BANGKOK. Thailands zunehmende Anfälligkeit für groß angelegte Geldwäsche stellt laut Thai Rath Money eine direkte Bedrohung für die Wirtschaft, das Vertrauen der Investoren und den Alltag der Bürger dar. Eine Reihe von Gesetzeslücken ermöglicht es Graugeldnetzwerken und transnationalen Betrugsorganisationen, ihre Aktivitäten im Land auszuweiten. Experten warnen, dass sich Finanzkriminalität angesichts dieser anhaltenden illegalen Geldströme immer stärker mit der öffentlichen Sicherheit, den Haushaltsfinanzen und den nationalen Wirtschaftsaussichten verknüpft.
Mehrere Indikatoren deuten auf eine zunehmende Verbreitung hin. Laut dem Zentrum zur Bekämpfung von Technologiekriminalität beliefen sich die Verluste durch Online-Betrug bis zum 3. Dezember 2025 auf über 23,668 Milliarden Baht, wobei durchschnittlich 899 Anzeigen pro Tag eingingen. Zu diesen Fällen zählen Callcenter-Betrug, Anlagebetrug und andere Formen der Cyberkriminalität, die Tausende von Thailändern in Gefahr bringen. Die Behörden geben an, dass Kriminelle häufig Thailands effizientes digitales Zahlungssystem ausnutzen, um Gelder schnell zu transferieren, bevor Opfer oder Banken eingreifen können.
Die Öffentlichkeit ist auch dem Risiko ausgesetzt, unwissentlich in sogenannte Geldwäschekonten verwickelt zu werden – eine gängige Methode, mit der Kriminelle illegale Gelder transferieren. Betrüger haben bereits Menschen dazu gebracht, Bankkonten für kleinere Zahlungen zu eröffnen, die später mit Betrugsfällen in Verbindung gebracht wurden. Kontoinhabern drohen dann rechtliche Konsequenzen, Kontosperrungen und langwierige Verfahren zur Wiederherstellung des Zugangs. Im September sorgten weitverbreitete Kontosperrungen für Besorgnis in der Öffentlichkeit, da viele Nutzer, darunter auch einige, die keine Geldwäschekonten betrieben, feststellten, dass ihre Gelder über längere Zeiträume gesperrt waren.
Es wird vermutet, dass auch in Thailands Immobiliensektor Geld aus illegalen Quellen fließt und die Preise für Häuser, Grundstücke und Eigentumswohnungen in die Höhe treibt, da Kriminelle nach sicheren Anlagen suchen, um illegale Gelder zu verstecken. Am 2. Dezember beschlagnahmte die Anti-Geldwäsche-Behörde Vermögenswerte von über 10 Milliarden Baht von transnationalen Betrügern, darunter Bankeinlagen, Grundstücke und Eigentumswohnungen. Behördenvertreter erklären, diese Beschlagnahmungen verdeutlichen ein weit verbreitetes Muster, bei dem Immobilien als Geldwäschekanal genutzt werden, was den Druck auf die Bezahlbarkeit von Wohnraum für normale Käufer weiter erhöht.
Banken und Aufsichtsbehörden haben unterdessen ihre Sicherheitsvorkehrungen verschärft, um den Transfer illegaler Gelder einzudämmen. Zu den neuen Regeln gehören Warnhinweise vor Überweisungen, niedrigere Überweisungslimits und obligatorische Gesichtsscans für Transaktionen mit hohem Wert. Diese Maßnahmen verbessern zwar die Sicherheit, stellen aber auch Menschen mit geringen technischen Kenntnissen vor Herausforderungen. Bei den jüngsten Aktionen zur Registrierung für Sozialleistungen kam es aufgrund von Schwierigkeiten mit der digitalen Verifizierung zu großen Menschenansammlungen bei Behörden.
Die Behörden sehen sich zudem mit steigenden Verwaltungs- und Strafverfolgungskosten konfrontiert. Da in diesem Jahr bereits über 300.000 Fälle von Online-Kriminalität gemeldet wurden, sind erhebliche Steuergelder für Ermittlungen, Strafverfolgung und Opferhilfe aufgewendet worden. Analysten warnen, dass anhaltende Finanzkriminalität die öffentlichen Haushalte belasten und das Wirtschaftswachstum bremsen könnte.

T hai News Room berichtete, dass auch Thailands Ruf auf dem Spiel steht. Sollte das Land international als Geldwäschezentrum wahrgenommen werden, könnten ausländische Investoren ihre Pläne zurückziehen oder verzögern, was die Schaffung von Arbeitsplätzen und die Expansionsmöglichkeiten für Unternehmen beeinträchtigen würde. Analysten warnen, dass die langfristigen Kosten des Nichtstuns gravierend sein und alles vom Marktvertrauen bis zur nationalen Wettbewerbsfähigkeit beeinträchtigen könnten.
Wichtigste Erkenntnisse
- Thailands Problem mit dem Graugeld befeuert Online-Betrug, Immobilieninflation und strengere Bankenkontrollen, die sich auf den Alltag der Bürger auswirken.
- Im Jahr 2025 gingen über 23,668 Milliarden Baht durch Online-Kriminalität verloren, und täglich werden Hunderte neuer Fälle gemeldet.
- Die Behörden warnen davor, dass Reputationsschäden und geringere Investitionen das langfristige Wirtschaftswachstum beeinträchtigen könnten, wenn die Risiken der Geldwäsche nicht angegangen werden.
- Quelle: Asean Now, Thai News Room