BANGKOK. Thailand wird aufgefordert, seine Käufe von US-Militärtechnologie zu erhöhen, um seinen hohen Handelsüberschuss abzubauen. Der Verband der thailändischen Industrie (FTI) vermutet, dass dies die neuen US-Zölle, die Präsident Donald Trump auf thailändische Exporte erhoben hat, abmildern könnte. Der Schritt gilt als mögliches Gegenmittel zu den drohenden 36-prozentigen Zöllen, die am 9. April in Kraft treten sollen.
FTI-Vorsitzender Kriengkrai Thiennukul ist überzeugt, dass der Erwerb teurer US-Militärgüter nicht nur dazu beitragen wird, Thailands Überschuss zu reduzieren, sondern auch die Grundbedürfnisse des thailändischen Militärs zu decken. Da der Handelsüberschuss mit über 1,2 Billionen Baht der elftgrößte weltweit ist, sind Maßnahmen zur Behebung der Situation erforderlich.
Eine weitere Überlegung betrifft den verstärkten Kauf von US-amerikanischen Agrarrohstoffen. Dies muss jedoch sorgfältig geprüft werden, um negative Auswirkungen auf die thailändischen Landwirte zu vermeiden.
Das FTI hat umgehend detaillierte Berichte von 47 Branchen zu den Auswirkungen der Zölle angefordert, um Strategien für die Steuerung der Washingtoner Politik zu entwickeln. Neben Rüstungskäufen hat Trump auch 25-prozentige Zölle auf ausländische Autos und Autoteile eingeführt, um US-Unternehmen wieder zur Inlandsproduktion zu bewegen.
Thailändische Autoteile sind wesentlich billiger als ihre in den USA hergestellten Pendants und stellen für Ford Motor ein wichtiges Exportgut in den USA dar.
Darüber hinaus schlägt Nipatsin Yimyam vom Petroleum Exploration and Production Industry Club der FTI vor, die Importe von US-Kraftstoffen, insbesondere Flüssigerdgas, zu erhöhen. Er prognostiziert, dass die neuen Zölle das thailändische BIP um besorgniserregende 1 Prozent oder 1,7 Billionen Baht schmälern könnten.

Diese Abwehrstrategien stehen im Mittelpunkt, da sich Thailand auf die wirtschaftlichen Auswirkungen der Zolleinführung vorbereitet.
Die gemeinsamen Anstrengungen zielen darauf ab, die thailändische Industrie zu schützen und gleichzeitig das Handelsdefizit mit den USA zu verringern. Angesichts der sich entwickelnden Situation prüfen thailändische Behörden und Unternehmen weiterhin Möglichkeiten, diesen finanziellen Drahtseilakt zu überwinden.
- Quelle: Bangkok Post