BANGKOK. Die thailändische Armee wies am 22. Februar die Behauptungen eines US-Medienunternehmens zurück, Thailand habe im Grenzkonflikt mit Kambodscha gegen internationales Recht verstoßen und unverhältnismäßige Gewalt angewendet. Die Reaktion erfolgte im Anschluss an einen Bericht der Zeitung „The New York Editorial“, der am Freitag, dem 20. Februar, auf Facebook geteilt wurde. Armeesprecher Generalmajor Winthai Suvari erklärte, dem Bericht fehlten klare Quellen und er präsentiere verzerrte Informationen, die nicht mit den Gegebenheiten vor Ort übereinstimmten.
Er sagte, der Bericht scheine sich ausschließlich auf kambodschanische Quellen zu stützen, die seiner Ansicht nach die internationale Gemeinschaft wiederholt mit Falschinformationen versorgt hätten. Die Armee bekräftigte, dass Thailand sich strikt an das Völkerrecht halte. Militäroperationen seien gemäß den Einsatzregeln durchgeführt worden und stellten eine legitime Selbstverteidigung nach Artikel 51 der Charta der Vereinten Nationen dar.
Zu den Vorwürfen, Thailand habe den Konflikt eskaliert, obwohl Kambodscha ihn begonnen habe, erklärte die Armee, die Maßnahmen seien der Schwere der Lage geschuldet und stünden in keinem Zusammenhang mit Behauptungen, der Konflikt sei zur Beeinflussung der Parlamentswahlen am 8. Februar instrumentalisiert worden. Bezüglich der Anschuldigungen übermäßiger Gewaltanwendung, darunter der Einsatz von F-16-Kampfjets, nachdem ein einzelner Soldat durch eine Landmine verletzt worden war, erklärte die Armee, die Operationen seien streitkräfteübergreifend koordiniert worden, um die Souveränität und die Zivilbevölkerung zu schützen.

Laut Angaben der Armee wurde Luftunterstützung angefordert, nachdem Kambodscha schwere Waffenangriffe auf thailändische Truppen und zivile Gebiete verübt und zivile Gebäude mutmaßlich als Militärbasen genutzt worden waren. Die Armee betonte, ausschließlich militärische Ziele angegriffen und verhältnismäßig gehandelt zu haben, um den Schaden innerhalb des Kampfgebiets zu begrenzen.
Bezüglich der Behauptungen, Thailand habe illegale Waffen wie Streumunition eingesetzt, erklärte die Armee, dass 155-mm-DPICM-Granaten (Dual Purpose Improved Conventional Munition) gegen militärische Ziele verwendet wurden, die keine langfristigen Rückstände hinterlassen. Thailand sei kein Unterzeichnerstaat des Übereinkommens über das Verbot von Streumunition. Der Tod des zehnjährigen Son Sovanh in der Nähe des Tempelgeländes von Preah Vihear sei auf die Entschärfung eines alten Sprengsatzes außerhalb des Konfliktgebiets zurückzuführen und stehe in keinem Zusammenhang mit thailändischen Operationen, so die Armee.
Die Armee bestritt zudem, psychologische Kriegsführung mit lauten Geräuschen und Trauermusik um 3 Uhr morgens betrieben zu haben. Dies sei von thailändischen Zivilisten durchgeführt worden und keine Militäroperation gewesen. Sie wies Behauptungen zurück, der Konflikt werde zur Stimmengewinnung instrumentalisiert, und widersprach Berichten, wonach fast 98.000 Kambodschaner von der thailändischen Armee vertrieben worden seien, da diese ihnen den Zugang zu ihren Häusern verwehre. Lediglich drei Dörfer in der Provinz Sa Kaeo seien betroffen, mit maximal 1.000 Haushalten.
Die Armee erklärte, Kambodscha sei sich seit Langem bewusst, dass die drei Dörfer auf thailändischem Territorium lägen, und warf kambodschanischen Zivilisten und Soldaten vor, Siedlungen auf thailändisches Gebiet ausgedehnt zu haben. Thailand habe wiederholt versucht, eine Lösung durch Arbeitsgruppen zu finden.
Thainewsroom berichtete, dass die thailändische Armee erklärte, Kambodscha habe die Situation ausgelöst und Langstreckenwaffen gegen thailändische Zivilisten eingesetzt. Sie betonte, Thailands Reaktion habe internationalen Standards entsprochen und negative Auswirkungen auf die Bürger beider Länder vermieden.
Wichtigste Erkenntnisse
- Die thailändische Armee bestreitet, gegen internationales Recht verstoßen zu haben, und erklärt, die Aktionen seien rechtmäßige Selbstverteidigung gemäß Artikel 51 gewesen.
- Sie weist Behauptungen über übermäßige Gewaltanwendung, illegalen Waffengebrauch, psychologische Kriegsführung und Wahlbeeinflussung zurück.
- Die Armee bestreitet Berichte über 98.000 vertriebene Kambodschaner und erklärt, dass nur einige Tausend in drei Dörfern betroffen seien.
- Quelle: ASEAN Now, Thainewsroom