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Thailands Wirtschaft ist der größte Verlierer nach der Schließung der Goldmine

Bangkok. Thailands Junta Führer Prayuth Chan-o-cha hatte in der letzten Woche seine absolute Macht genutzt und erklärt, dass ab Anfang Januar 2017 die thailändische Goldmine, die durch das australische Unternehmen Kinsgate Consolidated Ltd. abgebaut wird, wegen einer Überprüfung auf Gesundheits- und Umweltschäden geschlossen wird.

Gleichzeitig erklärte Premierminister Prayuth, dass er diesen Befehl aufgrund des Artikels 44 der Übergangsverfassung erlassen habe. Laut Prayuth gewährleistet ihm dieser Artikel, der von seiner Junta gestützt wird, dass seine Anordnung “rechtmäßig, Verfassungs- und endgültig” sei, betonte er dabei.

Kingsgate Chatree Goldmine in Pichit

Kingsgate Chatree Goldmine in Pichit

Der unmittelbarste Verlierer ist zunächst Australiens Kingsgate Consolidated Ltd., die über ihre Tochtergesellschaft Thailands größte und einzige kommerziell tragfähige Goldmine betreibt. Die Aktien fielen nach der Bekanntgabe der Entscheidung am vergangenen Mittwoch um gut 19 Prozent.

Seit dem 10. Mai 2016, an dem Thailand nach Beschwerden aus den nahegelegenen Dörfern über Arsen und Mangan – Kontamination angekündigt hatte, dass die Mine geschlossen werden könnte, sind die Aktien der Gesellschaft um fast 40 Prozent gesunken.

Über 300 Bewohner von Phetchabun und Phichit hatten im Mai eine 500 Millionen Baht Klage gegen „Akara Resources Plc“ ein. Sie beklagen dabei, das der Goldbergbaubetrieb Auswirkungen auf ihre Gesundheit sowie auf die Umweltressourcen in der Gegend haben. Rechtsanwälte des „Council of Thailand“ brachten rund 30 Bewohner als Vertreter der Klägergruppe zum Zivilgericht auf der Ratchadaphisek Road in Bangkok.

Die 300 Bewohner des Tambon Thai Dong in Phetchabuns Wang Pong Bezirk und des Tambon Khao Jed Luk in Phichits Thab Khlo Bezirk verlangen Entschädigungen von je 1,58 Millionen Baht und einen 50 Millionen Baht Beitrag des Unternehmens in einen Fonds zur Beseitigung von Umweltschäden. Der ThailandTIP hatte darüber berichtet.

Allerdings, so berichten die thailändischen Medien, ist der größte Verlierer Thailands Wirtschaft selber. Zum einen ist durch diese radikale Anweisung der Militärregierung das Vertrauen der ausländischen Investoren in die thailändische Wirtschaft stark gesunken. Die Investoren sind verunsichert und befürchten weitere Schritte der Regierung. Das schreckt die Investoren ab und sie überlegen, ob sie ihr Geld nicht besser in ein anderes Land investieren.

Kingsgate Consolidated Ltd gilt als ein Vorreiter in diese Richtung und hat bereits angekündigt, dass sie nach der Schließung der Goldmine nun planen, stattdessen eine neue Mine in Chile zu erschließen. Sollten weitere Unternehmen ähnliche Schritte in Erwägung ziehen, könnte es für die thailändische Wirtschaft sehr schnell recht duster für die nahe Zukunft aussehen.

kingsgate-chatree-goldmine-zentral-thailand_06Herr Smyth-Kirk, der Vorsitzende von Kingsgate erklärte dazu, dass die Schließung der Mine verheerende Auswirkungen auf die Distrikt- und Provinzräte in der Umgebung haben werde. Für die lokalen Unternehmen und für die Familien, die in einem der ärmsten Gebiete von Thailand leben, und sich seit der Eröffnung der Goldmine im Jahr 2001 ihr Einkommen dort verdient haben, ist es das traurigste von allem“, betonte Herr Smyth-Kirk.

Herr Smyth-Kirk sagte weiter, dass er absichtlich zögert, das Wort “Farce” zu verwenden, um zu beschreiben, wie das Unternehmen in Thailand behandelt wurde. “Ich habe immer noch vor mit ihnen zu sprechen und über den Betrieb der Goldmine weiter zu verhandeln“, fügte er hinzu.

„Wir haben das Gefühl, dass wir von den zuständigen Stellen wie Ausgestoßene behandelt werden. Wir haben jedes Gesetz, mit dem sie gegen uns gekommen sind, erfüllt. Und das, obwohl einige dieser Auflagen ziemlich unvernünftig sind. Trotzdem werden wir immer noch so behandelt, als wenn wir die geforderten Auflagen und die Gesetze nicht erfüllt hätten”, fügte er hinzu.

Für die Wirtschaft in Thailand bedeutet dies ein weiterer Verlust, da bereist schon jetzt klar ist, dass sie die angestrebten 3,2 Prozent Wachstum nicht erreichen werden. Die Exporte sind in diesem Jahr stetig gesunken, am meisten in den letzten drei Monaten seit Oktober.

Dem zu Folge sind laut den Angaben der UN auch die ausländischen Direktinvestitionen um mehrere Milliarden US-Dollar gesunken. Die Nachbarn Indonesien und Malaysia können dagegen melden, dass bei ihnen anhand der vorliegenden Daten die ausländischen Direktinvestitionen stark angezogen haben.

kingsgate-chatree-goldmine-zentral-thailand_08„Die Kingsgate Goldmine in Phichit ist sehr weit von einem klaren Fall entfernt, und die Firma kann kaum von dieser jüngsten Entwicklung überrascht sein”, sagte Michael Montesano, Co-Koordinator des Thailand Studies Program am ISEAS Yusof Ishak Institute in Singapur.

“Dennoch müssen die Anleger erkennen und zugeben, dass das Land unter eine völlig willkürliche Herrschaft gefallen ist. Große Investitionen in sogar potenziell sensible Sektoren werden dann auf den Launen einer Diktatur, deren Mentalität wenige externe Investoren unterliegen, entschieden. Wenn sie also in Thailand Geld investieren wollen, dann müssen sie bereit sein das zu verstehen“, sagte er weiter.

„Die Entscheidung die Premierminister Prayuth da getroffen hat wird weitere große Auswirkungen haben“, sagte Kingsgate Vorsitzender Ross Smyth-Kirk in der letzten Woche am Telefon. „Thailands Regierung scheint den Schaden, den sie gegen die internationalen Investitionen angerichtet hat, gar nicht zu verstehen“, betonte er.

„Bisher mussten bereits über 1.000 Mitarbeiter und Auftragnehmer den Betrieb verlassen“, sagte Herr Smyth-Kirk weiter. Dabei fügte hinzu, dass das Unternehmen Entschädigung von der thailändischen Regierung verlangen würde.

Kingsgate hat wiederholt die Vorwürfe der Umweltschädigung durch den Abbau der Goldmine abgelehnt und damit argumentiert, dass ein von der Regierung in Auftrag gegebener Bericht eine “wissenschaftliche Widerlegung von unbegründeten und schikanösen Behauptungen” sei.

 

Quellen: Bloomberg | Bangkok Post