OLYMPIASIEGER JAN FRODENO GEWINNT DEN PHUKET LAGUNA BEACH RESSORT TRIATHLON 2009

Die olympische Disziplin Triathlon wird in drei unterschiedlichen sportlichen Aktivitäten ausgetragen, zum Auftakt Schwimmen, danach Radfahren und zum Abschluß Laufen.

Pünktlich um 7 Uhr ertönte der Startschuß zur ersten Disziplin Schwimmen, 1.8 Kilometer waren zu bewältigen, zuerst raus ins offene Meer und dann zurück zum Laguna-See. Es herrschte reichlich Gedränge am Strand, und natürlich auch später im Wasser, als die über 750 Teilnehmer sich die besten Ausgangspositionen suchten. Relativ schnell setzte sich Jan Frodeno von der Masse der Schwimmer ab und erreichte mit neuer Rekordzeit, nach nur 21.54 Minuten, als erster wieder festen Boden, mit einem Abstand von 45 Sekunden zum zweiten Matthieu O’Halloran. Nächste Disziplin war 55 Kilometer Radrennen. Vom Laguna Ressort führte die Strecke zum Naithon Beach über den Berg und zurück zum Laguna Ressort. Den Vorsprung von 45 Sekunden auf den Verfolger O’Halloran baute Frodeno auf über 7 min. aus.

Er bewältigte die 55 km lange Berg- und Talfahrt in nur 1 Stunde 20 Min. 15 Sek. und setzte damit eine neue Rekordzeit für diese Strecke.

Die Mitfavoriten wie Vorjahressieger Richie Cunningham und Massimi Cigana, Vorjahreszweiter, waren zu diesem Zeitpunkt schon weit abgeschlagen.

Zum Abschluß in die „Laufschuhe“ und dann 12 km kreuz und quer durch das Laguna Resort, die Strecke war flach und übersichtlich, so daß die zahlreichen Zuschauer auch auf ihre Kosten, kamen und ihre Favoriten mehrmals beklatschen konnten.

Mit der zweitbesten Laufzeit von 40 Min. und 48 Sek. erreichte Frodeno das Ziel als erster, nur der Vorjahreszweite Cigana war 14 Sek. schneller, allerdings schüttelte Jan Frodeno auf der Zielgeraden viele Hände und spazierte mit dem Laguna-Elefantenbaby gemütlich ins Ziel.

Mit neuer Rekordzeit verwies er das Verfolgerfeld auf die Plätze und hatte letztendlich 13 Minuten Vorsprung vor dem zweitplazierten O’Halloran aus Kanada und gar 14 Minuten vor dem Dritten Balacs Csoke aus Ungarn. Im Zieleinlauf war Jan Frodeno von den ca. 2 1/2stündigen Strapazen kaum was anmerken.

Die Wartezeit im Zieleinlauf nutzte Frodeno, um seine Mitstreiter, die teilweise erst die zweite Disziplin, Radfahren, absolviert hatten, anzufeuern und aufzumuntern. Kompliment an den großen Sportsmann, sehr erfrischend freundlich, locker und unkompliziert.

Nach der Siegerehrung und der obligatorischen Massage gab Frodeno dann dem TIP ein Exklusiv-Interview.

13 Minuten Vorsprung vor dem zweiten, und dann noch so relativ frisch drauf und ganz locker eingelaufen, es hat so ausgeschaut als hättest du gerade einen ausgedehnten Spaziergang hinter Dir.

Hat es wirklich so ausgesehen, na ja die letzten 100 Meter habe ich mehr Hände geschüttelt als sonst, die Zuschauer waren einfach großartig, die haben mich angefeuert wie verrückt, das trägt natürlich, ist außerordentlich wichtig für die Moral, ich habe dann richtig entspannt, natürlich wußte ich auch, daß ich reichlich Vorsprung habe, so war die Zielgerade für mich wie ein „walk in the park“ [Spaziergang].

Die Schwimm-Disziplin hast du mit 45 Sekunden Vorsprung gewonnen, das Radrennen mit über 6 min., beim Lauf warst du „nur“ zweiter, doch wenn Du durchgelaufen wärest, hättest du da auch Bestzeit erzielt, also warst Du in allen Disziplinen klar überlegen. Wo war es für dich am Anstrengendsten und wie kommt diese Überlegenheit in allen Kategorien zustande?

Also glaube mir, anstrengend war jede einzelne Disziplin, übelst hart war das radeln, vor allem dieser Berg am Naithon Beach, wow, das war brachial, den Hintern hoch, den untersten Gang und los, und es nimmt kein Ende, da merkst du die Muckis, was nachher kam war dann verhältnismäßig easy. Ich komme ja von Haus aus vom Schwimmen, da war ich schon immer gut, kein Michael Groß…

Na, Ähnlichkeit von der Statur und so ist schon stark vorhanden.

Ja, das breite Kreuz und die Länge. Im Radeln habe ich mich stark verbessert, und im Laufen natürlich auch, im Leistungszentrum in Saarbrücken, wo ich viel trainiere, haben wir gute Trainer, das hilft.

Wie hat dir Phuket so gefallen?

Bin zum ersten Mal hier und angenehm überrascht von der Herzlichkeit der Menschen, klaro habe ich einen Promi-Bonus, aber so viel Zuvorkommenheit und Aufmerksamkeit erlebt man eher selten. Die Organisatoren lesen einem jeden Wunsch von den Augen ab, doch bleibt nicht viel Zeit das zu genießen. Das Training und das Akklimatisieren ist halt äußerst wichtig. Das Wenige, das ich von der Insel gesehen habe ist schon sehr eindrucksvoll, einfach toll die Strände, die Landschaft. Vor allen Dingen bin ich von der Thai-Küche sehr angetan, super schmackhaft, ich koche ja selbst sehr gerne.

Kommst Du nächstes Jahr wieder und verteidigst Deinen Titel?

Ich denke schon, komme dann aber früher und bleibe etwas länger, werde dann einen Thai-Kochkurs belegen.

Als Olympiasieger stehst du ja hoch im Kurs, wie oft oder wie wenig bist Du denn zu Hause? [Die olympischen Sommerspiele 2008 in Peking waren für Jan Frodeno der absolute Höhepunkt seiner Sportlerkarriere als Triathlet.]

Nun so ca. 160 Tage bin ich schon unterwegs, muß leider heute abend noch zurückfliegen, da ich am Dienstag ein Foto-Shooting in Österreich habe, allerdings hätte ich große Lust, heute abend auf der Abschlußparty richtig einen abzutanzen, mal schaun ob die Organisatoren meinen Flug umgebucht bekommen.

Wann geht es wieder an den Start?

In zwei Wochen ist Kapstadt in Südafrika angesagt.

Vielen Dank für das Gespräch. ot