Thailands Militärregierung ignoriert die Risiken für den Mekong Fluss

Thailands Militärregierung ignoriert die Risiken für den Mekong Fluss

Chiang Rai. Die Prayuth Regierung unterstützt den Plan von China, die für eine angeblich „verbesserte Schifffahrt“ mehrere Felsen im Mekong Fluss in der Nähe von Chang Saen in der Provinz Chiang Rai sprengen will.

Felsen-im-Mekong_02Die Entscheidung von Thailands militärischer Regierung, die den chinesischen Sprengplan des Mekong-Fluss Einlasses in Chiang Rai unterstützt, sind nicht nur eine Gefahr für die Wildtiere und die Fisch Lebensräume, sondern bedrohen auch noch die Nahrungsressourcen für die dort lebenden Fluss Gemeinschaften.

Der Zusammenschluss der thailändischen Bevölkerung in den acht Mekong-Provinzen und eine Allianz von Gemeinschaftsorganisationen aus dem Mekong-Becken stehen dem Plan, die Felsen im Mekong Fluss einfach zu sprengen, entgegen. Die Gruppe sagt, dass das Entfrenen von „Inselchen“ auch die Strömung des Mekong beschleunigen würde, wodurch zahlreiche Erosion am Flussufer ausgelöst werden können.

Außerdem würde die Navigation von großen Schiffen entlang der Route es auch für die einheimische Bevölkerung mit ihren kleinen Booten sehr schwierig machen, auf dem Fluss durch die Gegend zu reisen.

Das Netzwerk der acht Mekong-Provinzen und die Allianz der Gemeinschaftsorganisationen sagen, dass die Rechtfertigung für die Sprengung der Felsen im Fluss sehr schwach und ungerechtfertigt sei. Die Öffentlichkeit wurde dazu weder konsultiert noch informiert, obwohl das Wohlergehen der Ökologie des zehnten längsten Flusses der Welt eindeutig durch die Sprengungen gefährdet ist.

Und die Partei, die bei der ganzen Angelegenheit die wichtigsten Handelsvorteile gewinnt, wird ganz offensichtlich China sein, betonen die Sprecher der Gemeinschaft.

Felsen-im-Mekong_01Sie sagen, dass die Lage der Felsen für ein gutes Ökosystem sorgt und als Brutplatz für Fische und Vögel dient. Außerdem ist es auch ein wichtiger Ort für die lokale Fischerei. Der Abriss der Stromschnellen könnte die Nahrungsmittel Ressourcen für die Flussufer Gemeinschaften in beiden Ländern bedrohen, betonen sie.

Die verwirrende Haltung der Militärregierung zu den Problemen, die sich am Mekong-Fluss bemerkbar machen, ist sehr besorgniserregend und nicht zu verstehen. Vietnam und Kambodscha haben den Druck auf Laos und China über die Umweltauswirkungen des Dammes der Mekong-Wasserstraße schon vor längerer Zeit erhöht.

Mekong_01Die Lebensgrundlagen von Millionen von Menschen stehen auf dem Spiel. Und doch schwankt Thailands Regierung, manchmal scheinbar uninteressiert an den Risiken und anderen Zeiten, und unterstützt dabei offenbar eine potenziell ruinöse Politik.

Das Sekretariat der Mekong-Flusskommission in Vientiane eröffnete in der vergangenen Woche eine Sitzung der Arbeitsgruppe „Gemeinsame Ausschüsse“.Das Thema war das Wasserkraftprojekt Pak Beng, der letzte von Laos vorgeschlagene Staudamm für den Hauptkanal des Flusses.

Laos hat bereits Arbeiten über zwei Dämme im Gange – den Xayaburi und den Don Sahong, an dem auch thailändische Bauunternehmen beteiligt sind. Auch hier gibt es ernsthafte Befürchtungen, dass beide Projekte die Flussressourcen und die nachgelagerten Gemeinschaften ernsthaft gefährden könnten.

Laut den Erwartungen soll der Pak-Beng-Staudamm, zwischen dem Xayaburi und dem chinesischen Jinghong-Wasserkraft-Projekt, jährlich im Durchschnitt etwa 4,8 Gigawattstunden Strom generieren. Dieser Strom soll sowohl für den inländischen Gebrauch, als auch für den Export, vor allem nach Thailand produziert werden.

Die Mitglieder der Mekong-Fluss-Kommission in Thailand, Laos, Kambodscha und Vietnam können alle potentiell von jeglichen größeren Strukturen am Fluss betroffen sein. Dämme, die den Fluss stromaufwärts blockieren, schwächen den Strom stromabwärts und behindern die Bewegung von Sedimenten und wandernden Fischen.

geplante Dämme in Laos und Kambodscha

geplante Dämme in Laos und Kambodscha

Dazu kommt, dass jedes Mal, wenn China und Laos einen Damm bauen, Kambodscha und Vietnam mit den größten Auswirkungen rechnen und umgehen müssen. Vietnam, das am weitesten stromabwärts liegt, befindet sich nun vor einer weiteren schlimmen Lage. Durch den reduzierten Fluss Ablauf ist es nun möglich, dass Salzwasser weiter in das Fluss Delta eindringt. Das führt zu Einschränkungen der Fischmigration und zu Problemen in Kambodscha, wo Millionen von Menschen auf den Mekong für ihre tägliche Nahrung angewiesen sind.

Im Rahmen der vorherigen Konsultation können sich Kommissionsmitglieder, ihre Bürgerinnen und Bürger und externe Stellen, die um die Umwelt bemüht sind, über den Pak-Beng-Staudamm äußern. Allerdings vergeblich!

Es gibt jedoch nichts, um Laos davon abzubringen, mit dem Projekt Schritt zu halten und die Klagegründe schlichtweg zu ignorieren. Die Argumente der besorgten Bürger, um allfällige negative Auswirkungen für den Fluss und seine angrenzenden Bewohner zu mildern, werden überhört und nicht ernst genommen.

Thailand hat dagegen erst gar keine Neigung gezeigt, Bedenken über diesen Damm zu äußern. Die Aufmerksamkeit der Regierung hat sich stattdessen in letzter Zeit auf den Plan Chinas konzentriert, angebliche Hindernisse für die Navigation von größeren Schiffen auf einem Teil des oberen Mekong zu beseitigen.

Thailand hat bereits im vergangenen Monat die Regelung von China befürwortet, die hemmenden Felsen und Inselchen im Fluss mit Sprengstoffen zu entfernen. Dadurch soll es den 500 Tonnen schweren chinesischen Frachtschiffe möglich sein, problemlos den Hafen von Luang Prabang in Laos zu erreichen.

Die thailändische Gemeinschaft hat die Bürger, die entlang des Mekong in Chiang Rai leben darüber alarmiert, das die Inseln und die Felsen die entfernt werden sollen, für die im Fluss lebenden Tiere wichtige Lebensgrundlagen sind. Auf die Bedenken und Beschwerden der Bürger hat Premierminister Prayuth Chan-o-cha mit gemischten Botschaften reagiert.

Zuerst sagte er, dass der Mekong ein internationaler Fluss und die bereits begonnenen Projekte nicht ohne diesen Konsens fortfahren können. Später erklärte er dann, dass die Sprengungen im Mekong von Chiang Rai nichts mit Thailand zu tun hätten.

Auf die berechtigte Frage der besorgten Bürger, warum dann sein Kabinett um Zustimmung gebeten wurde, wenn es angeblich nichts mit Thailand zu tun hat, kam dann von ihm die Antwort, dass Thailand bereits die möglichen ökologischen Auswirkungen des Plans, zusammen mit der damit verbundenen Frage der Grenzabgrenzung sorgfältig studiert habe.

Ein Teil der thailändisch-laotischen Grenze ist derzeit durch einen „Talweg“ markiert, der die Linie der untersten Höhe im Flusseinzugsgebiet kennzeichnet. Veränderungen im Flussfluss könnten dann auch diese Grenze verschieben, sagte er.

Es wäre eine weitere Schande, wenn es dadurch zu einem weiteren widerspenstigen Grenzstreit kommt, beidem die Regierung dann dazu gezwungen wird, verantwortungsvoll auf die multiplizierenden Mekong-Probleme zu reagieren.

Weit wichtiger als die Grenzen sind doch wohl das Leben und das Wohlergehen der Menschen, dass hier auf dem Spiel steht, berichtet das Auge vom Mekong (Mekong Eye).

 

  • Quelle: The Nation, Mekong Eye