Tauchen ist die beste Option, um die 13 Jungen aus der Tham Luang Höhle zu retten

Tauchen ist die beste Option, um die 13 Jungen aus der Tham Luang Höhle zu retten

Chiang Rai. Aufgrund der bevorstehenden Regenfälle und der Gefahr eines weiteren Hochwassers innerhalb der Tham Luang Höhle haben sich die Verantwortlichen nach langen Diskussionen über die Sicherheit der Jugendlichen dazu entschieden, dass Tauchen nach wie vor die beste und die schnellste Option ist, um die 13 gestrandeten Jugendlichen aus der Höhle zu befreien.

Der Leiter der Rettungsaktionen, der Gouverneur von Chiang Rai, Herr Narongsak Osotanakorn sagte am Mittwoch: „Wir haben lange überlegt, wie wir die 13 Opfer am schnellsten aus der Tham Luang Höhle befreien können. Wir haben uns dazu entschieden, dass Tauchen die beste und schnellste Option, um die 13 Jungen aus der Tham Luang Höhle zu retten. Der stärkste der Überlebenden wird der erste sein, den wir wieder ans Tageslicht bringen“, sagte Gouverneur Narongsak. „Die anderen Jungen werden dann später folgen“, fügte er hinzu.

Herr Narongsak sagte weiter, dass der Hochwasserpegel innerhalb der Höhle dank der leistungsstarken Pumpen, der gut ausgelegten und verbundenen Rohre und der Umleitung des natürlichen Wasserflusses durch das Tham Luang Höhlensystem nachgelassen hat.

Das Nachlassen des Wassers und die Entspannung der Hochwassersituation hat die Aussichten für die Retter erhöht, den 13 Fußballern zu helfen, so schnell wie möglich aus der Höhle zu kommen, in der sie bereits seit 11 Tagen gefangen sind.

„Der Hochwasserstand ist seit dem Einsatz der Pumpen um einen Zentimeter pro Stunde gesunken. Wenn wir diese Dynamik beibehalten können, sollte es sicher genug sein, um die Kinder bald herauszuholen „, sagte Gouverneur Narongsak.

Am Dienstag sagte der nationale Koordinator der US-amerikanischen Cave Rescue Commission, Herr Anmar Mirza, dass das Tauchen die schnellste Möglichkeit sei, um die Überlebenden aus der Höhle herauszuholen. Gleichzeitig warnte er allerdings auch und fügte hinzu, dass es auch die “ gefährlichste “ Option sei.

Bei den Diskussionen der Rettungsmannschaften über die verschieden Möglichkeiten wurde die Option, die Überlebenden so lange in der Höhle bleiben zu lassen, bis das Hochwasser vollständig zurückgeht, gestern ausgeschlossen. Da nach wie vor das drohende Risiko für weitere starke Regenfälle besteht, die das gesamte Höhlensystem erneut wieder überschwemmen könnten, ist die schnelle Evakuierung zwar die gefährlichste, aber auch die beste Option um die Jugendlichen aus der Tham Luang Höhle zu befreien.

Die 10 Kilometer lange Höhle in der Provinz Chiang Rai wird normalerweise jedes Jahr zwischen Juli und November überflutet. Am Montagabend fanden erfahrene Höhlentaucher aus Großbritannien die vermisste Fußballmannschaft an einem Ort, der etwa 5 km von dem Höhleneingang entfernt liegt. ( siehe Grafik ).

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Die jetzt zuständigen Rettungsmannschaften haben daher beschlossen, dass die 13 Überlebenden zunächst an ihrem derzeitigen Aufenthaltsort bleiben, während detaillierte Vorbereitungen für ihre sichere Evakuierung getroffen werden. Zu den Rettungsmannschaften haben sich weitere Royal Thai Navy SEALs angeschlossen, während die Jugendlichen in der Höhle weiter mit leichtem Essen, Wasser, Licht, Medizin, Thermaldecken und Tauchausrüstung versorgt werden.

Jetzt müssen die Jugendlichen Tauchen lernen.

Die Spezialisten der Royal Thai Navy haben schon gestern damit begonnen, die Jugendlichen im Tauchen zu unterrichten. Dazu gehören das Tragen einer Vollgesichtsmaske und wichtige Atemübungen unter der Maske.

Die Mediziner vor Ort in der Höhle, einschließlich Armeelehrer Oberst Pak Loharachun, haben die Gesundheitschecks für alle Teammitglieder abgeschlossen und befanden sie dabei für relativ gesund. Ein Videoclip, der gestern veröffentlicht wurde, zeigte, dass die Fußballer kleinere Wunden hatten und offensichtlich begierig darauf waren, die Höhle zu verlassen.

Ein der eingeschlossenen Fußballspieler fragte: „Können wir heute ausgehen?“ Armeelehrer Oberst Pak forderte die Jungen auf, geduldig zu sein und erklärte ihnen, dass er selber trotz seiner Tauchfertigkeiten schon alleine sechs Stunden brauchte, um von der dritten Kammer der Höhle zum heutigen Aufenthaltsort der Überlebenden zu gelangen.

Erfahrene Taucher brauchen sechs Stunden, um von der dritten Kammer bis zum Aufenthaltsort der Überlebenden zu gelangen

Erfahrene Taucher brauchen sechs Stunden, um von der dritten Kammer bis zum Aufenthaltsort der Überlebenden zu gelangen

Die dritte Kammer der Höhle, die etwa zwei Kilometer vom Eingang entfernt ist, fungiert jetzt als Vorwärtskommandostation der Rettungsaktionen. Dort wurden Beleuchtungs- und Kommunikationsgeräte installiert, sowie Sauerstofftanks, Medikamente und allen anderen notwendigen Hilfsmitteln die zur Rettung und zur Sicherheit benötigt werden, deponiert.

Von der dritten Kammer bis zur gefluteten T-Kreuzung sind es dann erneut ca. 800 weitere Meter. Von dieser Kreuzung gibt es eine schmale und vollständig unter Wasser liegende Passage, die spezielle Rettungsteams erfordert, um dadurch zu tauchen. Zum Zeitpunkt der Drucklegung betrug der Hochwasserstand hier fast fünf Meter.

Von der dritten Kammer bis zur gefluteten T-Kreuzung sind es dann erneut ca. 800 weitere Meter

Von der dritten Kammer bis zur gefluteten T-Kreuzung sind es dann erneut ca. 800 weitere Meter

Nach dem Verlassen dieser engen Passage müssen die Rettungsteams eine weitere Strecke von 400 Metern klettern und wandern. Diese Zone ist trocken. Dann müssen sie etwa 130 Meter weiter tauchen, um den sogenannten Pattaya Beach zu erreichen. Dann muss das Team weiter über den Strand laufen, bevor es einen weiteren 400 Meter langen Tauchgang macht, um den Hang zu erreichen, auf dem sich die Überlebenden versammelt haben.

Alle 13 Überlebenden in der Höhle müssen also nicht nur gesundheitlich fit sein, sondern sie müssen auch noch lernen zu schwimmen und zu tauchen, bevor sie wieder sicher aus der Höhle gebracht werden können, sagen die Rettungsexperten.

Auch wenn die Tauchexperten während der gesamten Zeit an ihrer Seite sind, wird das Team an einigen Stellen während der Reise aus der Höhle tauchen und schwimmen müssen, fügten sie weiter hinzu.

Die beiden Briten, die zuerst die vermissten Opfer ausfindig gemacht haben – Richard Stanton und John Volanthen – sind bei der Rettungsmannschaft geblieben, um bei der sicheren Evakuierung der Jugendlichen zu helfen. Der andere britische Experte, Robert Harper, der in seinen Siebzigern war, musste gestern die Provinz Chiang Rai verlassen, um sich in seinem Heimatland einer medizinischen Untersuchung zu unterziehen.

Ein Rettungsteam des Indopazifischen Kommandos der Vereinigten Staaten hat sich geschworen, die Operationen in der Höhle Tham Luang zu unterstützen, bis alle 13 Überlebenden sicher herausgebracht wurden.

 

  • Quelle: thailändische Medien