Thailändische Tourismusindustrie kann sich nicht auf ihren Lorbeeren ausruhen

Thailändische Tourismusindustrie kann sich nicht auf ihren Lorbeeren ausruhen

Bangkok. Alle staatlichen und privaten Agenturen, die an der Tourismusindustrie in Thailand beteiligt sind, haben keine Zeit, um sich auf ihren Lorbeeren auszuruhen, erklärt die „Siam Economist Intelligence Centre Commercial Bank“ (EIC). Der Tourismus ist wie eh und je ein wichtiger Motor für die Wirtschaft in Thailand und sollte nicht nur weiter in Schwung gehalten, sondern auch noch ausgebaut werden, sagt ein Analyst des EIC für den Dienstleistungssektor.

Vithan Charoenphon, der EIC Chef Analyst für den Dienstleistungssektor sagte am Mittwoch, dass in den letzten fünf bis sieben Jahren, der Tourismus erfreulicher Weise jährlich um 13 Prozent gewachsen war. Im Vergleich zu den Jahren vor 2010 in denen das Wachstum in dieser Branche nur 7-8 Prozent betragen hat, war das ein willkommener und hart erarbeiteter Zuwachs. Trotzdem sollte sich die Tourismusindustrie nicht auf diesem positiven Ergebnis ausruhen sondern weiter hart arbeiten und neue Quellenmärkte suchen und sie natürlich auch erschließen.

Dabei betonte Herr Vithan, dass die chinesischen Touristen der Schlüssel zum Wachstum des Tourismus im Lande sind.

Chinesen sind die Nummer eins Reisenden nach Thailand, sagte er weiter. Sie machen etwa 30 Prozent der Gesamteinnahmen durch den Tourismus aus.

Dabei prognostiziert die EIC für das nächste Jahr ein weiteres positives Anwachsen der Zahl der Touristen. Laut ihren Angaben sollen im nächsten Jahr rund 37,3 Millionen Touristen nach Thailand kommen. Das wären noch einmal 3,5 Millionen Touristen mehr im Gegensatz zu den 33,8 Millionen Touristen, die in diesem Jahr erwartet werden.

Allerdings hat die starke Nachfrage der Touristen nicht nur positive Auswirkungen auf den Tourismus, warnte der Analyst. Die Geschäftsleute und die Hotel- und Ressortbetreiber hängen sehr stark von den chinesischen Touristen und den Reiseanbietern ab. Dadurch hat diese Gruppe gerade bei den Übernachtungsmöglichkeiten und bei den Händlern einen großen Vorteil bei den Preisverhandlungen. Das bedeutet für die Hotels und Ressorts, dass sie nicht in der Lage sein werden, ihre Zimmerpreise zu erhöhen.

Im Falle einer Verlangsamung der Touristenströme aus China könnte sich das ganze blitzschnell umwandeln und die Tourismusindustrie könnte anstatt eines weiteren Einkommensanstiegs in große Schwierigkeiten geraten. Das würde sich nicht nur negativ in den Kassen der Hoteliers sondern vor allem auch auf das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) bemerkbar machen. Der Anteil des Tourismus am BIP liegt immerhin bei elf Prozent, gab Herr Vithan zu bedenken.

Deshalb ist sein Ratschlag: Thailand muss sich der jeweiligen Situation anpassen um auch in der Zukunft weiter wettbewerbsfähig zu sein.

Indien und Indonesien sind wegen ihrer großen Bevölkerung und der schnell wachsenden Mittelschicht zwei weitere potenzielle Märkte für den thailändischen Tourismus, sagt er weiter.

Sowohl die Weltbank als auch der Internationale Währungsfonds sagen für Indien und Indonesien ein gesundes BIP-Wachstum vorher. Insbesondere von Indien wird erwartet, dass es in rund 15 Jahren die weltweit größte Bevölkerung vorweisen kann.

Eine ausschließliche Konzentration auf die Touristen aus den Ländern, die bereits seit vielen Jahren nach Thailand kommen, könnte das Wachstum der Tourismusindustrie auf lange Sicht und für die Zukunft behindern.

Eine Konzentration auf den Medizinischen und MICE (Meetings, Incentives, Kongresse und Ausstellungen) Tourismus ist dabei nur eine von vielen guten Möglichkeiten, um den Tourismus im Königreich weiter anzukurbeln.

Personen aus den Ländern mit hohen Kosten für das Gesundheitswesen wie Australien, Deutschland und Frankreich oder Länder mit geringer Qualität der Gesundheitsdienste wie Myanmar könnten dabei die zukünftigen und gerne gesehenen Touristen für Thailand sein.

Allerdings muss Thailand in diesem Sektor neue Segmente entwickeln die zusätzlich auch ein langfristiges Wachstum unterstützen.

Das Land sollte versuchen neue Besucher zu gewinnen. Das könne man unter anderem auch dadurch erreichen, dass man die Filmindustrie ermutigt, neue Filme in Thailand zu drehen. Zusätzlich sollten mehr Attraktionen wie große Freizeitparks gebaut werden und Thailand sollte weitere große Sportveranstaltungen ausrichten, rät der Chef Analyst der EIC.

 

Quelle: The Nation