BANGKOK. Ein bekannter thailändischer Pilot hat eine Untersuchung des umstrittenen „Pay-to-Fly“-Systems gefordert und gewarnt, dass es Flugreisende gefährden könnte. Am 10. Juni appellierte Sanong Mingcharoen öffentlich an die Behörden, die Praxis zu prüfen. Er behauptete, dass einige Piloten Millionen von Baht an bestimmte Fluggesellschaften zahlen müssten, um Flugstunden sammeln und Erfahrung sammeln zu können.
Laut Sanong verlangt das System von angehenden Piloten die Zahlung erheblicher Summen, um arbeiten zu können, anstatt wie Angestellte in anderen Berufen ein Gehalt zu erhalten. Er sagte, Passagiere sollten sich vor der Buchung eines Fluges über die Funktionsweise des Systems informieren und fügte hinzu, dass er persönlich Fluggesellschaften meide, die Piloten über solche „Pay-to-Fly“-Vereinbarungen rekrutieren.
Sanong erklärte, das System ermögliche es Fluggesellschaften, die Schulungskosten zu senken, indem die finanzielle Last auf die Piloten verlagert werde. Er stellte die Frage, ob diese Kosteneinsparungsmaßnahme weitergehende Auswirkungen auf die Flugsicherheit und das Vertrauen der Passagiere haben könnte.
Er äußerte mehrere Bedenken hinsichtlich dieser Praxis. Erstens könnten Piloten, die sich durch hohe Schulden für Flugmöglichkeiten verschulden, unter erheblichen finanziellen Druck geraten. Er verwies auf Studien zur Flugsicherheit, die belegen, dass finanzieller Stress die Konzentration und Entscheidungsfindung im Cockpit direkt beeinträchtigen kann.
Zweitens argumentierte er, dass Fluggesellschaften zwar von geringeren Ausbildungskosten profitieren, die finanzielle Belastung jedoch auf die einzelnen Piloten verlagert wird. Drittens warnte er davor, dass Piloten, die hohe Summen investiert haben, möglicherweise zögern, betriebliche Probleme oder Sicherheitsbedenken zu melden, aus Angst, ihre Stellen und die bereits gezahlten Gelder zu verlieren. Er beschrieb eine Kultur der Arbeitsplatzunsicherheit als eine große Bedrohung für die Flugsicherheit.
Sanong stellte außerdem die Frage, ob Piloten, die sich Flugpositionen quasi erkaufen, genauso beurteilt werden können wie Piloten, die ausschließlich über reguläre Einstellungsverfahren ausgewählt wurden. Er sagte, dies sei nach wie vor eine wichtige, noch unbeantwortete Frage.

Der Pilot hob zudem die rechtliche Lage des Systems hervor. Er erklärte, dass in mehreren Ländern, darunter Großbritannien und Teilen Europas, Pay-to-Fly-Vereinbarungen nach dem Arbeitsrecht eindeutig verboten seien. In Thailand hingegen beschrieb er die Angelegenheit als rechtliche Grauzone, in der die Regulierungen nicht mit den Branchenpraktiken Schritt gehalten hätten.
Infolgedessen forderte er die thailändische Zivilluftfahrtbehörde (CAAT) auf, Vorschriften zu erlassen, die lizenzierten Fluggesellschaften in Thailand die Nutzung des „Pay-to-Fly“-Systems untersagen. Er drängte außerdem das Arbeitsministerium, zu untersuchen, ob diese Praxis gegen Arbeitsschutzgesetze verstößt oder eine neue Form der Ausbeutung von Arbeitnehmern darstellt.
Die Daily News berichtete, Sanong habe Verbraucher dazu aufgerufen, Fluggesellschaften direkt zu fragen, ob diese mit dem Prinzip „Pay to Fly“ bei der Personalbeschaffung arbeiten. Er schlussfolgerte, dass eine sichere Luftfahrtindustrie mit fairen Beschäftigungsrichtlinien beginnen müsse, und warnte davor, dass unbeantwortete Fragen so lange bestehen bleiben könnten, bis ein Unfall passiert.
- Quelle: ASEAN Now, Dailynews