Rund 2.000 Polizei und DSI Beamte haben den Wat Dhammakaya umstellt

Rund 2.000 Polizei und DSI Beamte haben den Wat Dhammakaya umstellt

Pathum Thani. Am frühen Donnerstagmorgen haben rund 2.000 Beamte der Polizei und des DSI den seit langem umstrittenen Wat Dhammakaya in der Provinz Pathum Thani umstellt und abgeriegelt. Die Belagerung des Tempels wurde angeordnet, nachdem Ministerpräsident Prayuth Chan-o-cha am späten Mittwochabend offiziell eine Exekutivverfügung erlassen hatte.

16-Feb-Abriegelung-des-Wat-Dhammakaya_05Ministerpräsident Prayuth Chan-o-cha hat sich dabei auf seine besonderen Befugnisse durch den Artikel 44 der Interimsverfassung berufen. Durch die Exekutivverfügung ist der Tempel nun eine Sperrzone und wird von der Regierung kontrolliert.

Rund 2.000 Polizei und DSI Beamte haben den Wat Dhammakaya umstellt

Rund 2.000 Polizei und DSI Beamte haben den Wat Dhammakaya umstellt

Rund 2.000 Beamte wurden in den frühen Morgenstunden zusammengezogen und vor den verschiedenen Toren des Tempels platziert. Während die Beamten noch außerhalb des Tempelgeländes Stellung bezogen, wurden alle Haupttore des Wat Dhammakaya geschlossen.

Anhänger und Freunde des Tempels, die mit ihren Fahrzeugen oder zu Fuß auf das Tempelgelände wollten, um den Mönchen ihre Almosen zu bringen, wurden von den Beamten am Zugang des Tempels gehindert und mussten unverrichteter Dinge wieder abziehen.

Wat Dhammakaya

Wat Dhammakaya

Wie bereits mehrfach von uns berichtet, sind die Behörden nach wie vor auf der Suche nach dem ehemaligen Abt des Tempels. Phra Dhammachayo soll laut den Angaben der Ermittler und der DSI Beamten in zahlreiche dubiose Geschäfte verwickelt sein. Dabei handelt es sich laut den Ermittlungen der Behörden um mittlerweile über 100 Fälle bzw. Straftaten, in die der Tempel bzw. seine Verantwortlichen verwickelt sein sollen.

Dabei geht es um Geschäfte und Betrügereien in Milliarden Baht Höhe, die dem Tempel und seinem ehemaligen Abt Phra Dhammachayo vorgeworfen werden. Unter anderen soll der Abt und seine Bevollmächtigten mehr als zehn Milliarden Baht aus einer Kooperative geschleust haben.

Der Chef des Department of Special Investigation (DSI), Polizeioberst Paisit Wongmuang gab damals bekannt, dass vermutlich nicht nur der umstrittene Abt des Dhammakaya Tempel an der Veruntreuung der Milliarden der Klongchan Credit Union Cooperative beteiligt war.

„Im Laufe unserer Untersuchungen haben wir festgestellt, dass vermutlich sechs oder sieben weitere Mönch Gruppen an dem Milliarden Betrug und der Veruntreuung der Gelder beteiligt sind“, sagte Polizeioberst Paisit. Weitere Informationen dazu wollte er allerdings noch nicht preisgeben.

Durch die jetzt von Premierminister Prayuth erlassene Exekutivverfügung sind die Beamten praktisch bevollmächtigt, jede polizeiliche oder militärische Aktion gegen den Tempel zu unternehmen. Bei seiner Unterzeichnung der Verfügung erklärte Premierminister Prayuth, dass der Artikel 44 der Übergangsverfassung verwendet wurde, um eine Kontrolle über den Tempel zu verhängen, da er bis jetzt den Strafverfolgungsmaßnahmen der Behörden widerstanden hatte.

16-Feb-Abriegelung-des-Wat-Dhammakaya_06„Dies erfordert, dass einige Maßnahmen ergriffen werden, um das Gebiet vorübergehend für eine wirksame Strafverfolgung und den Frieden im Land zu kontrollieren“, lautet die Formulierung dazu, die in der Königlichen Gazette veröffentlicht wurde.

Die Behörden vermuten, dass sich der Begründer der religiösen Sekte Dhammakaya, der sich selbst Phra Dhammachayo nennt, noch immer auf dem Tempelgelände versteckt hält. Er wird mittlerweile mit mehreren Haftbefehlen wegen zahlreicher Straftaten, darunter Veruntreuung, Geldwäsche und Landumgrenzung durch den Tempel und seine anderen Geschäfte in den Provinzen, gesucht.

Laut den Angaben einer Polizeiquelle erfolgte die Anordnung zur Abriegelung des Tempels nach einem Treffen am späten Mittwochabend der Provinz-Polizeiregion 1 und der Abteilung der speziellen Untersuchung (DSI) hinter verschlossenen Türen. Laut der Quelle wurde der Überfall auf den Tempel für die frühen Donnerstagmorgen Stunden geplant, um den Anhängern des Tempels so wenig wie möglich Zeit für eine Gegenmaßnahme der Polizeiaktion zu lassen.

Obwohl die Armee anfangs auf Nachfrage von Reportern sagte, dass sie absolut keine Ahnung habe, wann und wo die Operation stattfinden werde, waren auch zahlreiche militärische Truppen an der Umstellung und Abriegelung des Tempelgeländes beteiligt.

Armee Kommander Chalermchai Sittisart (inks)im Gespräch mit General Leutnant Apirat Kongsompong

Armee Kommander Chalermchai Sittisart (inks)im Gespräch mit General Leutnant Apirat Kongsompong

Die offensichtliche Verleumdung durch die Armee wurde von den Journalisten kritisiert, da anhand eines Fotos, dass während oder kurz vor der Verhandlung am Mittwochabend aufgenommen wurde, eindeutig der Kommandeur der Armee und der Kommandeur der 1. Division in einem Gespräch zu sehen sind.

Die polizeiliche Quelle, die die Informationen an die Presse weitergegeben hat erklärte ebenfalls, dass sich der stellvertretende Polizeichef Sombat Milinthajinda der Region 1 zusammen mit den Beamten des DSI am Mittwochabend hinter verschlossenen Türen getroffen haben. Dabei wurde über die geplante Razzia gegen den Wat Dhammakaya innerhalb der nächsten 12 Stunden gesprochen. Auch hier hatte die Quelle erklärt, dass angeblich keine militärischen Vertreter an dem Treffen teilgenommen hätten.

vergebliche-stuermung-des-dhammakaya-tempel_02Die nicht näher genannte Quelle sagte weiter, dass die Behörden zunächst die Beurteilung der Gefahr bei der Durchführung der Razzia abgeschätzt hätten. Sie hatten dabei überlegt, ob der Tempel erneut seine Anhänger mobilisiert, um sie als menschliche Schilde gegen die Polizeibeamten und das Militär einzusetzen. Die Behörden befürchten, dass es dabei zu einer gewalttätigen Konfrontation mit den Jüngern des Tempels kommen könnte. Aus diesem Grund wurde die Operation hinter verschlossenen Türen besprochen und sollte anschließend innerhalb der nächsten 12 Stunden gestartet werden.

Dhammakaya-Tempel_Protest_02Die Befürchtungen der Beamten hatten sich bereits bei der letzten Razzia im Dezember letzten Jahres bestätigt. Damals hatte der Tempel Tausende Anhänger mobilisiert, die sich betend vor den Eingängen des Tempels als menschliche Schutzschilder niedergelassen hatten. Die zuständigen Verantwortlichen hatten dann entschieden, dass die Beamten wieder abgezogen werden, um eine Auseinandersetzung mit den Anhängern des Tempels zu vermeiden.

Allerdings soll laut den thailändischen Medienberichten zufolge der stellvertretende Premierminister Prawit Wongsuwon bereits vor dem Treffen hinter verschlossenen Türen am Mittwoch gesagt haben, dass die Behörden einen neuen Angriff auf den Tempel planen, um Phra Dhammachayo festzunehmen.

 

  • Quelle: Thailändische Medien, Bangkok Post