BANGKOK. Von ihrer Gründung im Jahr 2009 unter dem Dach des politischen Netzwerks „blau“ bis hin zu ihrer Entwicklung zu einem entscheidenden Machtfaktor haben die stetigen Sitzgewinne von Bhumjaithai Anutin Charnvirakul nach den Wahlen 2026 in Richtung Premierministeramt katapultiert.
Seit der Gründung der Bhumjaithai-Partei durch einen Führungszirkel um Newin Chidchob – oft als das „blaue“ Lager bezeichnet – hat sich die Partei rasant von einer regionalen Machtbasis zu einer zentralen Kraft in der nationalen Politik entwickelt.
Bhumjaithai wurde am 14. Januar 2009 offiziell gegründet; Newin leitete die Präsentation. Die Partei entwickelte sich schnell zu einem zentralen Akteur in einer politischen Neuausrichtung, als sie – unter der Führung von Chavarat Charnvirakul , dem Vater des heutigen Parteivorsitzenden Anutin Charnvirakul – ihren Beitritt zu einer von den Demokraten geführten Regierung ankündigte.
Die als „lokale Machthaberpartei“ bekannte „blaue“ Partei, die ihre Stärke durch einflussreiche politische Netzwerke aufgebaut hat, expandierte Schritt für Schritt.
Bei den Wahlen 2011 stellte Bhumjaithai 34 Abgeordnete und blieb ein wichtiger Block, als die Führung vom Vater auf den Sohn überging und Anutin den Parteivorsitz übernahm. Nachdem sich die Partei jedoch öffentlich von Thaksin Shinawatras Lager distanziert hatte, landete sie schließlich in der Opposition an der Seite der Demokratischen Partei, da Pheu Thai – unter der Führung von Yingluck Shinawatra – bereits vor den Wahlen klargestellt hatte, dass sie Bhumjaithai nicht in die Regierung aufnehmen würde.
Bei den Wahlen 2019 konnte Bhumjaithai seine Repräsentation nahezu verdoppeln und erreichte 51 Sitze. Unter General Prayut Chan-o-cha trat die Partei in die Regierung ein und übernahm die Verantwortung für wichtige Ministerien wie das Verkehrs- und das Gesundheitsministerium.
Bei den Wahlen 2023 konnte Bhumjaithai – die Partei, die manchmal als geschickt darin bezeichnet wird, einflussreiche lokale politische Gruppen anzuziehen – ihre Position weiter auf 71 Sitze ausbauen und festigte damit ihre Stellung als entscheidende Zünglein an der Waage in Koalitionsverhandlungen.
Die politische Landschaft veränderte sich erneut, nachdem Pheu Thai mit der Move Forward Party brach, da diese keine parlamentarische Unterstützung für Pita Limjaroenrat als Premierminister gewinnen konnte. Dies ebnete den Weg für eine neue Koalitionsformel: Pheu Thai tat sich mit Bhumjaithai und einer Reihe mittelgroßer und kleinerer Parteien zusammen, um eine Regierung zu bilden.
Gegen Ende dieser Regierung flammten die Spannungen zwischen dem „roten“ und dem „blauen“ Lager erneut auf, was zu einer weiteren politischen Neuausrichtung führte. Bhumjaithai verkündete daraufhin eine Minderheitsregierung mit der Volkspartei, die vier Monate lang regierte und letztlich den Weg für Anutins Ambitionen auf das Amt des Premierministers ebnete.
Nachdem die Wahlergebnisse von 2026 Bhumjaithai als stärkste Partei ausweisen, richtet sich die Aufmerksamkeit nun auf die Möglichkeiten einer Koalition. Anutin erklärte öffentlich, seine Partei sei offen für eine Zusammenarbeit mit jeder Partei. Seine Äußerungen bei einer Großkundgebung am 6. Februar – zwei Tage vor der Wahl – wurden jedoch weithin als Zeichen dafür interpretiert, dass er einen Vorsitzenden bevorzugt, der in der Lage ist, „in alle Richtungen“ zu koordinieren, viele Freunde und wenige Feinde zu haben und sowohl den politischen als auch den öffentlichen Dienst reibungslos zu führen.

Dieser Subtext wurde von einigen als Botschaft an das „orange“ Lager interpretiert. Zusammen mit der Positionierung nach der Wahl – darunter die Aussage des Vorsitzenden der Volkspartei, Natthaphong Ruengpanyawut, dass seine Partei im Falle eines zweiten Platzes weder die Opposition akzeptieren noch eine Gegenregierung bilden würde – sehen viele Beobachter die Umrisse einer weitgehend im Voraus festgelegten Regierungsformel, die wenig Raum für Spannung lässt.
Die nächste Phase besteht darin, abzuwarten, was nach dem Ergebnis von 2026 geschieht: Die entstehende Regierung wird die Richtung des Landes prägen, und die Frage ist, ob die neue Regierung den Wendepunkt darstellen wird, auf den die Öffentlichkeit hofft.
- Quelle: The Nation Thailand