Bangkok กรุงเทพฯ Hauptstadt soll weg vom Zentralismus

Diesen Vorschlag machte Udom Thumkhosit, Dozent am Institut für Entwicklung und Verwaltung. Udom wies darauf hin, daß er nicht auf die „häßliche Seite“ Bangkoks anspiele (der TIP hatte berichtet), sondern vielmehr auf die Verwaltung. Bangkok brauche mehr Autonomie.

Bislang hänge die Stadt von der Zentralregierung ab, die so gut wie über alle Projekte in der Hauptstadt entscheide: von Wasserleitungen bis zum U-Bahnbau. Dies müsse sich ändern, damit die Stadtverwaltung flexibler werden und effektiver Entscheidungen treffen kann.

Das Bangkoker Rathaus sei nie wirklich unabhängig gewesen, führte Udom aus: „Heute ist die Stadt in einem häßlichen Zustand und morgen könnte sie das Zentrum von Problemen werden.“ Wenn aus Bangkok kein New York, London oder Tokio werden solle, dann sei es an der Zeit, die verwaltungsrechtlichen Strukturen zu reformieren.

Die Zentralregierung habe aber Angst davor, der BMA zu viele Rechte zu verleihen, weil die Regierung dann an Einfluß und Macht verliere. Zumindest sollten aber Projekte wie der Ausbau der Infrastruktur (Trinkwasserleitungen, Elektrizität, U-Bahnen, Busse) sowie die Aufgaben der Polizei in den Entscheidungsbereich des Rathauses gehören. Das Rathaus sei zur Zeit ein aufgeblasener Beamtenapparat, der nicht viel zu melden hätte.

Keine Großstadt der Welt könne sich ändern, wenn nicht die Strukturen reformiert werden. Dabei verwies er auf Seoul, die Hauptstadt von Südkorea: das sei eine moderne Stadt und ein Vorbild für das 21. Jahrhundert.

Auch finanziell ist Bangkok marode. Die Einnahmen liegen bei 61 Milliarden Baht pro Jahr, das ist 43 x weniger als Tokio hat und 31 x weniger als New York City. Der Staat ist am Bangkoker Budget zu 24% beteiligt, in New York City seien das nur 11%, in Tokio gar nur 5,2%. bp, tr