BANGKOK. Eine aktuelle Umfrage des National Institute of Development Administration (NIDA) zeigt, dass die meisten Thailänder Pläne zur Neueinstufung von Marihuana als illegale Droge befürworten, obwohl die Meinungen über seine Vorteile unterschiedlich sind.
Für die vom 14. bis 15. Mai durchgeführte NIDA-Umfrage wurden 1.310 Personen ab 15 Jahren mit unterschiedlichem Hintergrund befragt. Die Ergebnisse waren etwas gemischt, was die Einstellung der Befragten zu Cannabis angeht.
Über die Hälfte, 53,74 %, erkennt Marihuana als illegales Betäubungsmittel an, glaubt jedoch, dass es medizinische Vorteile hat. Weitere 33,59 % halten es für ein Betäubungsmittel ohne jeglichen Nutzen, während 11,60 % es nicht für illegal halten und 1,07 % unsicher sind.
Auf die Frage nach der Absicht der Regierung, Marihuana als illegal einzustufen, stimmten 60,38 % der Befragten voll und ganz zu und 15,27 % stimmten eher zu. Im Gegensatz dazu stimmten 14,50 % überhaupt nicht zu, 8,93 % stimmten eher nicht zu und 0,92 % waren unsicher oder desinteressiert.

Im Hinblick auf die umfassendere Cannabis-Politik waren 74,58 % der Befragten der Meinung, dass sie auf medizinische Zwecke und die Behandlung von Krankheiten abzielt. Unterdessen argumentierten 19,39 %, dass die Regierung keine Cannabis-bezogenen Maßnahmen unterstützen sollte.
Etwa 10,53 % waren der Meinung, dass die Richtlinie die Entwicklung legaler Cannabisprodukte fördert, und 7,40 % sahen darin ein Mittel zur Einkommenssteigerung. Ein kleinerer Teil, 3,21 %, war der Meinung, dass dadurch die Freizeitnutzung gefördert werde, und 0,99 % waren unsicher oder gleichgültig.
Diese Umfrage erfolgt vor dem Hintergrund der jüngsten Äußerungen des stellvertretenden Premierministers Anutin Charnvirakul zur Cannabisdebatte. Er drückte seine Unterstützung für eine regulierte Verwendung aus und stimmte damit mit der bestehenden Politik der Regierung überein, die Cannabis für medizinische, wirtschaftliche und Forschungszwecke zulässt.
Der thailändische Premierminister Srettha Thavisin wiederholte in einem Interview mit France 24 einen vorsichtigeren Ansatz und schlug eine Neuklassifizierung aufgrund vermeintlicher schädlicher Auswirkungen auf die thailändische Gesellschaft trotz etwaiger wirtschaftlicher Vorteile vor.
Die unterschiedlichen Meinungen spiegeln die Komplexität des Cannabis-Problems in Thailand wider, da das Land mit der Balance zwischen öffentlicher Gesundheit und wirtschaftlichen Möglichkeiten ringt.
Der thailändische Premierminister Srettha Thavisin sagte am Mittwoch, dem 8. Mai 2024, dass er möchte, dass Cannabis offiziell als Betäubungsmittel eingestuft wird, eine Abkehr von der vollständigen Entkriminalisierung der Pflanze vor zwei Jahren.
- Quelle: ASEAN NOW