BANGKOK. Laut dem Kasikorn Research Centre verzeichnete Thailands verarbeitendes Gewerbe im Jahr 2025 786 Fabrikschließungen und 1.220 Neueröffnungen. Die Dynamik ließ jedoch gegen Ende des Jahres deutlich nach. Im Dezember überstiegen die Fabrikschließungen erstmals seit zwei Jahren die Neueröffnungen, was auf einen zunehmenden Druck auf die Industrieunternehmen hindeutet und Besorgnis über die kurzfristige Stabilität des Sektors auslöst.
Die von PPTVHD36 am 6. Februar veröffentlichten Daten zeigen, dass die Jahresbilanz zwar positiv blieb, sich die Differenz zwischen Betriebsgründungen und -schließungen jedoch deutlich verringerte. Das Kasikorn Research Centre erklärte, dieser Trend spiegele anhaltende strukturelle Probleme und einen zunehmend verschärften Wettbewerb im verarbeitenden Gewerbe wider, insbesondere angesichts der weiterhin fragilen Wirtschaftslage.
Im gesamten Jahr 2025 überstiegen die Neueröffnungen von Fabriken zwar weiterhin die Schließungen, der Gesamtüberschuss ging jedoch im Vergleich zu den Vorjahren um 42 % zurück. Das Verhältnis von Neueröffnungen zu Schließungen sank auf 434, was einen deutlichen Rückgang darstellt und auf ein nachlassendes Vertrauen der Unternehmen trotz anhaltender Investitionstätigkeit hindeutet.
Das Forschungszentrum identifizierte den Bergbau, die Lebensmittel- und Getränkeindustrie sowie die Werkstoffindustrie als die drei Sektoren mit den meisten Fabrikschließungen. Diese Branchen stehen unter anhaltendem Druck durch steigende Kosten, schwankende Nachfrage und verstärkten Wettbewerb durch Importwaren.

Ein weiterer bemerkenswerter Wandel, der im Bericht hervorgehoben wird, ist die zunehmende Größe der stillgelegten Fabriken. Das durchschnittliche Stammkapital pro geschlossener Fabrik wird Prognosen zufolge im Jahr 2025 49 Millionen Baht erreichen, gegenüber 39 Millionen Baht pro Fabrik im Jahr 2024. Dies deutet darauf hin, dass nun auch größere Unternehmen betroffen sind und nicht mehr nur kleinere.
Das Kasikorn Research Centre warnte, dass mehrere strukturelle Herausforderungen weiterhin die Leistungsfähigkeit des verarbeitenden Gewerbes belasten. Die schwache Konjunktur und die gesunkene Kaufkraft, bedingt durch hohe Lebenshaltungskosten und eine hohe Verschuldung der privaten Haushalte, dämpfen die Binnennachfrage und verlangsamen das Produktionswachstum.
Auch externer Druck spielt eine bedeutende Rolle. Handelskriege und ein stärkerer Baht haben die Produktionskosten erhöht und die internationale Wettbewerbsfähigkeit thailändischer Hersteller, insbesondere von Exporteuren mit geringen Gewinnmargen, verringert.
Gleichzeitig führt der intensive Wettbewerb durch Importwaren zu sinkenden Kapazitäten und rückläufigen Umsätzen in zahlreichen Branchen. Dies erschwert es den Fabriken, ihre Rentabilität zu erhalten, und trägt zu der gegen Ende des Jahres beobachteten steigenden Zahl von Betriebsschließungen bei.
Das Kasikorn Research Centre empfahl eine genaue Beobachtung dreier Schlüsselfaktoren, die sich auf Fabrikeröffnungen und -schließungen auswirken können. Dazu gehören die wirtschaftspolitische Lage im Inland, die Entwicklung des Außenhandels und die Auswirkungen von Importen auf die Kapazitätsauslastung und die Umsätze der lokalen Hersteller.
Das Forschungszentrum wies darauf hin, dass die Entwicklung dieser Faktoren entscheidend dafür sein wird, ob sich Thailands Fertigungssektor im Jahr 2026 stabilisieren kann oder ob eine weitere Konsolidierung bevorsteht.
Wichtigste Erkenntnisse
- In Thailand wurden im Jahr 2025 786 Fabrikschließungen und 1.220 Neueröffnungen verzeichnet, im Dezember überstiegen jedoch die Schließungen die Neueröffnungen.
- Die Sektoren Bergbau, Lebensmittel und Getränke sowie nichtmetallische Werkstoffe verzeichneten die meisten Fabrikschließungen.
- Größere Fabriken werden geschlossen, das durchschnittliche Stammkapital pro Fabrik wird im Jahr 2025 auf 49 Millionen Baht steigen.
- Quelle: ASEAN Now, Thai News Room