BANGKOK. Das Vertrauen der Thailänder sinkt auf ein globales Tief. Der Stimmungsrückgang ist weltweit am größten.
Laut dem Ipsos Global Consumer Confidence Index stürzte das Verbrauchervertrauen im April in den Krisenbereich ab und verzeichnete den stärksten monatlichen Rückgang weltweit und in der gesamten Asien-Pazifik-Region. Wirtschaftliche Unsicherheit, geopolitische Spannungen, steigende Lebenshaltungskosten und Unzufriedenheit mit den Bemühungen der Regierungen zur Bewältigung der Wirtschaftskrise trübten das öffentliche Vertrauen.
Die Ergebnisse lassen darauf schließen, dass die verhaltene Verbraucherstimmung voraussichtlich bis zum Jahresende anhalten wird.
„Diese Umfrage zeigt zum ersten Mal, dass das Verbrauchervertrauen in Thailand auf den niedrigsten Stand seit Beginn der Umfrage vor vier Jahren gefallen ist“, sagte Pimtai Suwannasuk, Senior Client Manager bei Ipsos Ltd.
Das Vertrauen der Thailänder sinkt auf ein globales Tief
Laut dem Index fiel Thailands nationaler Gesamtindex auf 45,5, ein Rückgang um 10,9 Punkte – der größte Rückgang weltweit im vergangenen Monat und der zweitschlimmste Rückgang des Landes seit dem Covid-19-Schock von 2020.
„Ende letzten Jahres war die Verbraucherstimmung aufgrund der ‚Half-Half‘-Regelung und der bevorstehenden Wahl recht positiv. Im April sank das Vertrauen jedoch, da die Verbraucher keine konkreten Maßnahmen zur Bewältigung unserer wirtschaftlichen Herausforderungen erkennen konnten“, sagte Frau Pimtai.
Laut dem Index bezeichnen 71 % der Thailänder die aktuelle wirtschaftliche Lage als „schlecht“, ein Anstieg um 17 Prozentpunkte innerhalb eines Monats, was eine rapide Zunahme der Besorgnis widerspiegelt.
Mehr als die Hälfte der Thailänder zögern, Geld für teure Anschaffungen und Haushaltswaren auszugeben, während weitere 49 % angeben, ohne ein eigenes Auto nicht leben zu können.
Rund 66 % der thailändischen Verbraucher geben an, weniger auszugeben, und zwar mit größerer Vorsicht. 49 % berichten, mehr Produkte im Ausverkauf zu kaufen, während 47 % sich mehr Zeit für die Entscheidung über neue Anschaffungen nehmen.
Fast 49 % sind weiterhin besorgt um ihre Arbeitsplatzsicherheit, während 56 % angaben, weniger zuversichtlich in Bezug auf zukünftige Investitionen, Altersvorsorge und die Ausbildung ihrer Kinder zu sein.
Unterdessen sind die Sorgen der Thailänder hinsichtlich internationaler Konflikte weiterhin groß und zählen weltweit zu den zehn größten.
Lediglich 36 % erwarten, dass sich ihre finanzielle Situation in den nächsten sechs Monaten verbessern wird, im Vergleich zu 50 % im März.
Sogar Haushalte mit höherem Einkommen geben sich erstmals deutlich weniger wohl beim Geldausgeben als Haushalte mit mittlerem und niedrigem Einkommen.
„Menschen aus höheren Einkommensgruppen haben möglicherweise eine längerfristige Sichtweise, dass sich die Wirtschaftslage verschlechtert“, sagte Frau Pimtai.
GRÖSSTE ANLIEGEN
Was Thailands größte Sorgen betrifft, nannten fast die Hälfte der Thailänder (49 %) Korruption als ihre größte Befürchtung, während mehr als die Hälfte der Meinung war, dass sich das Land in die falsche Richtung entwickelt, so der Ipsos-Bericht mit dem Titel: Was beunruhigt Thailand? H1 2026.
Der Bericht ist eine Zusammenstellung von Daten aus vier umfassenden, länderübergreifenden Online-Umfragen von Ipsos Global Advisor, die zwischen dem 21. November 2025 und dem 3. April 2026 durchgeführt wurden. Die Analyse integriert Ergebnisse der Ipsos Mobility Survey, What Worries the World (April 2026), des Ipsos Global Consumer Confidence Index (April 2026) und der Studie „Attitudes to the Iran Conflict“.
An der Umfrage in Thailand nahmen 500 Befragte im Alter von 20 bis 74 Jahren teil.
Die Inflation zählt nun wieder zu den fünf größten Sorgen, zusammen mit Armut, internationalen Konflikten und Kriminalität.
Die neuesten Daten zeigen deutliche Veränderungen, insbesondere die Auswirkungen der Konflikte im Nahen Osten, die sich weltweit auf die Lebenshaltungskosten, die Energiepreise und das Verbrauchervertrauen ausgewirkt haben.
„Die thailändischen Verbraucher befinden sich in einer Phase emotionaler und finanzieller Vorsicht, bedingt durch wirtschaftliche Unsicherheit, geopolitische Instabilität und schwindenden Optimismus hinsichtlich der Zukunft. Dies verändert ihr Ausgabeverhalten, ihre Sparsamkeit, ihre Planung und ihre Markenbewertung.“

Laut dem Bericht „What Worries Thailand? H1 2026“ erwarten 33 % der Thailänder, dass die Spannungen zwischen den USA und dem Iran bis zum Jahresende andauern werden, während weitere 25 % glauben, dass die Situation noch länger andauern wird, was die Angst vor steigenden Energiepreisen und Lebenshaltungskosten verstärkt.
Laut dem Ipsos Mobility Report sind 60 % der Befragten der Ansicht, dass Elektrofahrzeuge (Elektrofahrzeuge) als eine äußerst attraktive Option – ein deutlich höherer Anteil als auf den nordamerikanischen oder europäischen Märkten.
Ipsos schlug vor, dass Marken Wert, Erschwinglichkeit, Zuverlässigkeit und emotionale Sicherheit als neue „Markenwährung“ positionieren müssen, da die Verbraucher zunehmend den Ausgaben für das Nötigste Priorität einräumen und nicht unbedingt notwendige Anschaffungen aufschieben.
„Gerade in diesem hart umkämpften Sektor müssen Marken ihre Preise halten, anstatt sie zu erhöhen, da Verbraucher sonst günstigere Alternativen finden werden. Käufer brauchen in dieser schwierigen Zeit Verständnis“, sagte Frau Pimthai. „Diesmal haben sogar Luxusmarken zu kämpfen.“
Zweitens sollten Unternehmen Nachhaltigkeit als praktische Lösung für Bezahlbarkeit und Widerstandsfähigkeit betrachten, angesichts der zunehmenden Verbreitung von Elektrofahrzeugen, erneuerbaren Energien und energiesparenden Verhaltensweisen.
Drittens müssen Unternehmen lokale Strategien stärken und widerstandsfähigere Lieferketten aufbauen.
- Quelle: Bangkok Post