Die Staatsanwälte fordern die Polizei auf, sich zu beeilen und den Red Bull Erben "Boss" endlich zu finden

Die Staatsanwälte fordern die Polizei auf, sich zu beeilen und den Red Bull Erben „Boss“ endlich zu finden

BANGKOK. Bei der Jagd nach dem Red Bull Spross Vorayuth „Boss“ Yoovidhya, der wegen eines hochkarätigen Falles aus dem Jahr 2012 gesucht wird, steigt der Druck auf die Polizei, nachdem die Staatsanwaltschaft gewarnt hat, dass es in der Verantwortung der Polizei liegt, die Ortung des Verdächtigen zu beschleunigen bevor der Fall abläuft. Die thailändische Staatsanwaltschaft fordert die Polizei auf, sich zu beeilen und den Red Bull Erben „Boss“ wegen des Falls aus 2012 endlich zu finden und vor Gericht zu stellen.

Das Büro des Generalstaatsanwalts (OAG) kann die Auslieferung des Verdächtigen erst dann fordern, wenn die Polizei herausgefunden hat, in welchem Land er lebt, sagte der stellvertretende Sprecher der OAG, Prayut Phetkun.

Die Nationale Antikorruptionskommission macht die Polizei für die Flucht des Red Bull Erben verantwortlich

Die Nationale Antikorruptionskommission macht die Polizei für die Flucht des Red Bull Erben verantwortlich

Der 35 Jahre alte Vorayuth, der bei öffentlichen Sportveranstaltungen (u. a. Formel 1) und anderswo im Ausland schon mehrfach gesehen wurde, wird beschuldigt, am Steuer gesessen zu haben, als sein Ferrari am 3. September 2012 in der Sukhumvit Road in Bangkok den Motorradpolizisten Polizei Major Wichian Klanprasert rammte und ihn dabei tötete.

Die Polizei hat noch sieben Jahre Zeit, um Herrn Vorayuth aufzuspüren, bevor die Verjährungsfrist für die schwerwiegendste Anklage, rücksichtsloses Fahren mit Todesfolge, am 3. September 2027 ausläuft.

Die Geschwindigkeitsbeschränkung wurde fallen gelassen, als die einjährige Verjährungsfrist 2013 ablief und eine zweite Anklage – dass er nicht angehalten und dem Unfallopfer geholfen hatte – am 3. September 2017 auslief.

Der Polizei und der Staatsanwaltschaft bleiben also noch sieben Jahre, um ‚Boss‘ zu verfolgen, zu stelen und vor Gericht zu bringen.

„Vergessen Sie nicht, dass die Auslieferung nur dann möglich ist, solange die Verjährungsfrist für diese Anklage noch gültig ist. Und es liegt jetzt in der Verantwortung der Polizei, ihn zuerst zu lokalisieren“, sagte der stellvertretende Sprecher der OAG, Herr Prayut.

Wenn der Aufenthaltsort von Herrn Vorayuth bekannt wird, wird die OAG herausfinden, ob dieses Land einen Auslieferungspakt mit Thailand hat. Wenn nicht, wird stattdessen ein diplomatischer Ansatz gewählt, sagte Prayut.

Zuvor hatte eine Untersuchung der Nationalen Antikorruptionskommission (NACC) ergeben, dass die Absicht bestand, Herrn Vorayuth von der Strafverfolgung wegen Drogenmissbrauchs und Geschwindigkeitsüberschreitung durch Beamte der Polizeistation Thong Lor auszunehmen.

Damals hat Herr Vorayuth bzw. seine hochkarätigen Anwälte die Gerichtsverhandlungen erfolgreich schon sieben Mal verschoben.

Erst am 27. April 2017 wurde er schließlich von der Staatsanwaltschaft wegen rücksichtslosen Fahrens angeklagt, das zum Tod des Polizeibeamten führte und er dem Unfallopfer nicht geholfen hatte.

Er floh zwei Tage vor seiner Anklage in Thailand in einem Privatflugzeug.

 

  • Quelle: Bangkok Post