BANGKOK. Die jüngste Änderung des thailändischen Strafgesetzbuches, die am 30. Dezember 2025 in Kraft trat, erweitert den Tatbestand der sexuellen Belästigung um ein breiteres Spektrum an Verhaltensweisen, darunter verbale, gestische, Stalking- und Online-Übergriffe. Das Gesetz, das im Königlichen Amtsblatt veröffentlicht wurde, trägt dem wachsenden Bewusstsein für Persönlichkeitsrechte Rechnung und sieht härtere Strafen für Täter vor. Diese Änderung trägt dem sich wandelnden Verständnis von Belästigung Rechnung, das über rein körperlichen Kontakt hinausgeht, und gewährleistet strengere Konsequenzen für Handlungen, die Angst oder Leid verursachen.
Bislang war sexuelle Belästigung in Thailand nur in begrenztem Umfang strafbar und setzte oft körperliche Gewalt voraus. Die neue Gesetzesänderung erkennt nun verschiedene Formen der Belästigung an, darunter sexuelle Belästigung auf der Straße, hartnäckiges Verfolgen und unangemessene Online-Kommunikation. Diese Änderungen spiegeln den gesellschaftlichen Wunsch nach einem umfassenderen Rechtsschutz gegen Belästigung jeglicher Art wider.
Rechtsexperten und Interessenverbände begrüßten die Gesetzesänderung als Schritt zum Schutz von Einzelpersonen vor verschiedenen Formen der Belästigung. Das Gesetz sieht strafrechtliche Konsequenzen für Verhaltensweisen wie unangemessene verbale Äußerungen, unerwünschte Gesten, beleidigende Online-Aktionen und unerlaubten Körperkontakt vor.
Täter in Machtpositionen, insbesondere solche, die es auf Personen unter 15 Jahren abgesehen haben, müssen mit noch härteren Strafen rechnen, darunter mögliche Freiheitsstrafen und Geldstrafen von bis zu 100.000 Baht.

Die Auswirkungen dieser Gesetzesänderung sind erheblich und fordern alle dazu auf, ihr Handeln und ihre Kommunikation zu überdenken. Die Behörden appellieren an die Opfer, Vorfälle umgehend zu melden, damit die Justiz gemäß den neuen Bestimmungen zügig zur Rechenschaft gezogen werden kann. Das Gesetz betont nicht nur die Verantwortlichkeit, sondern zielt auch darauf ab, unangemessenes Verhalten durch empfindliche Strafen abzuschrecken.
Mit Blick auf die Zukunft schafft die Gesetzesänderung einen Präzedenzfall für künftige gesetzgeberische Maßnahmen zum Schutz der individuellen Rechte in Thailand. Diese Entwicklung könnte weitere Rechtsreformen in der Region anstoßen und ein Umfeld fördern, in dem die Menschenwürde geachtet wird. Die Einhaltung dieser Bestimmungen ist entscheidend für die Wahrung von Respekt und Gleichberechtigung im zwischenmenschlichen Umgang, berichtete die Zeitung „The Nation“.
Wichtigste Erkenntnisse
- Das neue thailändische Gesetz erweitert den Tatbestand der sexuellen Belästigung um Worte, Gesten, Stalking und Online-Handlungen.
- Strengere Strafen unterstreichen die Schwere nicht-körperlicher Belästigung.
- Das Gesetz ermutigt Opfer, Beweise zu sammeln und Belästigungen umgehend zu melden.
- Quelle: ASEAN Now, The Nation