Die Demonstrationen könnten ausgesprochen ungesund enden

pp Bangkok. Lebensmittelverpackungen und anderer Müll türmen sich überall rund um die Anti-Regierungsdemonstranten auf der Ratchadamnoen Avenue auf. Jetzt warnen die Gesundheitsbehörden die Demonstranten vor Krankheiten, die durch die unhygienischen Umstände, wie sie bei Massenaufläufen von Menschen anfallen, auftauchen.

Die Abteilungsleiterin für Gesundheit, Frau Wanthani Watthana definiert sieben Arten von Krankheiten, die er als „Mob Krankheiten bezeichnet. Sie würden speziell bei Massen Kundgebungen ausbrechen, sag er.

Die Demonstranten erhalten bekannter Maßen kostenloses Essen und Getränke. Das diese Speisen nicht immer in Küchen vorbereitet werden, steht außer Frage. Wie in Thailand üblich, werden sie schnell und unkompliziert auf der Straße zubereitet. Aber hier ist nicht die Rede von vielleicht 100 Essen sondern von Tausenden Essen pro Tag.

Bei dem Andrang der hungernden Demonstranten muss es schnell gehen. So schnell, das vielleicht auch nicht immer die Zeit reicht um richtig zu kochen oder um die optimalen Garzeiten einzuhalten.

Zwar können einige Lebensmittel lange im Voraus zubereitet werden, aber sie müssen dann auch entsprechend gekühlt gelagert werden. Auch diese Möglichkeit fehlt größtenteils auf den Demonstrationen.

Andere Gerichte werden zubereitet und müssen dann noch eine ganze Weile durch die Gegend transportiert werden, bevor sie beim Endverbraucher landen. Da tauchen schnell Bedenken auf, ob das Essen noch hygienisch oder in einigen Fällen nicht schon längst tatsächlich faul geworden ist, sagt Dr. Wanthani.

Sie befürchtet deshalb Lebensmittelvergiftungen und Durchfall bei den Teilnehmern. Diese Situation verschlimmert sich noch dadurch, dass die von den Behörden aufgestellten Toiletten nicht oder nur notdürftig gereinigt werden. So können sich die Krankheiten noch schneller von Mensch zu Mensch verbreiten.

Hörstörungen sind ein weiteres Problem, das bei Demonstrationen öfter vorkommt. Gerade in der Nähe der aufgestellten Lautsprecher dröhnen die Stimmen der Protestführer permanent weit über 80 Dezibel. Das führt auf Dauer zu schweren Gehörschäden. Dazu kommt in diesem besonderen Fall das andauernde schrille Geräusch der Triller Pfeifen und die überlauten Pfiffe der Demonstranten.

Der beste Weg, dies zu vermeiden ist es, sich von dem Lärm fernzuhalten. Aber gerade das ist bei einer Demonstration nicht möglich. Dr. Wanthani tät den Teilnehmern, einen Gehörschutz oder Ohrstöpsel zu tragen.

Eine weiteres Problem sind die Erkrankung der Atemwege durch die Kälte und Tuberkulose. An einem Ort, an dem sich viele Menschen versammeln, ist die Chance, sich über die Atemwege einer Krankheit zuzuziehen ebenfalls sehr hoch. Benutzen sie Gesichtsmasken für den Schutz ihrer Atemwege, rät Frau Dr. Wanthani.

Ein weiteres Problem sind Hautkrankheiten, die durch sehr enges Aneinanderstehen übertragen werden. Unzureichende Reinigung des körpers einer Person reichen schon aus, um Hautkrankheiten zu übertragen. Aufgrund der begrenzten Verfügbarkeit von Badeeinrichtungen ist auch diese Art der Krankheitsübertragung nicht zu unterschätzen.

Personen, die bereits angeborene Krankheiten wie Herzerkrankungen oder Bluthochdruck haben, sollten sich ihrer Krankheit bewusst sein und sich nicht körperlich überanstrengen.

Aber auch die Umgebung einer Demonstration kann schon zu Krankheiten führen. Lebensmittelreste und eine nicht saubere Kanalisation ziehen Mücken an. Die Demonstranten sind in Gefahr, sich hier mit einem Träger des Dengue-Virus anzustecken.

Ebenso können sie von streunenden Hunden gebissen werden die bereits an Tollwut erkrankt sind. Es gab bereits Vorfälle, bei denen Demonstranten von Hunden mit Tollwut gebissen wurden. Sie sollten sich auf jeden Fall nach einem Hundebiss im Krankenhaus melden und einen entsprechenden Impfstoff erhalten, rät Dr. Wanthani weiter.

Das letzte Problem, das von Dr. Wanthani aufgeführt wird betrifft die psychische Gesundheit. Sie sagte, Demonstranten können starken Stress entwickeln, weil ihre Gedanken immer auf den Ausgang des Protestes gerichtet sind. "Seien Sie entspannt", riet Dr. Wanthani. "Versuchen sie nicht, sich auf bestimmte Dinge zu sehr zu festigen. Die Enttäuschung könnte hinterher umso größer sein."

"Neben ihren Pfeifen und den Thai-Flaggen sollten sie etwas zu essen und Wasser vorbereiten und mit sich führen", sagte Dr. Wanthani. Sie forderte die Demonstranten auf, in erster Linie an ihre Gesundheit zu denken, wenn sie an den Kundgebungen teilnehmen.