Pegelstände in Bangkok könnten bis auf zwei Meter steigen, sagt Gouverneur

pp Bangkok. Eine Umfrage der Meinungsforscher der Universität Bangkok bei den dort lebenden und arbeitenden Menschen hat ergeben, dass 54 % der Befragten befürchten, dass die Hauptstadt auch dieses Jahr wieder überschwemmt wird. Befragt wurden 1.190 Bürger von Bangkok.

Insgesamt 48,7% der Befragten gaben an, dass sie die Berichte über die Überschwemmungen in mehreren Provinzen verfolgen würden und deshalb zunehmend der Meinung sind, dass möglicherweise auch Bangkok erneut vom Hochwasser betroffen sein könnte. Allerdings gehen sie davon aus, dass die Situation nicht so schlimm wie bei dem Jahrhunderthochwasser 2011 werden wird.

Auch Bangkoks Gouverneur Sukhumbhand Paribatra, musste auf nachfragen der Presse eingestehen, dass vermutlich gegen Mitte des Monats rund 25 Gemeinden in Bangkok vom Hochwasser heimgesucht werden. Er sagte, dass am 15. und 16. Oktober die Wasserstände des Chao Phraya gut zwei Meter über dem Meeresspiegel liegen würden. Dafür würde alleine schon das abfließende Wasser aus dem Norden sorgen.

Die Regierung betont aber nach wie vor, dass Bangkok wahrscheinlich in diesem Jahr von schweren Überschwemmungen wie im Jahr 2011 verschont bleibt. 2011 hatte man alleine aufgrund des Hochwassers gut 40 Milliarden US-Dollar wirtschaftliche Verluste eingefahren.

Der Grund für die wahrscheinlichen Überschwemmungen zur Mitte des Monats ist der gut 86 Kilometer lange Schutzwall entlang des Chao Phraya. Die Mauer konnte nicht rechtzeitig fertig gestellt werden. Laut Angaben der Behörden fehlen etwa noch 700 Meter des Schutzwalls. Die Arbeiten sollen erst im nächsten Jahr komplett ferti gestellt werden.

Dabei ist aber noch nicht der bisher immer noch anhaltende starke Regen mit eingerechnet. Wie bereits gestern berichtet, musste selbst die Dämme, die bisher schon geöffnet wurden, noch einmal weiter aufgemacht werden. Es kommt einfach mehr Wasser nach, als man bisher abfließen lassen konnte.

Der zuständige Direktor hatte mit aktuellen Zahlen belegt, warum der Pasak Jolasid Damm noch weiter als bisher geöffnet werden musste. Laut seinen Angaben hatte man bisher pro Sekunde gut 700 Kubikmeter Wasser abfließen lassen. Es kommen aber sekündlich mehr als 1.163 Kubikmeter Wasser pro Sekunde dazu. Dabei ist die maximal Kapazität des Damms bereits jetzt überschritten.

Deshalb musste der Damm seit Samstagmorgen 9 Uhr weiter geöffnet werden. Dabei sind sich die Behörden darüber im klaren, dass dies für die unterhalb des Damms liegenden Gemeinden und vor allem für Ayutthaya weiteres Hochwasser und Überschwemmungen bedeutet.

Einen ersten Vorgeschmack auf das Hochwasser hatten die Bürger Bangkoks bereits Donnerstagnacht. Aufgrund starker Regenfällen waren viele Hauptstrassen wie die Phahon Yothin, Kaset-Navamin, Lad Prao, Rama IV, Jaengwattana und Ngam Wong Wan, überflutet. Wie die Bangkok Post berichtet, kam es dadurch zu stundenlangen Staus.