BANGKOK. Thailands Bildungssystem steht unter kritischer Beobachtung, nachdem internationale Bewertungen thailändische Schüler in der unteren Hälfte der weltweiten Leistungstabellen platzieren. Bildungsexperten warnen daher, dass das Land ohne umfassende Reformen in den Bereichen Lese- und Schreibkompetenz und Kompetenzentwicklung noch weiter hinter seine regionalen Konkurrenten zurückfallen könnte.
Die Dringlichkeit eines grundlegenden Wandels wurde letzte Woche auf dem „Beyond Assessment: Driving Educational Change Forum“ in Bangkok hervorgehoben. Laut dem bevorstehenden World Population Review 2025 liegt Thailands Alphabetisierungsrate bei 94,1 % und liegt damit hinter Nachbarländern wie Brunei (97,6 %), Singapur (97,5 %), den Philippinen (96,3 %), Indonesien (96 %), Vietnam (95,8 %) und Malaysia (95 %).
Ong-art Naiyapatana, der Direktor des Amtes für nationale Bildungsstandards und Qualitätsbewertung (ONESQA), wies darauf hin, dass thailändische Schüler beim OECD-Programm zur internationalen Schülerbewertung (PISA), das sich auf Mathematik, Naturwissenschaften und Lesekompetenz konzentriert, durchweg unterdurchschnittliche Leistungen erzielten.
Ong-art betonte: „Wir müssen unseren Ansatz überdenken. Reformen sind unerlässlich, wenn wir Thailands Zukunft durch eine stärkere Evaluierung stärken wollen.“
Die Situation wurde durch den im Juli veröffentlichten Bericht „OECD Skills Strategy Thailand“ noch verdeutlicht. Darin wurde auf einen erheblichen Mangel an digitalen Kompetenzen im Land hingewiesen. Trotz der Bemühungen des Digital Council of Thailand, die digitale Kompetenz bis zum Jahresende auf 70 Prozent zu steigern, verfügt derzeit nur 1 Prozent der Bevölkerung über fortgeschrittene digitale Kompetenzen.
Als Reaktion auf diese Herausforderungen vollzieht ONESQA den Übergang von der internen Qualitätssicherung (IQA) zur externen Qualitätssicherung (EQA) und entwickelt sich vom Gutachter zum „unterstützenden Coach“. Diese neue Strategie zielt darauf ab, Schulen zu ermutigen, Selbstbewertungsberichte (SARs) zu erstellen und eng mit externen Experten zusammenzuarbeiten, um ihre individuellen Herausforderungen zu bewältigen.
Linthiporn Varinwatchararoj, die amtierende stellvertretende Bildungsministerin, betonte, dass die Evaluierung als Motor für Veränderungen und nicht als bloße bürokratische Übung betrachtet werden müsse.
„Bewertung ist ein Instrument zur politischen Transformation. ONESQA ist ein strategischer Partner, der dafür sorgt, dass Thailands Bildungssystem auf der globalen Bühne wettbewerbsfähig wird“, erklärte sie.

Diese Bemühungen werden durch die Einführung einer automatisierten QA-Plattform durch ONESQA weiter unterstützt. Sie verspricht den Schulen Feedback in Echtzeit und verkürzt die Bewertungszyklen von bisher fünf Jahren erheblich.
Piriya Pholphirul, Direktor des Zentrums für Entwicklungsökonomie, argumentierte, Reformen seien in Regionen am wirksamsten, in denen die Qualität hoch und die Ungleichheit gering sei. Er forderte eine stärkere Unterstützung von Schulen in leistungsschwächeren Gebieten mit dem Ziel, die Grundstandards allgemein anzuheben.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Weg für das thailändische Bildungssystem in der Umsetzung dieser Reformen liegt und ein Umfeld schafft, in dem Schüler sowohl akademisch als auch digital besser mit den notwendigen Fähigkeiten ausgestattet werden. Die Bemühungen von ONESQA in Zusammenarbeit mit anderen Bildungseinrichtungen könnten die Grundlage für eine deutliche Verbesserung des globalen Bildungsniveaus schaffen und thailändischen Schülern eine bessere Zukunft sichern.
- Quelle: ASEAN Now, The Thaiger