BANGKOK. Die thailändische Staatsanwaltschaft hat am Donnerstag 23 Verdächtige angeklagt, darunter den Chef der Italian-Thai Development Plc und eines chinesischen Staatsunternehmens. Sie haben Verstöße begangen, die zum Einsturz des State Audit Office-Turms in Bangkok während des Erdbebens vom 28. März geführt haben.
Der teilweise fertiggestellte 30-stöckige Turm im Bezirk Chatuchak war das einzige Gebäude, das durch die Erschütterungen des starken Erdbebens der Stärke 7,7 im benachbarten Myanmar am 28. März einstürzte.

Das Such- und Rettungsteam von United SAR K9 führt am 10. Mai eine morgendliche Suchmission an der Einsturzstelle des Gebäudes des staatlichen Rechnungshofs in Bangkok durch. Mehr als 90 Menschen starben, als das 30-stöckige Gebäude am 28. März einstürzte. (Foto: United SAR K9 Team)
Bei dem Vorfall kamen mindestens 95 Menschen ums Leben – fast alle davon Bauarbeiter.
Der Bau des SAO-Gebäudes war ein Joint Venture zwischen Italian-Thai Development (ITD) und China Railway Number 10 (Thailand) Ltd, einer lokalen Einheit der staatlichen China Railway Group.
Gegen Premchai Karnasuta, den Präsidenten von ITD und leitenden Angestellten der China Railway Number 10 (Thailand) Ltd., wurde zusammen mit 21 anderen Personen Anklage erhoben, weil sie gegen Bauvorschriften verstoßen und durch Fahrlässigkeit einen Tod verursacht hätten, sagte Sakkasem Nisaiyok, ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft.
Einigen anderen Verdächtigen wurde außerdem die Fälschung technischer Dokumente vorgeworfen, heißt es in der Erklärung.
Erste Untersuchungen kamen zu dem Ergebnis, dass Konstruktions- und Baufehler zum Einsturz des Gebäudes geführt hatten.
ITD reagierte nicht sofort auf die Bitte von Reuters um einen Kommentar.
Die Anwälte anderer in den Fall verwickelter Parteien, darunter China Railway Number 10 (Thailand) Ltd, waren für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.
Herr Premchai und 14 andere wiesen alle gegen sie erhobenen Vorwürfe zurück, als sie im Mai wegen des Gebäudeeinsturzes von der Polizei festgenommen wurden.
Die Ermittlungen zu anderen Aspekten des Falls dauern an, darunter zu mutmaßlichen Absprachen bei der Ausschreibung , in die nach Angaben des Department of Special Investigation bis zu 70 Staatsbeamte verwickelt sein könnten.
- Quelle: Bangkok Post