Vermißte Langhals-Karen entführt?

Der Governor, Thongchai Wongrieanthong, gab am 7. Juli bekannt, der Ausschuß werde auch in den Nachbarprovinzen ermitteln, um herauszufinden, wo sich die Karen vom Stamm der Padaung aufhalten. Es sei möglich, daß Menschenhändler involviert seien.

Der Governor wurde tätig, nachdem er einen Brief des Vorsitzenden des Tourism Alliance Network (etwa: Bund für Tourismus) erhalten hatte. In diesem Brief wurde die Polizei wegen Untätigkeit kritisiert, die Tourismusindustrie leide unter den Vorgängen des Menschenhandels.

Die elf Karen, sieben Erwachsene und vier Kinder, sind am 4. Juli aus ihren Dörfern im Bezirk Muang verschwunden. Es wird vermutet, daß die Karen entführt wurden, um sie in Dörfern als Tourismusattraktion „auszustellen“. Ferner wird angenommen, daß die Menschenhändler die Polizei bestechen, damit sie in Ruhe agieren können.Ein Souvenirverkäufer in Mae Hong Son sagte, die Anzahl der Touristen im Norden sei nicht nur dramatisch gesunken, die Touristen seien auch zu faul, lange Strecken zu fahren, um Langhals-Karen zu sehen. Daher würden die Karen zu den Touristen gebracht und müßten in künstlichen Dörfern nahe der Städte leben.

Erst kürzlich hatte ein Fall in der internationalen Presse aufsehen erregt: In Sattahip nahe Pattaya wurde ein Karen-Dorf eröffnet…

Ersten Ermittlungsergebnissen zufolge soll ein koreanischer Geschäftsmann einen Provinzbeamten mit 3 Mio. Baht bestochen haben, um die Langhals-Karen „verschleppen“ zu dürfen. Die Karen sollen sich jetzt im Süden des Landes befinden. Wo genau, das konnte die Bangkok Post nicht in Erfahrung bringen.

Ein Führer der Karen sagte, die Geschichte von der Entführung sei Unsinn. Die Leute hätten pro Monat 1500 Baht erhalten. Das sei ihnen zu wenig gewesen, daher seien sie weggelaufen. bp