BANGKOK. Asiatische Aktienkurse fallen, nachdem die US-Notenbank den Leitzins unverändert gelassen hat. Der thailändische Bankensektor bietet Potenzial.
Asiatische Aktien stehen unter Druck, nachdem die jüngste geldpolitische Ausrichtung der Federal Reserve ein klares Signal dafür gesendet hat, dass die US-Zinsen voraussichtlich längerfristig höher bleiben werden. Dies verstärkt eine restriktive Geldpolitik, die die Erwartungen an den Aktien- und Anleihemärkten neu prägt.
Die Börse Thailands und die meisten asiatischen Börsen gaben am Donnerstag nach und folgten damit den Verlusten der wichtigsten Wall-Street-Indizes vom Vortag, nachdem die US-Notenbank ihren Leitzins bei 3,50-3,75 % belassen hatte. Dies war die dritte Zinspause in Folge in diesem Jahr und entsprach den Markterwartungen.
Die Entscheidung offenbarte jedoch tiefe Spaltungen innerhalb des Ausschusses: Mit 8 zu 4 Stimmen stellten sie die größte Ablehnung seit Jahrzehnten dar und verdeutlichten die wachsende Uneinigkeit über den künftigen geldpolitischen Kurs. Der scheidende Fed-Chef Jerome Powell räumte ein, dass die Inflation weiterhin hoch sei, vor allem aufgrund des anhaltenden Energiepreisdrucks im Zusammenhang mit geopolitischen Spannungen.
Der restriktive Ton der Fed löste einen starken Ausverkauf von Anleihen aus und trieb die Renditen von US-Staatsanleihen in die Höhe. US-Aktien reagierten mit erhöhter Volatilität, insbesondere bei
hochwertige Technologie Aktien.
„US-Aktien treten in eine volatilere Phase ein, da die Renditen von US-Anleihen steigen und der Bewertungsdruck zunimmt“, sagte Koraphat Vorachet, Forschungsleiter bei Krungsri Securities (KSS).
Technologieaktien bleiben aufgrund ihrer hohen Bewertungen besonders sensibel, während steigende Renditen, insbesondere im 2-Jahres- und 10-Jahres-Segment, die Aktienmultiplikatoren direkt drücken, stellte das Brokerhaus fest.
KSS empfiehlt einen selektiven Anlageansatz oder eine taktische Portfoliobereinigung, insbesondere wenn die Renditen 10-jähriger US-Staatsanleihen über der Schwelle von 4,5-4,6 % bleiben, was das Aufwärtspotenzial von Aktien weiterhin begrenzen könnte, sagte er.
Das Brokerhaus erklärte, Thailand zeichne sich durch ausländische Kapitalzuflüsse aus und empfehle Investitionen in die Bereiche Bankwesen, Energie und Raffinerie.
Tourismus und IKT hinken angesichts makroökonomischer Gegenwinde weiterhin hinterher.

NIM-Wiederherstellung
Die Bank von Thailand hat am Mittwoch in einer einstimmigen Entscheidung ihren Leitzins bei 1% belassen und damit signalisiert, dass das derzeitige Niveau angesichts der sich abschwächenden Wirtschaft weiterhin angemessen ist.
Laut Asia Plus Securities (ASPS) dürften stabile inländische Zinssätze in Verbindung mit einem höheren globalen Zinsumfeld eine allmähliche Erholung der Nettozinsmargen (NIM) der Banken in der zweiten Jahreshälfte 2026 begünstigen.
Das Unternehmen geht davon aus, dass die Nettozinsmarge im zweiten Quartal ihren Tiefpunkt erreichen wird, allerdings dürfte die Neubewertung der Einlagen eine Margenausweitung begünstigen. Am meisten profitieren dürften Banken mit einem hohen Anteil an variabel verzinsten Krediten.
Angesichts der zunehmenden globalen Volatilität empfiehlt ASPS Anlegern, sich als defensive Strategie auf thailändische Bankaktien mit hohen Dividenden zu konzentrieren.
Trotz verbesserter Fundamentaldaten hinkte der Bankensektor dem Gesamtmarkt hinterher, was attraktive Chancen mit einem guten Risiko-Rendite-Verhältnis bot. Bangkok Bank und Kasikornbank gelten laut ASPS als Nachzügler mit Aufholpotenzial, insbesondere im Vorfeld der Zwischendividendenausschüttungen Mitte des Jahres.
POLITIKÜBERGANG
Während die Fed derzeit eine vorsichtige und restriktive Haltung einnimmt, hoffen die Märkte zunehmend auf eine mögliche Lockerung der Geldpolitik unter dem künftigen Vorsitzenden Kevin Warsh, der als eher taubenhaft gilt und möglicherweise Zinssenkungen in Betracht zieht, falls sich die Lage auf dem Arbeitsmarkt im Laufe dieses Jahres verschlechtert.
Dennoch hängt die kurzfristige Entwicklung laut KSS von den Anleiherenditen ab.
„Sollten die Renditen hoch bleiben, könnten die Aktienmärkte weiterhin unter Druck stehen. Lässt die Inflation nach, eröffnet sich Spielraum für Zinssenkungen und eine Erholung risikoreicher Anlagen“, so das Brokerhaus.
Analysten befürworten derzeit eine Hantelstrategie – eine Kombination aus selektivem Engagement in globalen Aktien und inländischen Aktien mit hohen Dividenden, insbesondere im thailändischen Bankensektor, so KSS.
- Quelle: Bangkok Post