Seine Majestät König Maha Vajiralongkorn verwaltet sein Milliarden Vermögen jetzt alleine

Seine Majestät König Maha Vajiralongkorn verwaltet sein Milliarden Vermögen jetzt alleine

Bangkok. Das bisher für die Vermögensverwaltung der thailändischen Krone zuständige Finanzbüro Crown Property Bureau ( CPB ) hat auf seiner Internetseite bekannt gegeben, dass infolge eines Gesetzes aus dem vergangenen Jahr Seine Majestät der König Maha Vajiralongkorn nun die volle und alleinige Kontrolle über sämtliche Güter und Firmenanteile des Königshauses hält. Laut der Mitteilung hat das Crown Property Bureau ( CPB ) ihren Besitz offiziell an Seine Majestät König Maha Vajiralongkorn übertragen.

Seine Majestät König Rama X ist nun der alleinige Besitzer der Milliarden schweren Königlichen Vermögens und kann jetzt alleine darüber entscheiden, was mit seinem Vermögen in der Zukunft geschehen wird.

Mitarbeiter des Crown Property Bureau ( CPB )

Mitarbeiter des Crown Property Bureau ( CPB )

Die ungewöhnliche Mitteilung kam für viele Anhänger des Königs und vermutlich auch für die Militär Junta völlig überraschend. Allerdings hatte sich der Schritt bereits im letzten Jahr angekündigt, nachdem die regierende Militär Junta auf Wunsch seiner Majestät eine Gesetzesänderung vornehmen musste, um König Maha Vajiralongkorn die Kontrolle über das Crown Property Bureau ( CPB ) zu übergeben.

Der ThailandTIP hatte bereits im Juli 2017 darüber berichtet, dass das Parlament ein entsprechendes Gesetz verabschiedet hatte, wonach König Maha Vajiralongkorn nun völlig alleine bestimmen kann, was und wie mit seinem Vermögen, das er von seinem Vater König Bhumibol, der im Oktober im vergangenen Jahr im Alter von 88 Jahren gestorben war und nach dessen Tod geerbt hat, umgegangen wird.

Es ist die erste Änderung der Gesetze von 1948, die über das Eigentum der Krone bestimmen. Bisher wurde der Vorstand für die Verwaltung des königlichen Vermögens vom Finanzministerium bestimmt und festgelegt. Dadurch waren bisher vor allem Regierungsbeamte für die Verwaltung des königlichen Vermögens zuständig.

Seit Juli 2017 kann König Maha Vajiralongkorn völlig alleine bestimmen, was mit seinem Vermögen geschieht. Er kann ab sofort die Vorstandmitglieder des königlichen Haushaltsbüros selber bestimmen, einstellen oder aber auch wieder entlassen. Die Personen, die von dem König in den Vorstand gewählt werden, müssen dazu keine besondere Qualifikation oder Ausbildung haben. Einzig seine Majestät König Maha Vajiralongkorn bestimmt seit Juli 2017, wer in diesen Vorstand des Crown Property Bureau ( CPB )berufen wird.

Jetzt ist Seine Majestät König Maha Vajiralongkorn offensichtlich noch einen Schritt weiter gegangen und kann nun sein gesamtes Vermögen alleine nach seinem eigenen Gutdünken verwalten.

Damit hat Seine Majestät König Maha Vajiralongkorn seinen Einfluss auf die royale Bürokratie endgültig vollkommen ausgeweitet.

Das thailändische Königshaus gilt als eines der reichsten Königshäuser der Welt und sein Vermögen wird auf umgerechnet bis zu 52 Milliarden Euro geschätzt.

Seine Kritiker hatten bisher hinter vorgehaltener Hand gemunkelt, dass er sich wohl nicht gegen die angeblich so mächtigen Generäle in Bangkok durchsetzen könne. Dass dies in der Realität allerdings ein wenig anders aussieht, musste die Junta Regierung nun wieder einmal erkennen.

Zumindest wenn es um seine eigenen Vorteile geht, kann sich Seine Majestät König Maha Vajiralongkorn offensichtlich erfolgreich gegen Juntachef Prayuth Chan o-cha und seine Untergebenen in Uniform durchsetzen.

Ohne Widerspruch musste das von Militärs kontrollierte Parlament die Gesetzesnovelle durchwinken, die dem thailändischen Monarchen wieder die absolute Kontrolle über die königliche Vermögensverwaltung, das Crown Property Bureau ( CPB ), sichert. Damit hat der Monarch erstmals seit 69 Jahren wieder direkten Zugriff auf das wohl größte Vermögen, das weltweit einer Herrscherfamilie untersteht.

Bis heute ist es nicht genau bekannt, wie groß das Vermögen des Königs tatsächlich ist. Den jüngsten Berichten zufolge dürfte sich das Vermögen, dass jetzt vom König alleine verwaltet wird, auf rund 70 Milliarden US-Dollar belaufen.

Alleine der von ihm gehaltene Anteil an der Siam Commercial Bank und an Siam Cement, dem größten Industriekonglomerat des südostasiatischen Landes, beläuft sich auf einen geschätzten Marktwert von derzeit mehr als neun Milliarden US-Dollar.

Crown Property Bureau, Sindhorn Residence

Crown Property Bureau, Sindhorn Residence

Dazu kommen dann noch alleine in Bangkok rund 8.400 Hektar Land, wovon das meiste im historischen Teil der Hauptstadt liegt.

Weiter dazu gehören mehr als 17.000 Immobilien in der Hauptstadt und weitere 40.000 Immobilien im gesamten Land. Experten gehen auch hier davon aus, dass sich der Wert auf weitere 60 Milliarden US-Dollar beläuft.

Bis zur Umstellung wurde das gewaltige Vermögen vom jeweiligen Finanzminister verwaltet. Seit der Änderung der Gesetzesnovelle im Jahr 2017 steht es dem König zu, alleine über dessen Verwaltung und Verwendung zu entscheiden. Er kann dafür ein Managementteam ernennen oder je nachdem wie er sich auch immer Entscheidet, alles in die eigene Hand nehmen.

Crown Property Bureau, Aufteilung

Crown Property Bureau, Aufteilung

Es dürfte allerdings alleine schon wegen der Komplexität der finanziellen Mitteln und Aufgaben eher unwahrscheinlich sein, dass er die Verwaltung seiner Geschäfte alleine in die Hand nimmt. Allerdings demonstriert der jetzt erneute ungewöhnliche Vorgang, dass König Vajiralongkorn nicht bereit ist, noch weiter nach der Pfeife der Generäle zu tanzen.

Im April 2017 hatte er zwar in einer pompösen Zeremonie eine neue Verfassung unterzeichnet, die den Militärs die Macht im Lande auf mindestens zwei Jahrzehnte sichert. Allerdings hatte er vorher seine eigenen Änderungswünsche, die ihm selber mehr Macht sichern, erfolgreich durchgesetzt.

Die Verfassung, die zunächst von den Bürgern Thailands in einem Referendum im vergangenen August genehmigt wurde, wurde von seiner Majestät König Maha Vajiralongkorn (Rama X) zunächst abgelehnt. König Maha war mit dem Entwurf nicht einverstanden und hatte Einwände gegen insgesamt sechs Artikel, die er nach seinen Wünschen geändert haben wollte.

Premierminister Prayuth hatte damals gegenüber den Medien erklärt, dass Seine Majestät nach einem Gespräch mit seinen königlichen Beratern darum gebeten habe, dass einige Abschnitte in der Verfassung, die vor allem die Monarchie betreffen, geändert werden.

Um welche Abschnitte bzw. Artikel es sich dabei genau handelt, wollte Premierminister Prayuth gegenüber den Medien nicht bekannt geben. Er erklärte nur, dass es sich dabei um drei oder vier Punkte handelt, die Seine Majestät geändert haben möchte.

Später wurde dann bekannt, dass statt des Verfassungsgerichts künftig Rama X. die letzte Instanz bei politischen Streitfällen im Lande darstellt. Zudem unterstehen jetzt fünf neugeschaffene Behörden seiner direkten Befehlsgewalt. Dazu gehört die Abteilung für Sicherheit und Verwaltung des Königshauses, was wohl als Vorsichtsmaßnahme gegen mögliche Anschläge und Putschversuche zu interpretieren ist.

Als nächstes Merkmal setzte der König ebenfalls gegen den Willen der Generäle weiter durch, dass er, selbst wenn er im Ausland weilt, keinen stellvertretenden Regenten ernennen muss. Politische Berater halten das ebenfalls für einen cleveren Schachzug, da sich Seine Majestät damit davor schützt, dass ihn die Generäle vielleicht doch einmal absetzen könnten.

Damit hat Seine Majestät König Maha Vajiralongkorn schon jetzt definitiv mehr Macht, als sein vom Volk geliebter verstorbener Vater König Bhumibol Adulyadej, jemals während seiner 70-jährigen Herrschaft besessen hat.