„Suthep ist Krank und sollte mal einen Arzt aufsuchen“

pp Bangkok. Akademische Wissenschaftler haben sich mit dem Vorschlag Sutheps über ein neues Thailand auseinander gesetzt. Sie kamen zu dem Schluss, dass das Einsetzen einer Regierung bzw. eines Ministerpräsidenten durch den König ein Affront gegen die Demokratie sei. Das wäre eine Zeitbombe, die in der Zukunft einen Bürgerkrieg auslösen würde.

Bei einem Seminar in der Kasetsart Universität, sagte der Vizerektor der Universität Thammasat Nakharin Mektrairat Herrn Sutheps Idee, der "Rat der Menschen" ist utopisch und nicht umsetzbar.

Er sagte auch, die einzige Option für Ministerpräsidentin Yinglak Chinnawat, um die eskalierenden politischen Konflikte zu entschärfen ist, die Regierung aufzulösen.

Nach der Auflösung könnte man eine Übergangsregierung einsetzen, die sich dann für eine nationale Reform Engagieren könnte.

"Die Idee, einen Volksrat zu bilden, ist utopisch", sagte er auf die Frage, wie und ob man Ratsmitglieder rekrutieren könne.

Kowit Wongsurawat, ein Akademiker an Institut für Moral- und Politikwissenschaften der königlichen Akademie betonte die Notwendigkeit, mit dem anstehenden demokratischen Verfahren im Rahmen der Verfassung zu bleiben.

Er sagte weiter, dass Herrn Suthep Vorschlag von der Charter abweicht. Das Aufrufen der Artikel 3 und 7, wie von Suthep in seinem Vorschlag zitiert, wäre eine sehr weite Auslegung der Verfassung und könnte am Ende zu weiteren Problemen führen.

Herr Kowit schlug vor, das Haus aufzulösen und von der Regierung jemand anderen, der für beide Seiten akzeptabel ist, als Interims-Premierminister einzusetzen. Man müsse diese Person aber zunächst einmal finden.

Der Politikwissenschaftler der Chulalongkorn Universität Herr Prapas Pintoptaeng sagte, dass man durch die Fehler in Lateinamerika lernen sollte. Mehrere Länder hätten dort bereits versucht, „Räte der Menschen“ einzusetzen. Sie wären aber letzten Endes zu einem Mechanismus für bestimmte gesellschaftliche Gruppen geworden.

Herr Worachet Pakeerut ein Kern Führer der Gruppe Nitirat und Rechtsdozent an der Thammasat-Universität sagte, Sutheps Forderungen sind kompromisslos und für die Regierung nicht akzeptabel. Der beste Weg aus dem Konflikt wäre für Suthep einen Schritt zurück zu gehen und sich zu Kompromissen bereit zu erklären.

Professor Kevin Hewison, der an der australischen Murdoch University für Politik und Internationale Studien zuständig ist sagte, Sutheps Anforderungen könnten nur mit einer weiteren „Dosis“ von Militär-, Justiz- oder der Unterstützung des Königs erfolgreich zu sein. Aber selbst wenn es Suthep gelingen sollte an die Macht zu kommen, wird ihn die politische Wirklichkeit wieder einholen. Dazu bräuchte er deutlich mehr, als seine bisherige autoritäre populistische Rhetorik.

Inzwischen hat sich auch der stellvertretende Ministerpräsident und Außenminister Surapong Tovichakchaikul zu Wort gemeldet. Er riet Suthep sich zu ergeben, wenn er seine Pläne mit der Regierung diskutieren möchte.

Er betonte jedoch, dass Herr Sutheps Pläne zum Teil verfassungswidrig seien.

"Herr Sutheps Vorschlag ist eine Ausgeburt seiner Phantasie“.

"Er ist krank und sollte einen Arzt aufsuchen. Er steht zu sehr unter dem Druck von Rechtsfällen und dem Haftbefehl gegen ihn. Dadurch wird sein Denken abnormal“, fügte er Surapong laut der Bangkok Post hinzu.