Laut Experten reicht das Wasser in den vier großen Staudämmen nur noch für 40 Tage

Laut Experten reicht das Wasser in den vier großen Staudämmen nur noch für 40 Tage

Bangkok. Trotz der Regenzeit nimmt die Dürre in Thailand weiter zu und die Experten warnen davor, dass das Wasser in den vier großen Staudämmen des Landes nur noch für die nächsten 40 Tage reichen wird. Die Landwirte leiden allerdings schon seit Wochen unter dem Wassermangel und bekommen von den Behörden nur sehr wenig Hilfe.

Laut den Angaben der zuständigen Behörde enthalten die vier großen und wichtigen Stauseen des Landes – der Bhumibol Damm, der Sirikit Damm, der Khwae Noi Damm und der Pasak Damm zusammen nur noch 1,5 Milliarden Kubik Liter Wasser.

Viele ältere Menschen und auch die Landwirte versuchen mittlerweile alles, um die „ Götter des Regen „ gnädig zu stimmen und wenden sich dabei auch wieder vielen alten Mitteln zu, um mehr Regen zu bekommen.

 

 

Das fängt bei speziellen Regentänzen für die Götter an, geht über das Anbieten von ganzen Schweinsköpfen bis hin zu Stofftieren, die in Käfige gesperrt werden und anschließend bei einer Prozession durch die Straßen getragen werden.

Dabei scheint das letzte Ritual mit den Stofftieren sogar zu funktionieren, da es kurze Zeit darauf tatsächlich regnete.

 

 

Daily News berichtet in einem langen Artikel über die aktuellen Zustand der Stauseen der Nation und sagt, dass es sich bei dem derzeitigen Wasserstand der Stauseen schon sehr bald zu einer Krise entwickeln kann. Laut den Angaben der Daily News reicht das Wasser nur noch für 40 Tage.

Ausgehend vom Bhumibol-Damm im Bezirk Sam Ngao in der Provinz Tak ist es zu einem dringenden Treffen der zuständigen Beamten gekommen, um die Dürre Situation während der mageren Regenzeit zu lösen.

 

 

Wie Ministerpräsident Prayuth Chan o-cha bereits angeordnet hatte, sollen alle betroffenen Agenturen eng zusammen arbeiten. Trotz der Regenzeit leidet der Nordosten Thailands aufgrund des fehlenden Regens mittlerweile unter einem kritischen Wassermangel. Die meteorologische Abteilung hat ebenfalls schon zugegeben, dass der Niederschlag in diesem Jahr der niedrigste in einem Jahrzehnt sein wird.

Premierminister Prayuth Chan o-cha ist über die aktuelle Dürre Situation im Land sehr besorgt. Der Ministerpräsident hat die zuständigen Behörden angewiesen, das Leid der Menschen infolge der Dürre weiterzuverfolgen, und ihnen umgehend Hilfe zu leisten.

„ Einige Provinzen im Nordosten, wie Buri Ram und Surin, laufen bereits schon jetzt Gefahr, dass die Wasserhähne versiegen „, sagte Herr Samroeng Sangphuwong diese Woche in seiner Eigenschaft als stellvertretender Generalsekretär des Amtes für nationale Wasserressourcen.

Laut Herrn Samroeng liegt der Wasserstand in den sieben großen Dämmen im Nordosten des Landes unter 30 Prozent. Diese Dämme sind:

  • Chulabhorn in Chaiyaphum (28 Prozent),
  • Lampao in Kalasin (27 Prozent),
  • Ubolrat in Khon Kaen (24 Prozent),
  • Lam Nang Rong in Buri Ram (23 Prozent),
  • Huai Luang in Udon Thani (23 Prozent),
  • Namphung in Sakon Nakhon (21 Prozent)
  • und Lam Phra Ploeng in Nakhon Ratchasima (15 Prozent).

Darüber hinaus liegt der Wasserstand in bis zu 97 mittelgroßen Stauseen in der Region ebenfalls schon jetzt unter 30 Prozent, fügte er weiter hinzu.

 

 

Die Dürre wird wahrscheinlich 105 Bezirke von 12 Provinzen im Nordosten treffen, darunter:

  • Loei,
  • Nong Bua Lamphu,
  • Kalasin,
  • Yasothon,
  • Chaiyaphum,
  • Khon Kaen,
  • Maha Sarakham,
  • Roi Et,
  • Buri Ram,
  • Surin,
  • Si Sa Ket
  • und Nakhon Ratchasima

sagte Herr Samroeng gegenüber den nationalen Medien.

Mittlerweile gibt es mehr als 500 Bauern aus insgesamt 22 Provinzen, die der Regierung schon folgende vier Vorschläge zur Lösung der Situation unterbreitet haben:

  1. Beitrag zur Senkung der Kosten für durch Regen beschädigte landwirtschaftliche Erzeugnisse.
  2. Bitte um Vergrößerung der Fläche einer großen Affenwange wie Bueng Boraphet.
  3. Bitte um Unterstützung der königlichen Bewässerungsabteilung beim Pumpen von Wasser aus der Wasserfläche in der Umgebung wie Sandteichen, oder mehr Wehre in den Flüssen.
  4. Eine künstliche Beschleunigen des Regens

Die stellvertretende Generaldirektorin des Meteorologischen Wetteramt, Frau Kornrawee Sitthichiwapak sagte gegenüber der Presse, dass gerade der Norden und der Nordosten wichtige Anbauregionen für viele Arten von Nutzpflanzen sind, die auf die Regengüsse in dieser Regenzeit besonders angewiesen sind. “ Der bisherige Gesamtniederschlag im Land ist der niedrigste Niederschlag im letzten Jahrzehnt “, sagte sie.

Premierminister Prayuth befahl dem „ Royal Irrigation Department „ den bauern zu helfen, sobald die Bauern dies wünschen. Der Chef der königlichen Regenmacher Flotte „ Royal Rainforest „, Dr. Thana Manus, hat bereits alle Kräfte zusammen koordiniert um die Flugzeuge der Flotte in die Luft zu schicken, um den Regen künstlich anzuregen.

Die königliche Regenmacher Flotte soll dabei helfen, den dringend benötigten Niederschlag für die landwirtschaftlichen Gebiete zu beschleunigen. Der Verteidigungsminister befahl der Flotte, sich in der nächsten Woche der Regenproduktion im Land anzuschließen.

Herr Prapat Panyachartraksa, der Vorsitzende des Landwirtschaftsverbandes sagte gegenüber den nationalen Medien, dass es nun als ein kritisches Wasserproblem angesehen werde. Die Menge an Wasser, die aus den 4 Chao Phraya Staudämmen wie dem Bhumibol Staudamm, dem Sirikit Staudamm, dem Kwai Noi Damm und dem Pa Sak Chonlasit Damm verbraucht wird, liegt bei 45 Millionen Kubikmeter pro Tag

Es sind nur noch rund 1,5 Milliarden Kubikmeter Wasser vorhanden. Bei einem täglichen Verbrauch von 45 Millionen Kubikmeter pro Tag, reicht das Wasser demnach noch für rund 33 Tage. Herr Prapat rechnet allerdings, dass es noch für 40 weitere Tage Wasser geben wird. Er möchte das erreichen, indem er die Entwässerung zusammen mit einem Zuteilungsplan auf 40 Millionen Kubikmeter Wasser pro Tag reduziert.

Eine sinnvolle Nutzung und die Einsparung des Wassers kann den Wasserverbrauch so lange verlängern, bis es im August wieder regnet, fügte er weiter hinzu.

Basierend auf der Prognose des Meteorologischen Departements für dieses Jahr liegt die durchschnittliche Niederschlagsmenge um 10 % unter der üblichen und ist sehr besorgniserregend, dass es nach wie vor nicht genügend regnet.

 

Premierminister Prayuth äußert seine Besorgnis über die Dürre Situation im Land

Premierminister Prayuth äußert seine Besorgnis über die Dürre Situation im Land

 

Davon ist vor allem der Reisanbau betroffen, der bereits schon jetzt beschädigt wurde. Daher muss dieses Wassermanagement in allen Sektoren zusammenarbeiten, um das Wasser gemäß dem Arbeitszyklus zu verwalten, sagte Herr Prapat.

Halten Sie zum Beispiel in der oberen Wasserscheide über 400 elektrische Pumpen an und warten Sie 3 Tage, damit das Wasser das Chao Phraya Becken erreicht und wieder füllen kann. Erklären sie das bitte auch den Landwirten, betonte er. Wenn kein Regenwasser nachgefüllt wird, machen die Bauern auch keine zweite Ernte mehr.

“ Planen Sie die Wasserverteilung mit allen Abteilungen. Teilen Sie das Wasser in den Flüssen, denn jetzt besteht das Problem der Wasserknappheit auch in den Gebieten, in denen die flussaufwärts und flussabwärts gelegenen Gebiete nicht mehr per Wasserpumpen versorgt werden können, damit das Wasser auch wirklich das Chao Phraya Becken erreicht „, sagte er weiter.

Reporter aus der Provinz Phichit sagten, dass der zentrale Yom Fluss ebenfalls vom Wassermangel bedroht ist. Auch die Bewohner in der Provinz Phichit erleben bereits die Dürre, da der Wasserstand im Jom, der in den Bezirken Ban Wang Tho Pho, Moo 3, Wang Chik, und Pho Prathap Chang fliesst, nur noch aufgrund des Regens in den letzten Tagen 30 Zentimeter hoch ist.

Das Gebiet leidet unter der Trockenheit und dem Wassermangel. Laut den Angaben der zuständigen Behörden sind mittlerweile Zehntausende Hektar Ackerland auf den beiden Seiten des Flusses Yom, auf denen bisher Reis angebaut wurde, hart getroffen

Unterdessen berichten auch die Journalisten in der Provinz Nong Khai, dass der Pegel des Mekong, der durch Nong Khai fließt, immer noch niedrig ist und mittlerweile weniger als der letzte Meter ist. Laut den Angaben der Abteilung für Wasserressourcen beträgt die Höhe derzeit nur noch 85 cm.

 

Dramatischer Abfall des Mekong Wasserstandes löst Alarm aus

Dramatischer Abfall des Mekong Wasserstandes löst Alarm aus

 

Der niedrigste Wasserstand seit 50 Jahren, gemessen am Tiefstand des Mekong, hat viele Inseln und Sandschwärme entlang des Mekong verursacht und frei gelegt. Dadurch ist auch der Bootsverkehr im Mekong stark beeinträchtigt und macht eine sorgfältige und geschickte Navigation der Schifffahrt in der Region erforderlich.

Um ein auflaufen auf den Sandbänken und den Stromschnellen im Mekong zu verhindern, werden vor allem nur noch kleinere Frachtschiffe zwischen Thailand und Laos eingesetzt. Im Hafen von Haysok liegt der größte Teil der Ladung von Thailand nach Laos (PDR) bereit. Die Ladungen werden hier vorsichtig um gestapelt damit sie nicht zu schwer für den Transport über den Mekong sind. Außerdem können nur noch erfahrene Bootsfahrer, Routen und bekannte Kanäle für den weiteren und sicheren Transport eingesetzt werden.

 

Mekong

Mekong

 

Nachdem der Wasserstand des Mekong so dramatisch gesunken ist, warnen die Experten davor, dass die riesigen Staudämme, die entlang des Mekong die Wassermassen kontrollieren sollen, nicht nur die Ökosysteme des Mekong zerstören, sondern gleichzeitig auch den Millionen von Menschen, die vom Mekong Fluss abhängig sind, dauerhaften Schaden zufügen.

Somkiat Prajumwong, der Generalsekretär des Amtes für Nationale Wasserressourcen (ONWR), versicherte trotz der Warnungen der Experten, dass sich der Mekong schon sehr bald wieder erholen werde.

Dagegen spricht allerdings die Tatsache, dass alleine in dieser Woche der Pegel des Mekong an der Grenze zwischen Laos und Thailand im Nordosten mit alarmierender Geschwindigkeit abgenommen hat. Der Grund dafür ist laut den Experten, dass der chinesische Jinghong Damm seine Einleitungen in den Mekong verringerte und der Xayaburi Wasserkraftdamm in Laos den Probebetrieb aufgenommen hat.

Die Mekong River Commission (MRC) teilte ebenfalls mit, dass China zwischen dem 5. und 17. Juli 2019 die Entladerate des Jinhong Damm für die Wartung der Stromleitung halbiert habe. Gleichzeitig bestätigte die Kommission aber auch, dass ein 72 Stunden Test der fünften Kraftturbine des Xayaburi Damms am Freitag (19. Juli) abgeschlossen und beendet würde.

“ Ich fordere daher die Menschen auf, nicht ungeduldig zu sein und noch etwas länger zu warten, da sich der Wasserstand im Mekong innerhalb weniger Tage wieder normalisieren wird „, sagte Herr Somkiat.

„ Der Xayaburi Damm ist ein Laufwasserkraftdamm, der nicht viel Wasser in seinem Stausee speichern kann und den Fluss nur um 24 Stunden verzögert. Dadurch wird dass aus China abgelassene Wasser den Unterlauf des Mekong Flusses schon recht bald wieder auffüllen „, fügte er weiter hinzu.

 

  • Quelle: The Nation Thailand, Daily News