BANGKOK. Kambodscha weiß zwar, dass es einen Krieg gegen Thailand nicht gewinnen kann, hofft aber, so viel Schaden wie möglich anzurichten. Kambodscha hält an seiner alten Taktik fest und fordert nach Beginn der Kampfhandlungen einen Waffenstillstand, doch dieses Mal scheitert es.
Die erste Runde der Luftkämpfe zwischen Thailand und Kambodscha, die vom 24. bis 28. Juli stattfand, endete nach nur fünf Tagen ohne klaren Sieger. Kambodscha hatte die thailändischen Luftangriffe mit F-16- und Gripen-Kampfjets unterschätzt.
Laut Krungthep Turakij verschaffte dies Thailand keinen dauerhaften Vorteil, da Kambodscha sich schnell anpasste, indem es seine Strategie von Rückschlägen auf dem Schlachtfeld hin zur Nutzung diplomatischer Kanäle verlagerte.
Kambodscha erlangte die Kontrolle über die Situation zurück und zwang Thailand, einem Waffenstillstand in Kuala Lumpur, Malaysia, zuzustimmen. Dies wurde durch eine Kombination politischer, wirtschaftlicher und internationaler Faktoren beeinflusst.
Dies ermöglichte es Kambodscha, sich neu zu formieren, aufzurüsten und seine Verteidigung zu verstärken, unter anderem durch die Nutzung von Kasinogebäuden entlang der Grenze als Militärbasen. Sie setzten BM-21-Artillerie und Drohnen ein, um thailändische Stellungen anzugreifen.
Kambodscha folgt erneut seinem alten Muster: einen kurzen Konflikt auslösen und dann die Weltgemeinschaft auffordern, Druck auf Thailand auszuüben, damit dieses einem Waffenstillstand zustimmt. Doch dieses Mal scheitert die Strategie.
Während der ersten Waffenruhe passte Thailand seine diplomatische und Informationsstrategie an und nutzte das Gemeinsame Pressezentrum zur Lage an der thailändisch-kambodschanischen Grenze, um falsche Behauptungen zu widerlegen und die Situation zu klären.
Die Kämpfe dauern nun schon 18 Tage an, und ein baldiges Ende ist nicht in Sicht. Thailands Botschaft an die internationale Gemeinschaft ist eindeutig: Sie muss ihre Souveränität und die Sicherheit der Zivilbevölkerung verteidigen, die von Kambodscha angegriffen wird.
Thailand fordert drei Bedingungen für einen Waffenstillstand: 1. Kambodscha muss als Aggressor den Waffenstillstand zuerst verkünden. 2. Der Waffenstillstand muss dauerhaft und überprüfbar sein. 3. Kambodscha muss bei der Minenräumung mit Thailand kooperieren.
Für Thailand ist es entscheidend, dass Kambodscha zuerst einen Waffenstillstand erklärt. Trotz Kambodschas Friedenswillen wird dieser Prozess nicht so einfach sein wie zuvor.
Diese Position wird in einem Brief des kambodschanischen Verteidigungsministers, General Tea Seiha, an den thailändischen Verteidigungsminister, General Nattaphon Narkphanit, klar dargelegt, in der Hoffnung, dass beide Länder gleichzeitig das Feuer einstellen werden
Der thailändische Generalstabschef, General Chaiyapruek Duangprapat, bekräftigte, dass Kambodscha zwar stets die Absicht signalisiert habe, einen Waffenstillstand zu erklären, dies aber zunächst vermeiden wollte, indem es Thailand und Kambodscha dazu drängte, einen Waffenstillstand gleichzeitig zu verkünden – ein Vorgehen, das laut Duangprapat darauf abzielte, die öffentliche Meinung im Inland zu beeinflussen.
Er betonte, dass Thailand nicht die Partei sei, die diese Situation verursacht habe, und dass die Position des Landes unverändert bleibe: Kambodscha müsse als erstes Land einen Waffenstillstand erklären.
Das laufende Treffen des thailändisch-kambodschanischen Allgemeinen Grenzkomitees (GBC) vom 24. bis 27. Dezember ist von entscheidender Bedeutung. Es bleibt abzuwarten, wie viel Druck Kambodscha angesichts seiner geschwächten Wirtschaft und schwindenden militärischen Ressourcen aushalten kann.
Je länger Kambodscha ausharrt, desto mehr spielt es Thailand in die Hände. Doch eine Waffenstillstandserklärung könnte für Phnom Penh innenpolitische Konsequenzen haben.
Das Treffen des GBC vor der Unterzeichnung des Waffenstillstandsabkommens durch die Verteidigungsminister beider Länder am 27. Dezember wird von Bedingungen und Verhandlungen geprägt sein. Nattaphon hat klargestellt, dass er der Unterzeichnung am 27. Dezember fernbleiben wird, sollte Kambodscha die thailändischen Bedingungen ablehnen oder das Waffenstillstandsabkommen unklar bleiben.

Die erste Runde der Luftkämpfe zwischen Thailand und Kambodscha, die vom 24. bis 28. Juli stattfand, endete nach nur fünf Tagen ohne klaren Sieger. Kambodscha hatte die thailändischen Luftangriffe mit F-16- und Gripen-Kampfjets unterschätzt.
Thailand hat aus früheren Erfahrungen gelernt, bei denen ein Waffenstillstand auf dem Papier nicht in die Praxis umgesetzt wurde. Kambodschas Provokationen, wie die Zerstörung von Stacheldrahtzäunen und Landminenangriffe, die mehrere thailändische Opfer forderten, sind nicht unbemerkt geblieben.
Der vereinbarte dreiphasige Plan zum Abzug der Waffen läuft unterdessen seit dem 1. November 2025 – beginnend mit Langstreckenraketensystemen wie dem BM-21, gefolgt von Artillerie ab dem 22. November und dann gepanzerten Fahrzeugen und Panzern ab dem 13. Dezember.
Obwohl Kambodscha beteuert, das Abkommen einzuhalten, wurden seine Waffen lediglich innerhalb desselben Grenzgebiets verlegt, einige befinden sich sogar versteckt in zivilen Siedlungen. Die thailändische Regierung, das Außenministerium und das Militär drängen Kambodscha zur Zustimmung zu den drei Waffenstillstandsbedingungen.
Sollte das Treffen erfolgreich verlaufen, könnte ein Waffenstillstand eine bedeutende Veränderung bewirken. Scheitern die Verhandlungen jedoch, dürften die Kämpfe so lange andauern, bis Kambodscha sich vollständig unterwirft.
- Quelle: The Nation Thailand