Prayuth lässt den Fall der 15-jährigen wegen Urheberrechtsverletzungen erneut untersuchen

Prayuth lässt den Fall der 15-jährigen wegen Urheberrechtsverletzungen erneut untersuchen

Nakhon Ratchasima (Korat). Der Premierminister und Verteidigungsminister, General Prayuth Chan o-cha, hat sich in den Fall der 15-jährigen Krathong Körbe Herstellerin eingeschaltet und lässt den Vorgang wegen Erpressung erneut untersuchen. Gleichzeitig warnte General Prayuth die Menschen aber auch davor, Urheberrechtsverletzungen zu begehen und gegen die Urheberrechtsbestimmungen zu verstoßen.

Wie bereits berichtet, hatte die Abteilung der Polizei gegen Urheberrechtsverletzungen (Copyright) durch einen verdeckten Ermittler bei einem 15 Jahre alten Mädchen Krathong Körbe mit urheberrechtlich geschützten Zeichentrickfiguren in Auftrag gegeben. Die 15-jährige hatte ihre in Handarbeit selbst hergestellten Krathong Körbe unter anderem auch auf ihrer Facebook Seite angeboten, um damit Geld für ihre Schulbildung zu sammeln.

 

Die Urheberrechtspolizei „trickst“ eine 15-jährige Schülerin aus um sie anschließend zu verhaften

Die Urheberrechtspolizei „trickst“ eine 15-jährige Schülerin aus um sie anschließend zu verhaften

 

Sie erklärte gegenüber der lokalen Presse, dass sie viele Kunden hatte, von denen allerdings keiner ein bestimmtes Muster für seinen Krathong Korb bei ihr bestellte.

Dann bekam sie eine Bestellung herein, bei der der Kunde ganz spezielle Zeichentrickfiguren auf den Krathong Körbe haben wollte. Als sie die bereits von ihr fertig gestellten Krathong Körbe am letzten Freitag (1. November) wie vereinbart in einem örtlichen Kaufhaus abliefern wollte, stellte es sich jedoch für sie völlig überraschend heraus, dass die Bestellung von der Polizei für den Schutz gegen Urheberrechtsverletzungen (Copyright) durch einen verdeckten Ermittler bei ihr aufgegeben wurde. Die Beamten hatten bereits in dem Kaufhaus auf sie gewartet und sie kurzerhand verhaftet.

„Normalerweise mache ich keinen Korb mit einem urheberrechtlich geschützten Charakter. Dieser Kunde betonte jedoch extra, er wolle nur urheberrechtlich geschützte Charaktere. Nach meiner Verhaftung habe ich die ganze Nacht geweint, weil ich noch nie zuvor mit einem solchen Rechtsstreit konfrontiert worden war“, erklärte sie gegenüber der lokalen Presse.

Die Polizei verhängte zunächst eine Geldstrafe in Höhe von 50.000 Baht gegen die 15-jährige. Ihr Großvater, ein ehemaliger Polizist, mischte sich ebenfalls in den Fall ein und konnte die Ermittler davon überzeugen, das Bußgeld auf 5.000 Baht herabzusetzen.

Der Fall sorgte nicht nur in den nationalen Medien sondern auch in den sozialen Netzwerken für viel Aufmerksamkeit. Die meiste Nutzer fragten sich, ob die Polizei nichts Wichtigeres zu tun habe, als gegen ein 15-jähriges Mädchen zu ermitteln, die von der Polizei ausgetrickst und zu einer Straftat verleitet wurde. Die 15-jährige hatte ihre mühevolle Arbeit für ganze 17 Baht pro Krathong Korb angeboten.

Nachdem Premierminister Prayuth von dem Fall des 15-jährigen Mädchens gehört hatte sagte der Premierminister, die Ermittler müssten sehen, ob es sich hierbei tatsächlich um eine Zufallsoperation oder um einen Urheberrechtsbetrug handelte. Eine Zufallsoperation wird durchgeführt, um Beweise zu sammeln oder Zeugen zu identifizieren. Die Strafverfolgungsbehörden dürfen jedoch keine Personen dazu verleiten, gegen das Gesetz zu verstoßen, fügte er hinzu.

Der Ministerpräsident sagte, die Abteilung für geistiges Eigentum habe bereits klargestellt, dass das Mädchen erpresst worden sei. Er wies die Abteilung für geistiges Eigentum, die Royal Thai Police (RTF) und die zuständigen Behörden an, ihre Arbeit transparenter auszuführen.

Einige Opfer treffen möglicherweise nicht die richtigen Vorsichtsmaßnahmen. Daher sollten die Menschen lernen, das Gesetz gründlicher zu verstehen. Gegenwärtig gibt es viele Arten von Betrug und Online Betrug, wie beispielsweise auch die Ponzi Schemata. Er warnte die breite Öffentlichkeit, vorsichtig zu sein, da es extra Gesetze im Land gibt , um solche illegalen Praktiken zu verhindern, fügte er hinzu.

General Prayuth forderte außerdem die Entwickler von Webseiten und sozialen Medien dazu auf, die Nachrichten und Informationen zu überprüfen, um die Verbreitung gefälschter Nachrichten zu verhindern. Solche Praktiken würden nur Probleme verursachen und außerdem auch noch den Fortschritt des Landes beeinträchtigt.

Die stellvertretende Generaldirektorin der Abteilung für geistiges Eigentum, Frau Nusara Kanjanakul, sagte, ihre Agentur sammle jetzt Beweise für den Fall des 15-jährigen Mädchens und werde alle Beteiligten zur erneuten Befragung in ihr Büro bestellen.

Wenn die Inhaberin des Urheberrechts dem Mädchen befahl, die Schwimmkörbe mit den Copyright geschützten Comicfiguren herzustellen, ist das Mädchen nicht schuldig, da es nicht die Absicht hatte, das Urheberrecht zu verletzen.

Außerdem, so fügte sie weiter hinzu, ist das Mädchen dazu berechtigt, rechtliche Schritte gegen den Undercover Agenten einzuleiten, wenn eine Erpressung vorliegt.

Sie warnte erneut davor, dass Inhaber von Urheberrechten oder deren Vertreter keine gesetzlichen Lücken nutzen sollten, um andere Personen auszunutzen.

 

  • Quelle: National News Bureau of Thailand (NNT)