Da Thailand seine alternde Flotte amerikanischer F-16-Kampfjets demnächst schrittweise außer Dienst stellen wird, ist die Royal Thai Air Force (RTAF) dabei, ein neues Kampfjetmodell für die Beschaffung im Haushaltsjahr 2025 auszuwählen.

US-Regierung drängt Thailand, den Kauf von F16-Kampfflugzeugen in Erwägung zu ziehen

BANGKOK / WASHINGTON. Da Thailand seine alternde Flotte amerikanischer F-16-Kampfjets demnächst schrittweise außer Dienst stellen wird, ist die Royal Thai Air Force (RTAF) dabei, ein neues Kampfjetmodell für die Beschaffung im Haushaltsjahr 2025 auszuwählen.

Die Entscheidung, die sich nun in der Endphase befindet, findet zwischen zwei Bewerbern statt, die die Anforderungen erfüllen: Schwedens Gripen E/F von SAAB und die US-amerikanische F-16 Block 70 von Lockheed Martin. RTAF möchte ein Modell, das seinen Bedürfnissen im Rahmen des Budgets entspricht, aber technische Probleme könnten das Ganze erschweren.

Die USA würden den Auftrag offensichtlich gern an Land ziehen. So sandte US-Botschafter Robert F. Godec einen Brief an Premierminister Srettha Thavisin, in dem er ihn drängte, den Kauf der F-16 Block 70 Jets in Erwägung zu ziehen, da diese für die Fähigkeiten der Königlich Thailändischen Luftwaffe (RTAF) geeignet seien.

Wenn die Wahl nicht auf die US-F-16 fällt, wird dies Auswirkungen auf die geopolitische Strategie in Südostasien haben, wo die USA mit China um Einfluss wetteifern. Der Wettbewerb wird noch verstärkt, wenn Thailand sein erstes chinesisches U-Boot erhält. Obwohl Verteidigungsminister Sutin Klungsang die Frage der Vertragsänderung für Chinas U-Boot noch nicht dem Kabinett zur Genehmigung von Motormodifikationen und Fristverlängerung vorgelegt hat, wird davon ausgegangen, dass das U-Boot bis 2027 in Thailand eintreffen wird.

Was die Luftverteidigung betrifft, so soll die derzeit im Einsatz befindliche Flotte der F-16-Kampfflugzeuge bis 2028 außer Dienst gestellt werden. Sollte sich Thailand für den Kauf der Gripen-Kampfflugzeuge zusätzlich zu den zwölf Kampfflugzeugen entscheiden, die es vor einigen Jahren gekauft hat, würde sich die militärische Ausrüstung Thailands zu Lasten der USA verschieben. Das Verhältnis zwischen amerikanischer und nicht-amerikanischer Ausrüstung würde sich von 1:1 auf 2:1 und schließlich auf 3:1 oder 4:1 verringern.

Aus politischer Sicht zielen die Treffen des US-Botschafters mit Sutin und der Brief an Premierminister Srettha eindeutig darauf ab, die Auswahl der Kampfjets der RTAF zugunsten der US-Interessen zu beeinflussen. Rechtlich gesehen hat die RTAF jedoch die Befugnis, auf der Grundlage ihrer eigenen operativen Bedürfnisse und Budgetbeschränkungen zu wählen.

Angesichts des begrenzten Budgets konzentriert sich die RTAF auf die Auswahl eines Kampfjets, der ein Gleichgewicht zwischen Qualität und Kosten bietet. Ziel ist es, ein Modell auszuwählen, das ihren Anforderungen im Rahmen der Budgetbeschränkungen entspricht, ohne Kompromisse bei der Leistung einzugehen.

Link, das Tactical Data Link-System, das militärische Hardware aller drei Streitkräfte weltweit integriert, ist ein wichtiger Aspekt bei den Haushaltsdiskussionen für das Jahr 2025. Obwohl die Royal Thai Air Force (RTAF) derzeit F-16-Flugzeuge auf verschiedenen Stützpunkten stationiert hat, fehlt ihnen das Link-16-System und der Technologietransfer. Wenn die USA keine Teile und Techniker für die Wartung liefern, können die F-16-Flugzeuge nicht für Missionen eingesetzt werden.

Es wird oft gesagt, dass die RTAF zwar F-16-Flugzeuge hat, ihnen aber das wahre Eigentum fehlt, da alles unter US-Kontrolle steht. Jede Nutzung des Link-Systems erfordert US-Genehmigung und Passwörter.

Allerdings haben die USA laut Sutin neue Angebote unterbreitet, darunter Kredite für das gesamte Projekt und einen Technologietransfer zur Wartung entsprechend den Anforderungen der RTAF.

 

Da Thailand seine alternde Flotte amerikanischer F-16-Kampfjets demnächst schrittweise außer Dienst stellen wird, ist die Royal Thai Air Force (RTAF) dabei, ein neues Kampfjetmodell für die Beschaffung im Haushaltsjahr 2025 auszuwählen.
Da Thailand seine alternde Flotte amerikanischer F-16-Kampfjets demnächst schrittweise außer Dienst stellen wird, ist die Royal Thai Air Force (RTAF) dabei, ein neues Kampfjetmodell für die Beschaffung im Haushaltsjahr 2025 auszuwählen.

 

„Wir führen Gespräche und der US-Botschafter hat uns versichert, dass die Systeme verbunden werden können. Er betonte, dass ihre Verbindungssysteme in die bestehenden Flugzeuge der RTAF integriert werden können und pries sie als modern und anderen Modellen überlegen an“, sagte Sutin.

Auch wenn die USA keinen offenen Druck auf die thailändische Regierung ausüben, erfordert der diplomatische Ansatz von Thailand eine klare Antwort, egal ob es den Deal akzeptiert, ablehnt oder einen Kompromiss findet. Dies ist eine große Herausforderung für Premierminister Srettha.

Obwohl die RTAF die Befugnis hat, das Kampfflugzeugmodell auszuwählen, könnten politische und wirtschaftliche Erwägungen, darunter mögliche Vorteile für Thailand durch die USA, die Entscheidung beeinflussen. Allerdings könnte externer Druck den Auswahlprozess erschweren und die operativen Prioritäten der RTAF beeinflussen.

Es ist wahrscheinlich, dass Premierminister Srettha eine Lösung finden wird, die allen Seiten zugutekommt, indem er die langjährigen internationalen Beziehungen aufrechterhält und gleichzeitig sicherstellt, dass die RTAF geeignete Kampfflugzeuge erwirbt.

Allerdings könnten die USA die Konkurrenz nur dann in den Schatten stellen, wenn sie das Link-16-System eigenständig anbieten und den Preis des F-16 Block 70 deutlich senken.

 

  • Quelle: The Nation Thailand