BANGKOK. Die Polizei hat ein großes Callcenter-Betrugsnetzwerk zerschlagen, vier Verdächtige festgenommen und in koordinierten Razzien in fünf Provinzen Vermögenswerte im Wert von über 114 Millionen Baht beschlagnahmt. Die Operation richtete sich gegen ein transnationales kriminelles Netzwerk mit Beteiligung chinesischer und thailändischer Staatsangehöriger, das mit Online-Anlagebetrug und Geldwäsche in Verbindung steht.
Die Verhaftungen erfolgten nach Durchsuchungen an neun Orten in Bangkok, Pathum Thani, Phitsanulok, Kamphaeng Phet und Tak am Dienstag, dem 10. Februar 2026. Beamte der Abteilung zur Bekämpfung von Technologiekriminalität (TCSD) des Zentralen Ermittlungsbüros (CIB) arbeiteten mit mehr als 200 Mitarbeitern verschiedener thailändischer Behörden und internationaler Partner zusammen, darunter die US-amerikanische Abteilung für Heimatschutzermittlungen (HSI) und der US-amerikanische Secret Service (USSS).
Unter den vier Verdächtigen befinden sich ein 49-jähriger chinesischer Staatsangehöriger namens Lai, der mutmaßlich von den kriminellen Erträgen profitierte, sowie drei thailändische Staatsangehörige im Alter zwischen 49 und 55 Jahren, die der Geldwäsche und der Beihilfe zu den Straftaten beschuldigt werden. Alle wurden aufgrund von Haftbefehlen des Strafgerichts vom 26. Januar 2026 festgenommen.
Die Polizei gab bekannt, dass die Ermittlungen auf Online-Beschwerden und Big-Data-Analysen zurückzuführen sind, die einen Anstieg von Betrugsfällen im Zusammenhang mit gefälschten Online-Handelsplattformen aufdeckten. Opfer wurden durch eine gefälschte App namens „Tkshop“, die sich als „TikTokshop“ ausgab und außerhalb offizieller App-Stores verbreitet wurde, zum Verkauf von Waren oder zu Investitionen verleitet.
Die gefälschte App war so gestaltet, dass sie seriöse Plattformen imitierte und gefälschte Umsatz- und Gewinnzahlen anzeigte, um Vertrauen zu erwecken. Die Opfer wurden anschließend angewiesen, Geld für Investitionen, Waren oder Gebühren auf mehrere, vom Netzwerk kontrollierte Bankkonten zu überweisen. Danach wurden Abhebungen gesperrt, bis weitere Zahlungen erfolgten.
Die Behörden registrierten 88 Opferfälle mit Schäden von über 25 Millionen Baht, während weitere 67 Fälle von Schmugglern mit Schäden von mehr als 15 Millionen Baht in Verbindung gebracht wurden. Die Ermittler deckten zudem die Rolle der Gruppe beim Transport von Personen und Ausrüstung über Grenzen hinweg auf, wobei natürliche Routen genutzt wurden, um der Entdeckung zu entgehen.

Zu den beschlagnahmten Vermögenswerten gehören Bargeld in Höhe von rund 4 Millionen Baht, 13 Pkw im Wert von etwa 22 Millionen Baht, 31 Traktoren im Wert von 10 Millionen Baht, ein Bagger, ein Haus im Wert von 31 Millionen Baht, Goldbarren, Markenartikel, Schmuck, 28 Grundbucheinträge und eingefrorene Bankguthaben. Sämtliche Vermögenswerte wurden dem Amt zur Bekämpfung der Geldwäsche (AMLO) übergeben.
Thaitabloid berichtete, die Polizei habe die Öffentlichkeit vor Online-Investitionsangeboten gewarnt und erneut darauf hingewiesen, dass der Verkauf oder die Verleihung von Bankkonten bei Verbindung mit Geldwäsche mit bis zu zehn Jahren Haft bestraft werden kann. Weitere Ermittlungen zur Identifizierung zusätzlicher Verdächtiger in dem grenzüberschreitenden Netzwerk laufen.
Wichtigste Erkenntnisse
- Die Polizei hat im Rahmen einer landesweiten Operation gegen ein Callcenter-Betrugsnetzwerk vier Verdächtige festgenommen.
- Die Opfer verloren mehr als 40 Millionen Baht durch betrügerische Investitions- und E-Commerce-Plattformen.
- Die Behörden beschlagnahmten Vermögenswerte im Wert von über 114 Millionen Baht und weiten die Ermittlungen aus.
- Quelle: ASEAN Now, Naewna