurzerhand beschlagnahmt und sollten abtransportiert werden. Bevor es jedoch dazu kam, hatten bereits etwa 100 Mönche und Unterstützer die Ein- bzw. Ausfahrt zum Tempel blockiert.
Der Abt weigerte sich mit den Behörden zu sprechen und wollte die Tiere nicht herausgeben. Sämtliche Anstrengungen der Behörden waren ergebnislos, die Mönche blockierten einfach die Ausfahrt des Tempels. Bereits da wurden die ersten Fragen laut, ob die Mönche vielleicht über dem Gesetz stehen oder mehr Macht als die derzeitige Militärregierung haben?
Schließlich konnte das Militär die sechs Schwarzbären nur mit einem „Trick“ aus dem Gelände holen. Ein Kran wurde angefordert und hievte die sechs Käfige mitsamt den Schwarzbären einfach über die Mauer. So konnten die Tiere doch noch befreit werden. Die sechs asiatischen Schwarzbären wurden anschließend in ein spezielles Gehege nach Chonburi gebracht.
Nun hat sich auch der Generaldirektor der Abteilung für Nationalparks, Tierwelt und Pflanzen, Khun Nipon Chotiban eingeschaltet. Er besuchte am Montag eine Aufzuchtstation, in der die Tiger aus Kanchanaburi nach Songkran untergebracht werden sollen. Er überzeugte sich persönlich davon, dass für die 146 Tiger genügend Käfige und entsprechender Lebensraum zur Verfügung stehen.
Laut Khun Nipon sind in den neuen Zentren, in denen die Tiger untergebracht werden sollen angemessene Tigerspezialisten, Tierärzte und Pfleger vorhanden, um die Tiger vernünftig zu betreuen. Einige der Tiger würden sogar aus dem gebiet stammen und sollen später wieder ausgewildert werden.
Allerdings sind die meisten im Wat Pa Luang Ta Bua gehalten Tiere bengalische Tiger. „Sie können nicht wieder ausgesetzt werden“, sagte er weiter. „Wir werden uns um sie kümmern müssen bis sie sterben“.
Ein paar der Tiger werde man an Zoos spenden, die bereits eine entsprechende Lizenz besitzen, fügte er hinzu. Diese Zoos werden dazu beitragen, dass die monatlichen Kosten für den Unterhalt der Tiger nicht zu einer finanziellen Belastung für den Staat wird. Pflege und Futter für einen Tiger belaufen sich auf etwa 7.000 Baht pro Monat, erklärte Herr Nipon.
Laut seinen Angaben sollen die Tiger nach Songkran übergeben werden.
Man darf gespannt sein, ob die Mönche ihre Tiger problemlos übergeben oder ob es erneut zu einem Machtspiel zwischen den Männern in Orange und den Behörden kommt.