Findet Yingluck, sagt Ministerpräsident Prayuth

Findet Yingluck, sagt Ministerpräsident Prayuth

Bangkok. Yingluck Shinawatra sollte heute vor dem Obersten Gerichtshof in Bangkok erscheinen um dort das Urteil gegen sie im umstrittenen Reisverpfändungsprogram zu erfahren. Allerdings warteten ihre Anhänger, ihre Anwälte sowie die Richter und die Staatsanwälte vergeblich auf ihr Erscheinen. Der ThailandTIP hatte bereits darüber berichtet.

Nachdem sie um 9 Uhr nicht vor dem Gericht erschienen war, wurde ein Haftbefehl gegen Yingluck ausgestellt. Gleichzeitig wurde ihre Kaution in Höhe von 30 Millionen Baht von dem Gericht in Bangkok eingezogen.

Ihre Anwälte hatten zwar vor Gericht erklärt, dass sie plötzlich erkrankt sei, allerdings wollten die Richter diese Aussage ohne ein ärztliches Attest nicht gelten lassen.

Nachdem sicher war, dass sie nicht vor Gericht erscheinen wird und auch niemand weiß, wo sie sich im Moment aufhält, hat sich Ministerpräsident Prayuth Chan o-cha zu dem Fall geäußert und gesagt: „Ich habe alle Beamten beauftragt, die normalen Ein- und Ausreisen zu überprüfen und herauszufinden, wo sich Yingluck im Moment befindet“.

Er fügte hinzu, dass der keine Ahnung habe, ob sich Yingluck noch in Thailand aufhält oder bereits schon außer Landes geflohen ist.

Es sagte weiter dass er glücklich gewesen sei als er früher darüber informiert wurde, dass sie am heutigen Freitag zur Urteilsverkündung vor dem Obersten Gerichtshof in Bangkok erscheinen wird.

Heute Vormittag äußerte sich auch der Chef der Einwanderungsbehörden Polizei General Leutnant  Nathathorn Prousoontorn zu dem Vorfall und erklärte ebenfalls, dass es in seiner Behörde keinen Hinweis darauf gebe, dass Yingluck das Land bereits verlassen habe.

„Ich behaupte, dass es bis jetzt keine Aufzeichnungen von Yingluck gibt, dass sie das Land über einen Einwanderungskontrollpunkt, einschließlich der an den Flughäfen und an den Grenzen verlassen hat“, sagte Nathathorn.

Er sagte weiter, wenn Yingluck das Land in einem Privatjet verlassen habe, müsste es bei den Einwanderungsbehörden einen Eintrag in der entsprechenden Datenbank geben. Dies sei aber nicht der Fall, fügte er gleich hinzu.

Sollte sie allerdings unauffällig über eine Landesgrenze gegangen sein, so hätte das Büro keine Aufzeichnungen gemacht, räumte er ein.

Inzwischen waren sogar schon Gerüchte aufgetaucht, dass Yingluck mit der Hilfe des Militärs das Land verlassen haben könnte. Der stellvertretende Ministerpräsident und Verteidigungsminister General Prawit Wongsuwan glaubt allerdings nicht an die Spekulationen von heute Vormittag, dass das Militär der ehemaligen Premierministerin Yingluck Shinawatra geholfen hat, das Land zu verlassen.

Prawit sagte dazu weiter, dass die Sicherheitsbehörden der Regierung sowohl die Bewegungen von Yingluck als auch die nationalen Grenzen überwacht haben.

Beamte, die den Auftrag hatten, Yinglucks Wohnsitz zu beobachteten, hätten sie seit zwei Tagen nicht gesehen. Allerdings musste er auch zugeben, dass es für Yingluck möglich gewesen könnte, mit einer der verschiedenen Abflugrouten aus Thailand zu fliehen.

Prawit sagte weiter, dass er unbestätigte Berichte gehört habe, dass sie über Ko Chang weiter nach Kambodscha gereist und dort bereits eingetroffen sei. Allerdings könne er auch diese Gerüchte nicht bestätigen, da er bisher zu sehr mit dem Treffen vor Gericht beschäftigt war.

Verteidigungsminister General Prawit lehnte es ebenfalls ab, einem Bericht zu kommentieren, wonach ein hochrangiger Regierungsbeamter Yingluck geholfen hatte, das Land am Mittwochabend zu verlassen.

Prawit sagte, wenn diese Information sich als wahr erwiesen hat, muss der Beamte diszipliniert und vor Gericht gestellt werden. Wenn der Beamte beim Militär wäre, würde er ebenfalls sofort vom Dienst suspendiert und entlassen werden, fügte Prawit hinzu.

 

  • Quelle: The Nation, Thai Visa, Khao Sod, thailändische Medien