BANGKOK. Drei thailändische Familien zählen weiterhin zu den 20 reichsten Dynastien Asiens. Laut dem Bloomberg Billionaires Index erreichte ihr Gesamtvermögen in der Region am 14. April 2026 einen Rekordwert von 647 Milliarden US-Dollar. Die Familien Chearavanont, Yoovidhya und Chirathivat besitzen zusammen schätzungsweise 14,4 % des Gesamtvermögens. Das Ranking unterstreicht einen bedeutenden Trend hin zu Branchen, die das Wachstum künstlicher Intelligenz fördern.
Die Familie Chearavanont belegte mit einem geschätzten Vermögen von 44,8 Milliarden US-Dollar den vierten Platz und behauptete trotz eines leichten Rückgangs in der Rangliste ihre Position als Thailands reichste Dynastie. Ihre CP Group, die 1921 als Saatgutgeschäft in Bangkok begann, ist heute in den Bereichen Agrarwirtschaft, Einzelhandel, Telekommunikation und Technologie tätig. Die Gruppe expandiert über CP Axtra mit einem 580-Millionen-US-Dollar-Plan zur Eröffnung von 110 Hightech-Einzelhandelsgeschäften in Südostasien.
Die Familie Yoovidhya stieg mit einem Vermögen von 32,9 Milliarden US-Dollar auf Platz sieben auf, angetrieben vom weltweiten Erfolg von Red Bull, das vom verstorbenen Chaleo Yoovidhya mitgegründet wurde. Chalerm Yoovidhya übertrug kürzlich im Rahmen einer langfristigen Nachfolgestrategie Anteile im Wert von einer Milliarde US-Dollar in einen Genfer Trust. Analysten werten dies als Maßnahme zur Sicherung des Vermögens für zukünftige Generationen.
Die Familie Chirathivat belegte mit einem Vermögen von 15,7 Milliarden US-Dollar Platz 20. Als Eigentümer der Central Group hat die Familie die Unternehmensführung durch die Ernennung von Suthiphand Chirathivat zum Vorsitzenden gestärkt. Trotz eines leichten Rückgangs im Ranking festigt die Gruppe weiterhin ihre Position im Einzelhandel und Gastgewerbe Südostasiens.
In ganz Asien stieg das Gesamtvermögen der 20 reichsten Dynastien im Jahresvergleich um 16 Prozent – der stärkste Anstieg seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 2019. Dieser rasante Aufschwung spiegelt eine strategische Neuausrichtung wider: weg von konsumorientierten Unternehmen hin zu industriellen Kernprodukten wie Halbleitern, Metallen und Energiesystemen. Diese Sektoren gelten als unerlässlich für die Unterstützung des schnellen Wachstums von Technologien der künstlichen Intelligenz.

Die indische Familie Ambani behauptete ihre Spitzenposition, gestützt auf Investitionen in Höhe von 120 Milliarden US-Dollar in ein Ökosystem für „souveräne KI“. Die chinesische Familie Zhang verzeichnete den stärksten Anstieg: Ihr Vermögen wuchs um fast 200 Prozent, bedingt durch die Nachfrage nach Aluminium für die Kühlung von KI-Hardware. Die südkoreanischen Familien Lee und Chung verstärkten ihr Engagement in den Bereichen KI und Robotik.
Anderswo profitierten die Hongkonger Familien Kwok, Cheng und Lee von der Erholung des Immobilienmarktes. Die indonesische Familie Hartono sowie die indischen Familien Mistry und Jindal verzeichneten im Zuge von Führungswechseln und Schuldenrefinanzierungen leichte Verluste. Die singapurische Familie Wee und die Dynastie Kwek/Quek konnten nach der Stabilisierung der Finanzmärkte und Verbesserungen in der Regierungsführung zulegen.
Laut einem Bericht von The Nation wird die „Backbone-Strategie“ voraussichtlich weiterhin Investitionsentscheidungen prägen, wobei vermögende Familien eine stärkere Kontrolle über vorgelagerte Branchen anstreben, die für die KI-Infrastruktur von entscheidender Bedeutung sind. Diese Entwicklung dürfte den regionalen Wettbewerb und die langfristige wirtschaftliche Positionierung in Asien beeinflussen.
- Quelle: ASEAN Now, The Nation