BANGKOK. In einer bewegenden Rede im Bezirk Phan in Chiang Rai versprach der ehemalige Premierminister Thaksin Shinawatra am Mittwoch, die nächsten drei Jahre dem Wiederaufbau der thailändischen Wirtschaft zu widmen. Thaksin, der nach wie vor eine einflussreiche Persönlichkeit ist, auch wenn er hinter den Kulissen agiert, kritisierte den aktuellen Zustand der Wirtschaft und führte den Niedergang auf Misswirtschaft in der Vergangenheit zurück.
Er wies auf ein beunruhigendes wirtschaftliches Ungleichgewicht hin: Während die Einkommen der Bevölkerung schrumpfen, verzeichnen die Geschäftsbanken einen Gewinnanstieg von 14 Prozent bei einem bescheidenen BIP-Wachstum von 3 Prozent. „Die Wirtschaft ist landesweit zusammengebrochen“, erklärte Thaksin nachdrücklich und lenkte die Aufmerksamkeit auf das, was er als systemisches Versagen wahrnimmt, das aus vernachlässigter Haushaltsverantwortung resultiert.
Um die Lage ins rechte Licht zu rücken, verglich Thaksin die aktuellen wirtschaftlichen Probleme mit denen während der asiatischen Finanzkrise von 1997. Damals betrafen die Turbulenzen vor allem die oberen Schichten des Finanzsystems. Heute, so argumentiert er, sind die Auswirkungen weitreichend und betreffen die einfachen Bürger im ganzen Land.
Seine Tochter, Premierministerin Paetongtarn Shinawatra, hat mit der Verwaltung der Staatsgeschäfte alle Hände voll zu tun. Thaksin versicherte seinem Publikum jedoch, dass er die Regierung bei ihren Bemühungen zur Wiederbelebung der Wirtschaft strategisch unterstützen werde.
Er verwies auf seine frühere Amtszeit als Premierminister, in der Thailand ein schnelles Wirtschaftswachstum und aufeinanderfolgende ausgeglichene Haushalte erlebt habe. Dem gegenüber stünden nun jahrelange Haushaltsdefizite und eine steigende Verschuldung.
Thaksin skizzierte mögliche Strategien für einen wirtschaftlichen Aufschwung. Im Mittelpunkt steht dabei der Plan, die Agrarexporte nach China zu erhöhen, das bereits den Kauf von 300.000 Tonnen Maniok zugesagt hat. Dieser Schritt dürfte die Marktpreise anheben und damit den lokalen Bauern Erleichterung verschaffen.
Er ging auch auf die kritische Frage der Preise für Grundnahrungsmittel wie Reis und Kautschuk ein. Thaksin versicherte der Öffentlichkeit zuversichtlich, dass er nach praktikablen Methoden suchen werde, um diese Preise zu erhöhen und damit den Bauern, deren Lebensunterhalt in hohem Maße von diesen Feldfrüchten abhängt, eine Rettungsleine zu bieten.

Angesichts der Tatsache, dass die Wirtschaft an einem Wendepunkt steht, könnte Thaksins Intervention, die er als Rückkehr zum Wohlstand darstellt, zu einem wichtigen Test für seinen anhaltenden politischen Einfluss werden. Manche mögen an der Durchführbarkeit seiner ehrgeizigen Pläne zweifeln, doch seine Versprechen, die Wirtschaft zu stabilisieren und zum Blühen zu bringen, könnten ihm die Unterstützung verschaffen, die er von der Basis braucht.
Die vor uns liegende Aufgabe ist monumental, aber Thaksins Entschlossenheit, Thailand aus seinem wirtschaftlichen Sumpf zu führen, hat bei vielen neue Hoffnung geweckt. Während sich die Situation weiter entwickelt, werden Beobachter gespannt beobachten, ob seine kühnen Ankündigungen zu greifbaren Ergebnissen für ein Land führen, das sich nach finanzieller Erholung sehnt, berichtete die Bangkok Post.
- Quelle: Bangkok Post