BANGKOK. Thailands Mindestlohn ist im vergangenen Jahrzehnt durchschnittlich nur um 1,7 % pro Jahr gestiegen. Laut einer Analyse von Bnomics, der Forschungsabteilung der Bangkok Bank, haben sich die Realeinkommen kaum verbessert, da die gestiegenen Lebenshaltungskosten die Lohnsteigerungen aufzehrten. Zwar sind die Nominallöhne gestiegen, doch höhere Ausgaben für Lebensmittel, Transport und Wohnen haben die Kaufkraft geschmälert. Infolgedessen hat sich die Lebensqualität vieler Arbeitnehmer kaum oder gar nicht verbessert.
Der landesweite Mindestlohn wurde 2012 auf 300 Baht pro Tag festgelegt und blieb mehrere Jahre unverändert, wodurch ein Grundeinkommen garantiert wurde. Im Laufe der Zeit verringerten die allmählichen Steigerungen der Lebenshaltungskosten den realen Wert dieses Lohnniveaus. Obwohl Anpassungen vorgenommen wurden, ermöglichten diese den Arbeitnehmern im Wesentlichen nur, mit der Inflation Schritt zu halten, anstatt ihnen finanziellen Fortschritt zu ermöglichen.
Die Studie hebt hervor, dass Mindestlöhne im Grunde genommen den Kaufkraftverlust ausgleichen mussten, wobei Erhöhungen oft nur frühere Kostensteigerungen kompensierten. Viele Arbeitnehmer fühlen sich daher trotz höherer Löhne nicht besser gestellt. Stattdessen konnten sie ihren Lebensstandard weitgehend halten, ohne nennenswerte Verbesserungen zu erzielen.
Die Covid-19-Pandemie legte strukturelle Schwächen des thailändischen Lohnsystems weiter offen, da die Lebenshaltungskosten rasant stiegen, während das Lohnwachstum hinterherhinkte. Viele Haushalte waren gezwungen, Kredite aufzunehmen, was zu steigender Verschuldung und erhöhter finanzieller Anfälligkeit beitrug. Die Ergebnisse deuten auf ein umfassenderes Problem hin: langsames Einkommenswachstum gepaart mit begrenzten Aufstiegschancen.

Das nominale Einkommenswachstum lag im Jahrzehnt durchschnittlich bei 1,7 % jährlich, während das reale Einkommenswachstum unter 1 % blieb. Dies führte zu einer weit verbreiteten Situation, in der Arbeitnehmer zwar ihren Lebensunterhalt bestreiten können, aber Schwierigkeiten haben, wirtschaftlich voranzukommen. Die Mindestlohnpolitik diente daher eher der kurzfristigen Unterstützung als der langfristigen Stabilität.
Bnomics schlägt vor, künftige Lohnanpassungen sollten die tatsächlichen Lebenshaltungskosten besser widerspiegeln und regionale Unterschiede berücksichtigen, um eine Verbesserung der Kaufkraft zu gewährleisten. Zudem betont das Institut die Notwendigkeit, die Lohnpolitik mit umfassenderen Maßnahmen zur Steigerung der Produktivität, zur Erweiterung der wirtschaftlichen Chancen und zur Stärkung der lokalen Wirtschaft zu verknüpfen. Ohne diese Integration besteht die Gefahr, dass Lohnerhöhungen den Status quo zementieren, anstatt einen echten Wandel herbeizuführen.
Die Zeitschrift „The Nation“ berichtete, dass politische Entscheidungsträger vor der Herausforderung stehen, Lohnpolitiken zu entwickeln, die über nominelle Erhöhungen hinausgehen und strukturelle Probleme angehen. Die Analyse unterstreicht, dass Lohnerhöhungen allein die finanzielle Belastung der Arbeitnehmer nicht beseitigen werden. Ein umfassenderer Ansatz ist erforderlich, um nachhaltigen wirtschaftlichen Fortschritt zu erzielen.
- Quelle: ASEAN Now, The Nation Thailand