Mindestens 222 Tote und viele Vermisste nach dem Tsunami in Indonesien

Mindestens 222 Tote und viele Vermisste nach dem Tsunami in Indonesien

Sumatra / Java. Bei dem Tsunami am Samstagabend gegen 21 Uhr an der Küste von Indonesien sind laut den bisherigen Angaben der Behörden mindestens 222 Menschen ums Leben gekommen. Die Behörden melden weiter, dass die Zahl der verletzten Personen auf 745 angestiegen ist. Nach wie vor werden noch zahlreiche Personen vermisst. Die Behörden gehen allerdings davon aus, dass die Zahlen der Toten und Vermissten noch weiter ansteigen werden.

Wie bereits berichtet, traf am Samstagabend gegen 21 Uhr die Flutwellen eines Tsunami auf die Meerenge zwischen den Inseln Sumatra und Java. Es wird vermutet, dass der Tsunami durch den Ausbruch des Vulkans und einem möglichen Unterwasser Erdrutsch auf „ Anak Krakatoa „ einer der berüchtigsten Vulkaninseln der Welt, Die Unterwasser Erdrutsche könnten laut den Angaben von Experten dann den Tsunami ausgelöst haben.

Hunderte von Gebäuden und Häusern entlang der Küste der indonesischen Inseln Java und Sumatra wurden durch die Wucht der Welle zerstört.

Indonesiens Agentur für Katastrophenmanagement hat die Menschen aus Angst vor einem erneuten Tsunami davor gewarnt, sich von der Küste fernzuhalten. Die Warnungen der Behörden vor hohen Wellen bleibt weiterhin bestehen.

 

In einigen der am schlimmsten betroffenen Gegenden von Pandeglang, Lampung und Serang sind indonesische Rettungskräfte und das Rote Kreuz bereits vor Ort.

Mehr als 800 Menschen wurden verletzt und Dutzende wurden bisher schon als vermisst gemeldet, nachdem der Tsunami am Samstag inmitten eines Weihnachtsferien Wochenendes um 9.27 Uhr die Küstengebiete entlang der westlichen Inseln Java und Südsumatra getroffen hatte, teilte die „ Disaster Management Agency „ mit. Die Zahl der Todesopfer könnte noch weiter ansteigen, sobald die Behörden die Berichte aus allen betroffenen Gebieten erhalten haben, sagte ein Beamter.

Laut den Berichten von Augenzeugen gab es keine Vorwarnungen oder sonst irgendwelche Anzeichen für einen Tsunami, um die Menschen auf die bevorstehende Welle aufmerksam zu machen, die Gebäude in Sekundenschnelle aus ihren Fundamenten riss und verängstigte Konzertbesucher an einem beliebten Strand für Urlauber ins Meer trieben.

Dramatische Videos in sozialen Medien zeigten die indonesische Popband „ Seventeen „, die am beliebten Strand Tanjung bei einem Konzert für Angestellte eines staatlichen Elektrizitätsunternehmens unter einem Zelt auftrat. Dutzende von Menschen saßen an Tischen, während andere in der Nähe der Bühne zur Musik tanzten.

Sekunden später, als der Schlagzeuger gleich zu Beginn des nächsten Songs anfing, stürzte die Bühne plötzlich vorwärts und krümmte sich unter der Kraft des Wassers. Dabei wurde die Bühne, sowie die Band und ihre Ausrüstung ins Publikum geworfen.

 

Die Gruppe Seventeen veröffentlichte später ein Statement, in dem es heißt, dass ihr Bassist, der Gitarrist und der Straßenmanager getötet worden seien, während zwei andere Bandmitglieder und die Frau eines der Performer noch immer vermisst werden.

“ Die Flut stieg an die Oberfläche und spülte alle Menschen vor Ort einfach weg „, heißt es in dem Statement der Gruppe. “ Als die Strömung zurückging, konnten sich unsere Mitglieder leider nicht retten, während einige keinen Platz fanden, an dem sie sich festhalten konnten „.

Der Sprecher der Katastrophenagentur Herr Sutopo Purwo Nugroho sagte, dass bisher 222 Todesfälle bestätigt worden seien und mindestens 843 Menschen verletzt worden seien.

Die am schlimmsten betroffene Region war die Pandeglang Region in Javas Provinz Banten, die den Nationalpark Ujung Kulon und die beliebten Strände umfasst.

Der indonesische Präsident Joko “ Jokowi “ Widodo drückte sein Mitgefühl aus und befahl den Regierungsbehörden, schnell auf die Katastrophe zu reagieren.

“ Mein tiefes Beileid den Opfern in den Provinzen Banten und Lumpung „, sagte er. “ Hoffentlich haben die Zurückgebliebenen Geduld „.

Im Vatikan betete Papst Franziskus für die Toten, die Vermissten und die Obdachlosen in Indonesien. Er erzählte den Touristen und Pilgern auf dem Petersplatz, dass seine Gedanken bei den Opfern seien, die “ von den gewalttätigen Naturkatastrophen betroffen waren „.

In der Stadt Bandar Lampung auf Sumatra suchten Hunderte von Bewohnern im Büro des Gouverneurs Zuflucht, während im beliebten Ferienort Anyer Beach auf Java einige Überlebende in den Trümmern nach Überlebenden suchten.

Betroffen waren auch zahlreiche Touristen, die das lange Ferienwochenende vor Weihnachten genossen.

“ Ich musste rennen, als die Welle am Strand vorbeiging und 15 – 20 Meter landeinwärts landete „, sagte der Norweger Oystein Lund Andersen in seinem Facebook-Post. Der selbstbeschriebene Fotograf und Vulkanliebhaber sagte, er fotografierte gerade den Vulkan, als er plötzlich das Wasser auf sich zukommen sah. Er und seine Familie flohen und brachten sich in den höheren Ebenen in Sicherheit.

Der ganze Schaden zeigte sich am Sonntag nach Sonnenaufgang. Neun Hotels und Hunderte Häuser wurden durch die Wellen schwer beschädigt. Gebrochene Betonbrocken und zersplitterte Holzstöcke lagen weit verstreut über dem hart getroffene Küstengebieten und machten Strandausflüge, die bei den Bewohnern Jakartas beliebt waren, zu Geisterstädten.

Fahrzeuge wurden in den Schutt geworfen oder unter eingestürzten Dächern begraben. An den Stränden war der Schutt aus den Strohdächern der Bambus Hütten weit verstreut.

Gelbe, orangefarbene und schwarze Leichensäcke wurden ausgelegt und weinende Verwandte identifizierten darin ihre Toten Verwandten.

Wissenschaftler, darunter auch die Vertreter der indonesischen Meteorologie- und Geophysik-Agentur, erklärten, der Tsunami könnte durch Erdrutsche verursacht worden sein – entweder oberirdisch oder unter Wasser – am steilen Hang des ausbrechenden Anak Krakatau-Vulkans. Die Wissenschaftler zitierten auch Flutwellen, die durch den Vollmond verursacht wurden.

Der 305 Meter hohe Anak Krakatau, dessen Name “ Kind von Krakatoa “ bedeutet, liegt auf einer Insel in der Sundastraße zwischen den Inseln Java und Sumatra, die den Indischen Ozean und das Java-Meer verbindet. Im Juni brach der Vulkan aus und tat dies erneut, etwa 24 Minuten vor dem Tsunami, sagte die Geophysik-Agentur.

Die Vulkaninsel bildete sich über Jahre nach dem Ausbruch des Vulkans Krakatoa im Jahr 1883, einer der größten und verheerendsten der Geschichte. Durch diese Katastrophe wurden mehr als 30.000 Menschen getötet, weitreichende Tsunamis ausgelöst und so viel Asche erzeugt, dass es an diesem Tag in der Gegend Nacht geworden war und sogar ein globaler Temperaturabfall zu verzeichnen war.

Der größte Teil der Insel versank in einem Vulkankrater unter dem Meer und die Gegend blieb ruhig bis in die 1920er Jahre, als Anak Krakatau erneut anfing, sich von diesem Ort zu erheben. Es wächst jedes Jahr weiter und bricht periodisch aus, obwohl es viel kleiner als Krakatoa ist.

Gegar Prasetya, der Mitbegründer des „ Tsunami Research Center Indonesia „ sagte, der Tsunami am Samstag sei wahrscheinlich durch einen Flankenzusammenbruch verursacht worden, nachdem ein großer Abschnitt des Hang eines Vulkans nachgegeben hatte. Es sei möglich, dass bei einem Ausbruch ein Erdrutsch über oder unter dem Meeresspiegel ausgelöst würde, der dabei die beiden Wellen erzeugt haben könnte, sagte er weiter.

“ Eigentlich war der Tsunami nicht wirklich groß, nur etwa einen Meter ( 3,3 Fuß ) „, sagte Herr Prasetya, der Krakatoa studiert hatte. “ Das Problem ist, dass die Leute immer alles in der Nähe der Küste bauen „, fügte er weiter hinzu.

Indonesien, ein riesiges Archipel mit mehr als 17.000 Inseln und Heimat von 260 Millionen Einwohnern, liegt am sogenannten “ Ring of Fire „, einem Bogen von Vulkanen und Bruchlinien im Pazifikraum.

In vielen Bereichen der Katastrophe sind die Straßen und die Infrastrukturen zerstört, sodass der Zugang zu den Gebieten für die Rettungsmannschaften und die freiwilligen Helfer weiter erschwert wird.

 

  • Quelle: Bangkok Post, Nachrichten Agenturen