Ausländer gibt sich als DSI Agent aus und bedroht einen Nachrichtenredakteur

Ausländer gibt sich als DSI Agent aus und bedroht einen Nachrichtenredakteur

Pattaya. Nachdem bekannt wurde, dass ein Ausländer, der sich selber als einen DSI Agenten bezeichnet, einem Nachrichtenredakteur gedroht hat, die Artikel über die Verhaftung der zehn Russen in Pattaya zu entfernen, hat sich das DSI ebenfalls mit einer Stellungnahme geäußert.

Das Department of Special Investigations ( DSI ), sagte am Samstag, dass es sich um einen Ausländer handeln würde, der behauptet, einer seiner Agenten zu sein. Der angebliche Agent hat einem Nachrichtenredakteur gedroht und gefordert, dass er eine Geschichte über die jüngsten Festnahmen von russischen und belarussischen Social Media ( soziale Netzwerke ) Persönlichkeiten in Pattaya wieder entfernen soll.

Bei dem angeblichen DSI Agenten handelt es sich um Thierry Perenon, der sich selbst als Franzose bezeichnet. Perenon der angeblich als DSI-Agent in der Urlaubsstadt Pattaya arbeitete, schrieb dem Herausgeber von Khaosod English per E-Mail, dass er die Geschichte über die Gruppe und die Geheimnisse über die US Präsidentschaftswahlen löschen müsse.

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„Ich bin ein Spezialagent des DSI. Wenn Sie wissen, was das Beste für Sie ist, werden Sie diesen Fall von Ihrer Website löschen. Du würdest nicht wirklich wollen, dass sich das DSI um dich kümmert“, schrieb Perenon in seiner E-Mail an den Herausgeber von Khao Sod. „Pass auf deine Familie auf und entferne die Geschichte wieder“.

Ein Video der Festnahme der zehn Russen, die in Pattaya ein Sex-Seminar abhielten zeigt, dass Perenon tatsächlich während der Festnahme am 25. Februar anwesend war. Die DSI war, ähnlich wie das FBI der Vereinigten Staaten, allerdings nicht an der Festnahme beteiligt.

 

 

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Nach einer Reihe weiterer impliziter Drohungen fuhr Perenon fort, der Redakteur könne inhaftiert werden oder es könnte ihm sogar schlimmeres passieren, wenn er sich weigere, die Nachrichten über die verhafteten Russen wieder zu entfernen.

„Deine Familie sollte für dich wesentlich wichtiger sein, als eine einfache Geschichte über die Russen“, schrieb Perenon weiter. „Denken Sie daran, wo Sie sind. Erinnern Sie sich an die Regierung, unter der Sie stehen. Sie könnten 12 Tage inhaftiert werden – 12 Tage oder sogar mehr“.

Perenon, der Fotos von sich selbst in DSI und in verschiedenen Polizeiuniformen auf seinem Profil in den sozialen Netzwerken veröffentlicht hatte, ernannte den stellvertretenden DSI-Chef Korrawat Panprapakorn zu seinem direkten Vorgesetzten.

In einem Telefoninterview sagte der stellvertretenden DSI-Chef Korrawat allerdings, dass sich Perenon selbst falsch dargestellt habe. Er sei nur Teil eines „Ausländer-Netzwerkprogramms“ in Pattaya. Dies Ausländer Netzwerk ist eine Gruppe von Freiwilligen, die dem DSI Tipps über mögliche Verbrechen oder transnationale Banden senden. Diese Ausländer sind keine beeidigten Offiziere des DSI, betonte er dabei. Sie sind Freiwillige und haben natürlich haben keine rechtliche Autorität, fügte er weiter hinzu.

„Das Programm soll die Menschen schützen, die einen ehrlichen Lebensunterhalt verdienen“, sagte Korrawat. „Wenn diese Leute ihre Verbindung mit der DSI missbrauchen oder sich auf unangemessene Weise verhalten, dulde ich es nicht. Sie sollten ausgesetzt werden. “

Der englische Khaosod-Redakteur Todd Ruiz wollte auf Nachfrage seiner Kollegen diese Geschichte allerdings nicht weiter kommentieren.

Am Samstag antwortete Perenon auf eine Anfrage, um seine Behauptungen, für die DSI zu arbeiten, erneut zu bestätigen. Dabei drohte er mit weiteren rechtlichen Schritten wegen der Meldung seiner Aussagen.

„Also ja, ich habe alle Beweise in diesem Fall. Ich verfüge über die Polizeiberichte und die entsprechenden Fotos. Nur Polizeibeamte haben Zugang zu solchen Polizeiberichten, die Sie auch auf meiner Facebook Seite sehen können. Ich bin also einer von ihnen. Und anhand der Fotos können sie auch sehen, dass ich persönlich vor Ort war, als die Spezial Einheit die Russen verhaftet hat“, sagte Perenon weiter.

Perenon gab auch zu, dass er zum Zeitpunkt der Festnahme eine Waffe bei sich trug und damit eine implizierte Drohung gegen einen der anwesenden Reporter machte.

„Sie können die 11mm unter meinem Hemd sehen“, schrieb er. „Eines Tages kannst du sie vielleicht auch wirklich sehen“, drohte er weiter

Auf die Frage, warum er wolle, dass die Artikel wieder entfernt werden sagte er nur kurz: „Deine Nachrichten sind falsch“.

Perenon schrieb weiter, dass „englische Reporter schlechte Probleme haben“ könnte.

„Also habe ich dir nichts anderes zu sagen, als dass du deine Familie in Sicherheit bringen solltest. Die thailändische Polizei, die Armee, und das Russland FSB werden dich im Auge behalten“, schrieb er weiter.

Am Mittwoch hatte die Webseite Khaosod English ein Interview mit Alex Lesley veröffentlicht. Alex Lesley ist ein selbsternannter russischer Sex-Guru, der zwei Tage zuvor zusammen mit seinen anderen „Ausbildern“ in Pattaya während eines Sex-Seminars verhaftet worden war. Der ThailandTIP hatte darüber berichtet.

Schon kurz nach ihrer Verhaftung hatten der 38 Jahre alte Alexander Kirillov, bekannt als Alex Lesley und seine 37 Jahre alte Partnerin Anastasia Vashukevich, die ebenfalls unter dem Namen Nastya Rybka bekannt wurde, bzw. ist behauptet, dass ihr Leben in Gefahr ist, wenn sie von den Behörden in Thailand nach Russland abgeschoben werden.

Russen im Gefängnis hoffen auf die Hilfe der USA

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Laut den Berichten der Washington Post stand das Paar mit einem russischen Oligarchen und Politiker namens Oleg Deripaska in Verbindungen der wiederum gute Verbindungen zum russischen Präsidenten Wladimir Putin unterhielt. Die Washington Post berichtet in ihrem Artikel, Nastya habe bei einer Reise auf der Yacht des Milliardärs gefilmt und dabei kompromittierende Aufnahmen gemacht.

Zur Zeit ihrer Festnahme arbeitete der Guru – der eigentlich Aleksandr Kirillov heißt – mit dem belorussischen Model Anastasiya Vashukievich zusammen. Auf Instagram hatte die als Nastya Rybka bekannte Frau, ihre Affäre mit einem verheirateten russischen Oligarchen und Putin-Verbündeten geschildert. Dabei machte sie Andeutungen über eine angebliche russische Einmischung bei den US-Wahlen.

Nach ihrer Verhaftung hatte Nastya Rybka, gegenüber der thailändischen Khao Sod erzählt, dass sie bereits ist, Informationen aus erster Hand zu der Affäre zu liefern, wenn ihr die Amerikaner dabei helfen können, nicht zurück nach Russland ausgeliefert zu werden.

Anastasia Vashukevich, alias Nastya Rybka

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Aleksandr Kirillow sagte am Dienstag gegenüber Khao Sod, dass die Gefangenen wertvolle Beweise über die Einmischung russischer Wahlmänner in die amerikanischen Behörden tauschen würden, wenn sie helfen könnten, dass sie nicht nach Russland ausgeliefert werden.

Die Einwanderungsbehörde hat sich bisher zu diesem Thema noch nicht geäußert.

Zunächst müssen die verhafteten Russen noch auf eine Anklage wegen Arbeiten ohne Arbeitserlaubnis warten.

 

  • Quelle: Khao Sod